TIERÄRZTE WELTWEIT in Malawi

Tierschutz in einem der ärmsten Länder der Welt

Der 2014 eingeführte Studiengang der Tiermedizin an der Lilongwe University for Agriculture and Natural Resources (LUANAR) schafft Hoffnung für Malawis Tierwelt. Denn bei etwa 50 Millionen Nutztieren und 1,5 Millionen streunenden Hunden haben die rund 30 Tierärzte, die derzeit im Land arbeiten, keine Chance alle Tiere zu erreichen. Dreimal reiste das Team von TIERÄRZTE WELTWEIT seit Juni 2015, begleitet von ehrenamtlichen Tierärztinnen aus Deutschland, nach Malawi, um die neuen Studenten in einwöchigen Intensivkursen auch praktisch und in Tierschutzfragen weiterzubilden. Nun hat unser Ausbildungsprogramm einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht: Studienbegleitend nehmen die Studenten jede Woche im Rotationsprinzip an mobilen Tierkliniken teil.

Hintergrund: Malawi, Afrika

Hauptstadt: Lilongwe
Fläche: 118.480 km²
Einwohner: Ca. 16 Millionen
Amtssprache: Englisch, Chichewa
Rang 173 von 188 auf der Armutsrankingliste
Ca. 50 Millionen Nutztiere
Ca. 1,5 Millionen streunende Hunde
Nur 33 qualifizierte Tierärzte landesweit

Viele Tiere in Malawi leiden

Im südostafrikanischen Malawi ist die Armut groß. Es heißt, dass die Mehrheit der rund 16 Millionen Einwohner von weniger als 1 US-Dollar am Tag leben muss. Hühner, Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen dienen hier in erster Linie der Selbstversorgung. Manchmal kann durch ihren Verkauf auch ein kleines Einkommen generiert werden. Doch viele dieser Tiere leiden unter schlechten Haltungsbedingungen sowie Krankheiten. Hinzu kommen allein in der Hauptstadt Lilongwe etwa 38.000 umherstreunende Hunde. Da die meisten von ihnen weder kastriert noch medizinisch versorgt sind, vermehren sie sich unkontrolliert und übertragen mitunter gefährliche Krankheiten, wie z.B. die Tollwut.

Das Ziel unseres Programms TIERÄRZTE WELTWEIT ist es, durch Weiterbildung vor Ort die tiermedizinische Versorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verbessern. In Malawi setzen wir dieses Ziel, gemeinsam mit unseren lokalen Partnern, der Lilongwe Society for the Protection and Care of Animals (LSPCA) und der Lilongwe University of Agriculture and Natural Resources (LUANAR), Schritt für Schritt um.

Praxiserfahrungen im Unialltag: Ein wegweisendes Konzept

Neben dem Studium der Tiermedizin (Doctor of Veterinary Medicine) bietet die Hochschule am ihr angegliederten College den Studiengang Tiergesundheit & Viehzucht (Animal Health and Livestock production) an. Die Absolventen beider Fachrichtungen benötigen für ihr späteres Berufsleben neben einer fachlich fundierten Ausbildung insbesondere auch umfangreiche Praxiserfahrung. Eine Komponente, die die Universität bisher nicht hinreichend leisten konnte.

Gemeinsam mit der Universität und unserer lokalen Partnerorganisation LSPCA haben wir daher ein für Malawi einmaliges Konzept entwickelt: Im Rahmen fest in den Lehrplan integrierter mobiler Klinken, absolvieren die Studenten regelmäßige praktische Lerneinheiten und sammeln so die dringend notwendige Praxiserfahrung. Lernziele und Lernerfolgskontrollen werden von einer lokalen Koordinatorin in regelmäßigen Abständen eingefordert.

Mobile Klinken – für Tier und Mensch

Zusammen mit dem erfahrenen Team unserer Partnerorganisation LSPCA führen Studenten beider Studiengänge nach dem Rotationsprinzip zweimal pro Woche mobile Klinken in den Dörfern und Gemeinden rund um Lilongwe durch. Im Rahmen dieser Einsätze werden Haus- und Nutztiere kostenlos entwurmt, geimpft und im Falle von Krankheiten oder Verletzungen behandelt. Haustiere werden außerdem kastriert.

Unter fachkundiger Anleitung gewinnen die Studenten Sicherheit bei Routineuntersuchungen, bei der Diagnose und Behandlung von Krankheitsbildern. Für die Tiermedizinstudenten liegt zudem ein weiterer Schwerpunkt auf dem Vorbereiten und Durchführen von Operationen.

Darüber hinaus übernehmen die Studenten die Aufgabe, die anwesenden Tierhalter über die Bedürfnisse ihrer Tiere zu informieren, ihnen Hinweise und Empfehlungen hinsichtlich der tiergerechten Haltung an die Hand zu geben und sie über die Notwendigkeit und den Nutzen einzelner tiermedizinischer Maßnahmen zu informieren. Entsprechendes Informationsmaterial zum Tierschutz (u.a. Flyer, Poster) wird von den Studenten vorbereitet und bei den mobilen Kliniken genutzt.

Zusätzlich zu diesen Einsätzen soll den Tiermedizin-Studenten in naher Zukunft auch die Möglichkeit gegeben werden, ein Praktikum in der Tierklinik der LSPCA zu absolvieren, in dessen Rahmen sie Einblicke in die Abläufe und den Arbeitsalltag einer Tierklinik erhalten, an Beratungsgesprächen teilnehmen und bei Operationen assistieren können.

Mit ihrer praktischen Erfahrung und ihrem tierschutzrelevanten Wissen im Gepäck werden sie künftig erfolgreich zu mehr Tierwohl in ihrem Land beitragen können.

Lokale Koordinatorin
Dr. Robyn McCann
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Dr. Wendy Phillips (Veterinary Manager)
E-Mail: wp@welttierschutz.org

Dr. Ruprecht Herbst (Programme Manager)
E-Mail: rh@welttierschutz.org

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin