Fachwissen

Wissenswertes zur tiermedizinischen Versorgung

 

Wussten Sie, dass streunende Hunde, mangelnde Schlachtungsmethoden und fehlendes Tierschutzbewusstsein zu den drei größten Tierschutzproblemen in Schwellen- und Entwicklungsländern gehören? Oder dass es in Ländern, wie Gambia, Kap Verde, Liberia und Dominica, keine einzige Ausbildungsstätte für Tierärzte gibt?

Diese und viele weitere interessante Ergebnisse lieferte die Auswertung unserer Umfrage zur tiermedizinischen Versorgung in Schwellen- und Entwicklungsländer, die wir an 1000 tierärztliche Ausbildungsstätten in über 50 Ländern schickten.

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POPULATIONSMANAGEMENT FREILEBENDER KATZEN – KASTRATION VERSUS STERILISATION

Freilebende Katzen stellen mit einem Bestand von 60-100 Millionen [Jessup, 2004] den weltweit am weitesten verbreiteten Carnivor dar [Liberg, 2000 cited in Nutter, 2005]. Unter „freilebenden Katzen“ werden im Folgenden Katzen verstanden, die nicht eindeutig einem Besitzer zugeordnet werden können. Damit gehören sie zu einer von 100 gelisteten invasiven Spezies [ISSG, 2008], deren Vorkommen für viele Ökosysteme, Biotope und Tierarten ein massives Gefährdungspotenzial darstellt [Feral and unwanted cats, 2006; Loss, Will & Marra, 2013]. Das schnelle Wachstum solcher Sozialverbände von freilebenden Katzen kann zu einer starken Reduktion einheimischer Kleinsäuger- und Vogelarten führen [Longcore, Rich & Sullivan, 2009; Loss, Will & Marra, 2013]. Was zunächst als Vorteil erscheint, da Ratten- und Mäusepopulationen stark dezimiert werden, kann auf Inseln schwerwiegende Konsequenzen haben.

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REISEKRANKHEITEN BEI HUND UND KATZE

Der Import von Hunden und Katzen nach Deutschland steigt mit zunehmender Globalisierung und erhöhtem Reiseaufkommen. Vorzugsweise werden Straßenhunde und –katzen aus dem südlichen Europa nach Deutschland eingeführt, aber auch aus anderen Teilen Europas und der Welt.
Zusammen mit den Tieren werden jedoch auch Krankheiten mitgeführt, die in Deutschland bislang nicht (zum Beispiel Borrelia miyamotoi) [Schreiber et al., 2013] oder nicht mehr vertreten sind (Tollwut) [Laboklin, 2014; WHO, 2014]. Man fasst sie im Allgemeinen unter dem Begriff „Reisekrankheiten“ zusammen. Inzwischen haben sich einige der klassischen „Reisekrankheiten“ bereits in Deutschland etabliert. Sie treten auch bei Haustieren auf, die Deutschland nie verlassen haben (Babesiose). Hierbei ist es wichtig zwischen dem infizierten Vektor, dem infizierten Tier und dem Ausbruch der Krankheit im Tier zu unterscheiden. Oft lässt sich der Erreger in Deutschland nachweisen, es kommt jedoch nicht zu Krankheitserscheinungen (Tab. 1).

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DAS RISIKO EINER IMPFUNG UND IHR NUTZEN BEI FREILEBENDEN HUNDEN UND KATZEN

Der Einsatz von Impfungen bei Hunden und Katzen gilt als essentielle prophylaktische und therapeutische Maßnahme zur Verhinderung von Infektionskrankheiten. Im Wesentlichen gelten sie dem Schutz vor Virusinfektionen, werden aber zunehmend auch bei durch Bakterien (Bordetella bronchiseptica, Clamydophila felis, Borrelia burgdorferi sensu lato), Protozoen (Babesia canis) oder Pilze (Trichophyton- und Mikrosporum-Pilzstämme) verursachten Krankheiten eingesetzt [Duchow et al., 2013]. Fehlender oder mangelhafter Impfschutz kann nicht nur das Tier selber gefährden, sondern es können auch lebensgefährliche Krankheiten auf den Menschen übertragen werden [Stoskopf & Nutter, 2004, Duchow et al., 2013].

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