TIERÄRZTE WELTWEIT in Liberia

Voraussetzungen für mehr Tierwohl schaffen

TIERÄRZTE WELTWEIT in Liberia: Ziegen werden tierschutzwidrig transportiert

Insgesamt 60 Prozent der Menschen in Liberia arbeiten im Nutztiersektor, jede dritte Familie hält eigene Rinder, Schafe, Ziegen oder Hühner. Die Versorgung der Tiere ist jedoch oft mangelhaft. Zum einen gibt es kaum tiermedizinisches Fachpersonal (lediglich rund 20 Paravets und 4 ausländische Tierärzte im ganzen Land), zum anderen sind die Kenntnisse der wenigen liberischen Paravets hinsichtlich Haltungs-, Ernährungs-, Gesundheits- und vor allem Tierschutzaspekten aufgrund von Defiziten in der Ausbildung unzureichend.
Um das Wohl der Tiere nachhaltig zu verbessern, hat das Programm TIERÄRZTE WELTWEIT, gemeinsam mit der lokalen Tierschutzorganisation Liberia Animal Welfare and Conservation Society (LAWCS), ein Pilotprojekt an zwei Ausbildungsinstitutionen für Paravets im Land gestartet.

Hintergrund: Liberia, Afrika

Hauptstadt: Monrovia
Fläche: 111.369 km²
Einwohner: Ca. 4,6 Millionen
Amtssprache: Englisch
Rang 181 von 189 im Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen 2018
Rund 1,6 Millionen Nutztiere (hauptsächlich Hühner & Ziegen)
Ca. 20 Paravets landesweit, davon 15 praktisch tätig
keine lokalen Tierärzte (ca. 4 ausländische)

Die für das Pilotprojekt ausgewählten Standorte, die Cuttington University in Gbarnga und das Lofa County Community College in Voinjama, bieten den Studiengang Tierwissenschaft (animal science) an. Absolventen dieses Studiengangs arbeiten später als Paravets (Fachkräfte für Tiergesundheit) und sollen Tierhalter bei Fragen hinsichtlich der Haltung, Ernährung und des Gesundheitszustandes ihrer Tiere beraten. Aufgrund des Mangels an Tierärzten in Liberia fällt auch die tiermedizinische Versorgung in ihren Aufgabenbereich – theoretisch. Denn die Praxis sieht anders aus: Weder gibt es genug Absolventen, um alle Tiere zu versorgen, noch sind diese, aufgrund ihrer mangelhaften Ausbildung, überhaupt in der Lage die genannten Tätigkeiten auszuführen. Es mangelt an erfahrenen Dozenten, gutem Unterrichtsmaterial und praktischen Lehrinhalten. Die Folge: kaum ein Tier in dem westafrikanischen Land erhält die tiermedizinische Versorgung, die es benötigt. Immer wieder sterben Tiere an fehlenden Impfungen und falsch oder gar nicht behandelten Wunden – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Ziel des Programms in Liberia ist es daher, die angehenden Paravets im Rahmen ihrer Ausbildung mit fundierten fachlichen und praktischen tierschutzrelevanten Kenntnissen auszustatten und so die Versorgung der Tiere nachhaltig zu verbessern.

Erster Schritt: Tierschutz im Studium als gemeinsames Ziel formulieren

Im ersten Schritt werden die Weichen dafür gestellt, Tierschutzaspekte fest in die Ausbildung der angehenden Paravets zu integrieren. Dafür werden die lokalen Partner der LAWCS und die jeweilige Ausbildungsstätte eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnen, in der die Aufnahme der tierschutzrelevanten Inhalte in die Studienordnung als übergeordnetes Ziel des zunächst einjährigen Pilotprojektes formuliert wird. Auf Grundlage von Schulungsmaterial, das im Rahmen des Programms TIERÄRZTE WELTWEIT entwickelt wurde –also Vorlesungen, Lehrfilmen sowie Anleitungen für praktische Übungen zu verschiedenen tierschutzrelevanten Themen – wird in diesem Rahmen ebenfalls definiert, welche Themen in Liberia besonders von Bedeutung sind und Eingang in die Ausbildung finden sollen.

Die meisten der 1,6 Millionen Nutztiere in Liberia sind Ziegen und Hühner
©LAWCS

Tierschutzkompetenz der Lehrer stärken

Sobald die formalen Voraussetzungen erfüllt sind, ist die erste Trainingsphase des Projektes vorgesehen: der Projektbetreuer Abdoulie Ceesay, ein erfahrener Paravet aus Gambia, wird gemeinsam mit LAWCS die Schulungen leiten und zunächst an beiden Ausbildungsstandorten ein jeweils mehrtägiges Tierschutz-Training für die Dozenten des Fachbereichs Tierwissenschaft durchführen.

Inhaltlich begleitet werden diese ersten Workshops zudem Dr. Kebba Daffeh, dem lokalen Projektmanager in Gambia. Er stellt zum einen die Kursinhalte des Programms detailliert vor und wird zum anderen von seinen eigenen Erfahrungen bei der Umsetzung des Kurses, und dessen Akkreditierung in das Curriculum am Gambia College berichten.

TIERÄRZTE WELTWEIT in Liberia: Viele Nutztiere sind unterernährt und geschwächt
©LAWCS

Praxiserfahrungen in die Ausbildung integrieren

Anschließend sind, über einen Zeitraum von mehreren Monaten, Praxismonate im Wechsel an Universität und College geplant, in deren Rahmen praktische Übungen in den bestehenden Stundenplan integriert werden. Es ist vorgesehen, dass die derzeit insgesamt 40 Studierenden und ihre 10 Dozenten, unter Leitung des Projektbetreuers Abdoulie Ceesay und der LAWCS, in die umliegenden Dörfer fahren und hier die Möglichkeit haben, Tiere zu untersuchen und zu behandeln.
Den Abschluss eines jeden Praxismonats bildet jeweils ein ausführliches Feedback der Lehrer und Studenten. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden abschließend in einem mehrtägigen Treffen mit dem Paravet, der LAWCS und den Ausbildungsinstitutionen bewertet, diskutiert und gegebenenfalls angepasst.

Bei erfolgreicher Adaption der Kursinhalte ins Curriculum der Cuttington University und des Lofa County Community Colleges soll das Projekt an weiteren Ausbildungsstandorten im Land etabliert werden.

TIERÄRZTE WELTWEIT ist ein gemeinsames Programm der Welttierschutzgesellschaft und der Welttierschutzstiftung mit Projekten in Gambia, Liberia, Malawi, Tansania und Uganda.

Weltweit leiden Tiere an fehlender tiermedizinischer Versorgung

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Haben Sie Fragen zum Programm?

Dr. Wendy Phillips (Senior Manager Programme)
E-Mail: wp@welttierschutz.org

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin