TIERÄRZTE WELTWEIT in Tansania

Ein nachhaltiges Schulungskonzept

Mehr als 70 Prozent der tansanischen Bevölkerung lebt und arbeitet im ländlichen Raum. Nutz- und Arbeitstiere sind hier überlebenswichtig für die Menschen. Die Versorgung der Tiere teilen sich Tiermediziner und Tiergesundheitspersonal, doch insgesamt sind nur etwa 500 als solche tätig - viel zu wenig für das Land, in dem allein an die 50 Millionen Nutztiere leben. Hinzu kommt, dass die Ausbildung des Tiergesundheitspersonals kaum praxisorientiert ist und dieses mit der Versorgung der Tiere daher häufig überfordert ist. Mit einer Kombination aus Workshops für angehendes sowie bereits praktizierendes Tiergesundheitspersonal wollen wir mit TIERÄRZTE WELTWEIT grundlegende Verbesserungen erzielen.

Hintergrund: Tansania, Afrika

Hauptstadt: Dodoma
Fläche: 947.300 km2
Einwohner: Ca. 49 Millionen
Amtssprache: Swaheli, Bildungs- und Verkehrssprache: Englisch
Rang 151 von 188 auf der Armutsrankingliste (2015)
Ca. 1,5 Millionen Esel, 25 Millionen Rinder, 16 Millionen Ziegen und Schafe
Etwa 500 praktisch arbeitende Tierärzte und Tiergesundheitspersonal

Hoffnung für Esel & Co.

Etwa 200.000 der insgesamt rund 1,5 Mio. Esel in Tansania sind in den Regionen Arusha und Manyara, im Norden des Landes, zu finden. Pausenlos transportieren die Tiere schwere Lasten quer durch das bergige Land. Dabei verursachen unpassendes Geschirr und Gespanne schmerzhafte Verletzungen, die aufgrund unzureichender tiermedizinischer Versorgungsmöglichkeiten meist nicht optimal behandelt werden können. Auch andere Tiere leiden darunter: So stößt man vielerorts auf überbelastete und unbehandelte Nutztiere sowie kranke und ungeimpfte Hunde und Katzen, die durch die Straßen streunen.

Die Studenten lernen...

Gemeinsam mit der lokalen Organisation Meru Animal Welfare Organisation (MAWO) gehen wir das Problem an und bilden Studenten des Faches Tierproduktion und Tiergesundheit am Tengeru College in Arusha weiter. Ziel ist neben der Vermittlung von tierschutzrelevantem Wissen, die optimale Vorbereitung der Studenten auf ihre künftige Tätigkeit in der Praxis. Für die Tiere wiederum bedeutet dies langfristig eine bessere tiermedizinische Versorgung. Die Leitung und Durchführung der Workshops obliegt Dr. Katurissa, einem tansanischen Tierarzt und langjährigen Mitarbeiter unserer Partnerorganisation MAWO.

Zunächst werden im Rahmen von 2 Kursblöcken à 7 Tage Aspekte rund um Tierschutz- und Tiergesundheitsfragen behandelt. Das eigens für das Programm TIERÄRZTE WELTWEIT entwickelte Kursprogramm stellt die Grundlage dieser Workshops dar. Neben der theoretischen Bearbeitung der Themen wird das Kursprogramm durch praktische Übungen am Tier, im Kurssaal oder im Labor ergänzt. So üben sich die Studenten in der Beurteilung des Gesundheitszustandes der Tiere, messen ihre Vitalwerte, trainieren das Anlegen von Verbänden, die Berechnung der korrekten Dosierung von Medikamenten und untersuchen Probenmaterial.

... und lehren

In einem zweiten Schritt findet ein Austausch zwischen den bereits geschulten Collegestudenten und Community Animal Health and Welfare Workers (CAHWs) statt. Dabei handelt es sich um Menschen, die sich in den Gemeinden um die Tiere kümmern und als Ansprechpartner für Tiergesundheitsfragen gelten. Jedoch fehlt den meisten eine fachliche Ausbildung und demzufolge grundlegende Kompetenzen.

In ausgewählten Gemeinden werden im Rahmen fünftägiger Workshops relevante Themen aus dem Kursprogramm von ausgewählten Studenten des ersten Workshops vorgetragen und gemeinsam mit den CAHWs bearbeitet. Die Studenten können sich bei dieser Gelegenheit als Referenten darin üben, das erlernte Wissen weiterzugeben – eine Kompetenz, die für ihre zukünftige Tätigkeit als Tiergesundheitshelfer grundlegend ist. Fallbeispiele und Praxisübungen aus dem Arbeitsalltag der CAHWs ergänzen die Workshops.

Hand anlegen im Rahmen mobiler Klinken

Der dritte Teil der studentischen Ausbildung besteht in der Teilnahme an mobilen Klinken, in deren Rahmen die Studenten die Möglichkeit haben, weitere praktische Erfahrungen zu sammeln.

Während der Kliniken in der Region Arusha und Manyara werden vornehmlich Hunde und Esel, aber auch Katzen sowie Ziegen und andere Nutztiere, medizinisch behandelt, entwurmt und geimpft. Gleichzeitig werden die Besitzer über die spezifischen Bedürfnisse und die richtige Pflege und Versorgung ihrer Tiere informiert.

Organisiert werden die Kliniken von unserer tansanischen Partnerorganisation MAWO, die aufgrund ihrer Bemühungen, den Umgang mit Haus- und Nutztieren zu verbessern, über langjährige Erfahrung im Bereich der mobilen tierärztlichen Versorgung in den Gemeinden verfügt.

Weltweit leiden Tiere an fehlender tiermedizinischer Versorgung

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Haben Sie Fragen zum Programm?

Dr. Wendy Phillips (Veterinary Manager)
E-Mail: wp@welttierschutz.org

Dr. Ruprecht Herbst (Programme Manager)
E-Mail: rh@welttierschutz.org

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin