#StopptTierleid: Das sagen die Netzwerke!

Welche Rolle spielt Tierleid in den Gemeinschaftsstandards der einzelnen sozialen Netzwerke?

Die von den Netzwerken definierten Gemeinschaftsstandards sind sehr unterschiedlich. Im Folgenden listen wir die Passagen zu Tieren je Netzwerk sowie die offiziellen Stellungnahmen der Vertreter*innen zu unserer Anfrage auf. Vorab: YouTube, LinkedIn, Instagram, Facebook, reddit, Snapchat, TikTok und twitter scheint Tierleid nicht (mehr) kalt zu lassen. Von diesen acht – darunter mitunter die in Deutschland bedeutendsten – sozialen Netzwerken erhielten wir in den letzten Wochen offizielle Stellungnahmen und konnten unmittelbar auch Anpassungen in den Gemeinschaftsstandards – rot markiert – feststellen.

Instagram und Facebook

  • "Das Leid anderer zu verherrlichen – seien es Menschen oder Tiere – lehnen wir ausdrücklich ab. Wir haben klare Richtlinien in Bezug auf Gewaltdarstellungen, die Inhalte im Zusammenhang mit Tieren einschließen. Sie sind global und so konzipiert, dass sie auf unsere vielfältige Community übertragbar sind, die verschiedenste Länder, Kulturen und gesellschaftliche Normen umfasst. Mit einigen Einschränkungen lassen wir Gewaltdarstellungen in bestimmten Fällen dennoch zu, wenn die Inhalte beispielsweise für bestimmte Themen sensibilisieren oder auf Probleme aufmerksam machen. In diesen Fällen kennzeichnen wir besonders drastische Inhalte jedoch mit Warnhinweisen, da wir wissen, dass Menschen unterschiedlich sensibilisiert gegenüber expliziten und gewalthaltigen Darstellungen sind. Außerdem sind solche Inhalte nicht für Personen unter 18 Jahren verfügbar.

    Wir konsultieren weiterhin Expert*innen auf der ganzen Welt und entwickeln unsere Richtlinien weiter, um mit Trends und sich verändernden Verhaltensweisen Schritt zu halten. Wir begrüßen die Arbeit der Welttierschutzgesellschaft und möchten gemeinsam mit ihnen Wege finden, wie wir in diesem Bereich besser werden können."

Statement von Alexander Kleist, Public Policy Lead at Instagram DACH

Gemeinschaftsstandards (angepasst)

https://www.facebook.com/communitystandards/coordinating_harm_publicizing_crime

  1. Propagieren und Organisieren von Schaden und Verbrechen

Sexueller Missbrauch

  • Expliziter Geschlechtsverkehr oder Oralsex (…)
  • Angedeuteter Geschlechtsverkehr oder Oralsex (…)
  • Stimulation von Genitalien oder Anus(...)

Alle obigen Handlungen unter Beteiligung eines Tieres.

  • Inhalte mit Fetischen, die Folgendes zeigen:

Handlungen, die aller Wahrscheinlichkeit nach zum Tod einer Person oder eines Tieres führen

https://www.facebook.com/communitystandards/regulated_goods

  1. Regulated Goods

Wir möchten Schaden in der Offline-Welt und Nachahmungstaten verhindern und untersagen daher die Unterstützung, Organisation, Förderung oder das Zugeben bestimmter krimineller oder schädlicher Aktivitäten, die auf Personen, Unternehmen oder Tiere abzielen. Nutzer dürfen jedoch über kriminelle und schädliche Aktivitäten diskutieren oder für deren Rechtmäßigkeit argumentieren und auf schädliche oder kriminelle Aktivitäten aufmerksam machen, die sie möglicherweise beobachten oder erleben, so lange sie Schaden nicht befürworten oder koordinieren.

Gefährdete Arten (Tiere und Pflanzen):

Inhalte,

  • mit denen versucht wird, gefährdete Arten oder ihre Bestandteile zu kaufen, zu verkaufen, zu handeln, zu spenden, zu verschenken oder anzufragen,
  • in denen das Wildern oder der Verkauf von gefährdeten Tierarten oder ihren Körperteilen bzw. der Handel mit diesen entweder durch den Beitragsersteller/die Beitragserstellerin selbst oder deren Partner eingestanden wird. Abbildungen von Wilderei durch Fremde sind davon ausgeschlossen.
  • die das Wildern von gefährdeten Tierarten oder ihren Körperteilen durch den Beitragsersteller/die Beitragserstellerin selbst oder deren Partner darstellen,
  • die die Koordinierung oder Werbung (d. h. positive Äußerungen, Ermutigung zur Wilderei von, oder die Bereitstellung von Anleitungen zur Verwendung oder Herstellung von Produkten aus gefährdeten Tierarten oder ihren Körperteilen) darstellen.

Lebende, nicht vom Aussterben bedrohte Tiere mit Ausnahme von Nutztieren

  • Inhalte, mit denen versucht wird, lebende Tiere, die nicht vom Aussterben bedroht sind, zu kaufen, zu verkaufen oder zu handeln.

Ausnahmen:

  • Die Inhalte wurden von einer Seite, Gruppe oder einem Instagram-Profil einer legitimen physischen Einrichtung, darunter Einzelhandelsunternehmen, legitime Websites, Marken oder Tierheimen, oder einer Privatperson, die Inhalte im Namen von legitimen physischen Einrichtungen teilt, gepostet.
  • Die Inhalte wurden im Kontext einer Spende oder der Unterbringung von lebenden Tieren, die nicht vom Aussterben bedroht sind, gepostet, einschließlich der Unterbringungsgebühren für Peer-to-Peer-Adoptionen, des Verkaufs eines Tieres für eine religiöse Opfergabe oder das Angebot eines Finderlohns für vermisste Haustiere.

https://www.facebook.com/communitystandards/graphic_violence

  1. Violent and graphic content

Bilder von Tieren

Folgende Inhalte, bei denen Tiere vorkommen:

  • Videos, die zeigen, wie Menschen Tiere töten, wenn kein ausdrücklicher Zusammenhang mit der Herstellung, der Jagd oder der Nahrungsaufnahme, -verarbeitung oder -zubereitung besteht
  • Bilder von Kämpfen unter Tieren, wenn sichtbare Eingeweide oder Verstümmelung von nicht nachwachsenden Körperteilen gezeigt werden, außer in freier Wildbahn
  • Bilder von Menschen, die lebende Tiere foltern oder missbrauchen
  • Bilder von Tieren mit Wunden oder Schnitten, auf denen Innereien oder Zerstückelungen zu sehen sind, wenn kein ausdrücklicher Zusammenhang mit der Herstellung, Jagd, Tierpräparation, medizinischen Behandlungen, Rettungseinsätzen bzw. Nahrungsaufnahme, -zubereitung oder -verarbeitung besteht oder das Tier bereits gehäutet ist bzw. seine äußere Schicht bereits vollständig entfernt wurde.

    Problem
  • Zwar sind die Nutzer*innen über die Gemeinschaftsstandards relativ deutlich dazu aufgerufen, keine Tierleid-Inhalte unterschiedlicher Arten zu veröffentlichen. Geschieht dies doch und werden die Inhalte von anderen Nutzer*innen gemeldet, wird aber von Seiten der Moderator*innen oft nur unzureichend darauf reagiert: In vielen Fällen wird trotz schwerster Tierleid-Darstellung nur ein Warnhinweis und/oder eine Altersbeschränkung vor dem Inhalt eingebunden. Die Inhalte können sich weiter verbreiten.
  • Die Gemeinschaftsstandards von Instagram sind im Grunde identisch zu denen von Facebook, Instagram ergänzt aber einige Aussagen, wie z.B. „Wenn du Inhalte zu diesem Zweck teilst, solltest du einen Bildtext zu deinem Foto hinzufügen, um den Betrachter vor der drastischen Gewaltdarstellung zu warnen“. Damit widerspricht das Netzwerk unserer Ansicht nach grundsätzlich seinen eigenen Richtlinien und erlaubt Nutzer*innen, Tierleid-Inhalte zu posten, wenn diese denn entsprechend "eingeleitet" werden.
  • Lobenswert ist, dass sich Instagram mit einigen Organisationen bereits stark für den Arten- und Umweltschutz einsetzt – und Hinweise einblendet, wenn z.B. Inhalte von streng geschützten Tierarten (wie dem Schuppentier) gesucht oder veröffentlicht werden.

TikTok

  • „Das Thema Tierschutz nehmen wir sehr ernst. In 2021 sind wir aus diesem Grund beispielsweise der Globalen Koalition zur Beendigung des illegalen Wildtierhandels im Internet beigetreten. Basis unserer Moderation sind die Community-Richtlinien. Sie spiegeln unsere Werte wider und definieren einen einheitlichen Verhaltenskodex für Nutzer*innen unserer Plattform. Wir entfernen Inhalte wie Videos, Audio-Dateien, Bilder und Texte, die gegen unsere Community-Richtlinien verstoßen. Darüber hinaus sperren oder entfernen wir Konten, die an schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen beteiligt sind. TikTok lehnt entschieden jede Form von Tierquälerei ab und wir gehen gegen solche Inhalte auf unserer Plattform vor. In unseren Community-Richtlinien stellen wir deshalb auch klar, dass es Nutzer*innen nicht gestattet ist, Inhalte mit Tieren auf TikTok zu teilen, in denen insbesondere Folgendes dargestellt wird:

    Schlachtungen oder nicht natürliches Sterben von Tieren,
    zerstückelte, verstümmelte, verkohlte oder verbrannte tierische Überreste,
    Tierquälerei und blutige Szenen.“

Statement von Christina Honnef, Communications for TikTok in DACH + NL

Gemeinschaftsstandards (angepasst)

"Wir aktualisieren von Zeit zu Zeit unsere Community-Richtlinien, um neuen Verhaltensweisen und Risiken Rechnung zu tragen und so auch weiterhin unser Versprechen halten zu können, dass TikTok ein sicherer Ort der Kreativität und Freude ist. Bei diesen Überarbeitungen berücksichtigen wir die Ansichten der relevanten gesellschaftlichen Stakeholder.
Straftaten
Straftaten umfassen ein breites Spektrum an nach dem Gesetz strafbaren Handlungen wie Diebstahl, tätliche Angriffe, menschliche Ausbeutung, Fälschungen oder anderes schädigendes Verhalten. Derartige Verhaltensweisen sollen nicht als gesellschaftlich akzeptabel und „normal“ dargestellt, imitiert oder begünstigt werden. Deshalb entfernen wir Inhalte, die Straftaten bewerben oder ermöglichen.

Nicht gepostet, hochgeladen, gestreamt oder geteilt werden dürfen:
• Inhalte, in denen Wilderei oder illegaler Handel mit Wildtieren dargestellt oder beworben werden,

Gewalttätige und explizite Inhalte

TikTok ist eine Plattform, die Kreativität zelebriert – nicht aber Schockeffekte oder Gewalt. Wir gestatten keine unnötig schockierenden, expliziten, sadistischen oder grausamen Inhalte auf unserer Plattform. Wir gestatten auch keine Inhalte auf unserer Plattform, die extreme Gewalt oder extremes Leid bewerben, diese als „normal“ verharmlosen oder gar verherrlichen. Stellen wir eine Bedrohung der öffentlichen Sicherheit fest, sperren oder kündigen wir das betreffende Konto und melden dieses in rechtlich begründeten Fällen den zuständigen Justizbehörden

Nicht gepostet, hochgeladen, gestreamt oder geteilt werden dürfen:
• Inhalte mit Tieren, in denen insbesondere Folgendes dargestellt wird:

  • Schlachtungen oder nicht natürliches Sterben von Tieren,
  • zerstückelte, verstümmelte, verkohlte oder verbrannte tierische Überreste,
  • Tierquälerei und blutige Szenen."

Nachzulesen hier: https://www.tiktok.com/community-guidelines?lang

Problem

  • TikTok hält sich in den Gemeinschaftsstandards zwar relativ kurz, benennt Tierleid-Inhalt aber explizit und durch "Tierquälerei" in Gänze. Als einziges Netzwerk verbietet es somit klar und deutlich die Darstellung von Tierquälerei, geht dabei aber unserer Meinung nach aber noch wenig ins Detail der verschiedenen Formen von Tierleid. Zudem werden Inhalte, die gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen, meist erst auf aktives Zutun von anderen Nutzer*innen gemeldet und erst dann gelöscht.

Snapchat

  • „Es hat für uns als Unternehmen oberste Priorität, dass Snapchat eine sichere und positive Erfahrung für alle ist. Die Darstellung und Verbreitung jeglicher Form von Gewalt auf Snapchat - einschließlich der Darstellung von Tierleid - ist daher verboten. Um dieser Tatsache in Zukunft noch stärker Rechnung zu tragen, wird das nächste Update unserer Community-Richtlinien einen ausdrücklichen Hinweis auf das Verbot der Darstellung von Tierleid auf Snapchat enthalten. Das Update wird in den kommenden Tagen veröffentlicht. Unsere Nutzer:innen können Verstöße gegen die Community-Richtlinien jederzeit unserem Sicherheitsteam melden. Dafür steht ihnen die Meldefunktion in der App oder dieses Formular zur Verfügung. Wir behalten uns vor, die anstößigen Inhalte zu entfernen, das verantwortliche Konto zu sperren und/oder die Strafverfolgungsbehörden zu informieren.“

Statement von Lennart Wetzel Head of DACH Public Policy

Gemeinschaftsstandards (angepasst)

 

"Wir haben hier und in unseren Servicebestimmungen spezifische Regeln für Inhalte aufgestellt, die auf Snapchat verboten sind. Allerdings ist es schwer, jede Situation vorherzusehen, die eintreten könnte. Der Schlüssel ist die moralische Haltung, die diese Regeln verkörpern: Wir möchten, dass Snapchat eine sichere und positive Erfahrung für alle ist. Wir behalten uns das Recht vor, nach eigenem Ermessen zu entscheiden, welche Inhalte gegen diese Moral verstoßen und auf der Plattform nicht zugelassen werden.

Bedrohungen, Gewalt und Zufügung von Schäden

Die Förderung von Gewalttaten oder gefährlichem Verhalten ist verboten: Drohe niemals damit oder schüchtere sie damit ein, einer Person, einer Gruppe von Menschen oder dem Eigentum anderer Schaden zufügen zu wollen.

Snaps mit Darstellungen unangebrachter oder grafischer Gewalt, einschließlich des Missbrauchs von Tieren, sind nicht zulässig.

Wir erlauben keine positive Darstellung von Selbstschädigung, darunter auch die Propagierung von Selbstverletzung, Selbstmord oder Essstörungen."

Nachzulesen hier: https://www.snap.com/de-DE/community-guidelines

Problem

  • Die Gemeinschaftsstandards von Snapchat sind insgesamt sehr kurz gefasst, benennen aber Tierleid-Missbrauch eigenständig als verbotenen Inhalt - das ist ein erster richtiger Schritt, nun gilt es aber, die Definition von Tierleid umfassend auszuführen und einen Fokus auf die Einhaltung der Gemeinschaftsstandards durch gute Moderator*innen-Teams (hier: Sicherheitsteams) sicherzustellen. 

YouTube

  • Wir stimmen zu, dass Inhalte, die Gewalt oder Missbrauch gegenüber Tieren darstellen, jetzt und in Zukunft auf YouTube keinen Platz haben. Obwohl wir immer strenge Richtlinien zum Verbot von Inhalten mit Tiermissbrauch hatten, haben wir Anfang des Jahres unsere Richtlinien erweitert, um Inhalte mit vorsätzlichen körperlichen Leiden oder Verletzungen von Tieren, einschließlich inszenierter Tierrettungen, deutlicher zu verbieten. Wie bei jedem bedeutenden Update dauert es eine Weile, bis unsere Systeme die Durchsetzung vollständig hochfahren. Unsere Teams arbeiten hart daran, verletzende Inhalte schnell zu entfernen. Allein in diesem Jahr haben wir Hunderttausende von Videos entfernt und Tausende von Kanälen geschlossen, weil sie gegen diese Richtlinien verstoßen haben.

Statement von Georg Nolte, Head of Communications bei YouTube DACH

Gemeinschaftsstandards (angepasst)

 

Richtlinien zu gewaltverherrlichenden oder grausamen Inhalten

Der Missbrauch von Tieren bezieht sich auf Inhalte, in denen gezeigt wird, wie einem Tier böswillig körperliches Leid zugefügt wird. In bestimmten Fällen können Ausnahmen bei Inhalten gemacht werden, in denen allgemein anerkannte Praktiken dargestellt werden, z. B. Jagd, Fallenstellen, Schädlingsbekämpfung, Nahrungszubereitung, medizinische Behandlung oder das Schlachten von Tieren, und in denen zu sehen ist, wie einem Tier oder einer Gruppe von Tieren körperlicher Schaden zugefügt wird. Im Folgenden findest du Beispiele für Inhalte, die auf YouTube nicht erlaubt sind:

  • Hunde- oder Hahnenkämpfe sowie sonstige Videos, in denen Tiere von Zuschauern gezwungen werden, sich anzugreifen; im Rahmen von Tierdokumentationen sind Szenen mit Kämpfen von Tieren in freier Wildbahn allerdings erlaubt
  • Inhalte ohne pädagogischen, dokumentarischen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Zweck, die Tierquälerei zeigen, um zu schockieren oder Ekel hervorzurufen
  • Stierkämpfe, bei denen die Tiere verletzt werden (z. B. durch Schwertstiche)
  • Jagd mit illegalen Hilfsmitteln wie Bomben oder Gift

Das ist keine vollständige Liste. Beachte bitte, dass dies nur einige Beispiele sind. Wenn du glaubst, dass Inhalte gegen diese Richtlinien verstoßen könnten, solltest du sie nicht posten.

Inhalte mit Missbrauch von Tieren:

  • Inhalte, in denen Tiere von Menschen zum Kampf ermutigt oder gezwungen werden
  • Inhalte, in denen ein Mensch einem Tier böswillig Leid zufügt, ohne zweckdienlichen Hintergrund (z. B. Jagd oder Nahrungszubereitung)
  • Inhalte, die eine inszenierte Tierrettung zeigen, bei der das Tierwohl gefährdet wird

https://support.google.com/youtube/answer/2801964?hl=de&ref_topic=9282436

Richtlinien zu schädlichen oder gefährlichen Inhalten

Die folgenden Inhalte dürfen auf YouTube nicht veröffentlicht werden:

  • Extrem gefährliche Challenges: Challenges, bei denen ein unmittelbares Verletzungsrisiko besteht.
  • Gefährliche oder bedrohliche Streiche: Streiche oder Pranks, bei denen für die Opfer ein unmittelbares Risiko schwerer Verletzungen besteht oder die bei Minderjährigen zu schwerem emotionalem Stress führen.

Nachzulesen hier: https://www.youtube.com/howyoutubeworks/policies/community-guidelines/ und  https://support.google.com/youtube/answer/2802008

Problem:

  • Die Thematik Tierleid ist zwar sehr deutlich in den Gemeinschaftsstandards enthalten, wird aber durch Begrifflichkeiten wie „absichtlich unnötiges Leid“ schwer greifbar. Die Inhalte unter der Überschrift "Missbrauch gegen Tiere" sind hingegen weitaus differenzierter und - zu unserer Freude - kürzlich überarbeitet worden: In diesem Zuge wurden so genannte inszenierte Rettungen als verboten deklariert. Leider aber wird weiterhin die Einhaltung der Gemeinschaftsstandards nur unzureichend geprüft, denn YouTube verlässt sich zum einen auf Technologien wie maschinelles Lernen, das Inhalte automatisch erkennen soll und setzt zum zweiten sehr stark auf die proaktive Mitarbeit von Nutzer*innen, die unangemessene Inhalte an Moderator*innen melden sollen. Ein vom Netzwerk gebildetes Expert*innen-Team – das so genannte Trusted Flagger-Programm – hilft zwar dabei, problematische Inhalte zu definieren und ggf. auch die Richtlinien dahingehend anzupassen. Vertreter*innen aus dem Tierschutz sind aber bisher nicht dabei.

twitter

  • „(…) Um den versehentlichen Kontakt mit Medien zu begrenzen, die von manchen als beunruhigend empfunden werden könnten, dürfen keine gewalttätigen, hasserfüllten oder nicht jugendfreien Inhalte in Bereichen erscheinen, die auf Twitter gut sichtbar sind, wie z. B. in Live-Videos, Profil-, Kopfzeilen- oder Listenbannern. Wenn Nutzer*innen diese Inhalte auf Twitter teilen, müssen sie ihr Konto als sensibel kennzeichnen. Dadurch werden Bilder und Videos hinter einer Einblendung (oder Warnmeldung) platziert, die bestätigt werden muss, bevor die Medien angezeigt werden können. Mit dieser Funktion können Personen, die keine sensiblen Medien sehen möchten, diese vermeiden oder eine informierte Entscheidung treffen, bevor sie sie ansehen. 
    Im Rahmen dieser Richtlinie gibt es auch einige Arten von sensiblen Medieninhalten, die wir überhaupt nicht zulassen, weil sie das Potenzial haben, Gewalt zu normalisieren und bei denjenigen, die sie sehen, Leid zu verursachen. Hierzu zählen überflüssige Grausamkeiten. Diese sind zum Beispiel übermäßig grafische oder grausame Inhalte, die mit Tod, Gewalt oder schweren körperlichen Schäden zu tun haben, oder gewalttätige Inhalte, die zu sadistischen Zwecken verbreitet werden. Dazu gehören auch Medien, in denen Tiere gequält oder getötet werden. Bitte beachten Sie, dass Ausnahmen bei religiösen Opfern, der Zubereitung oder Verarbeitung von Lebensmitteln, bei kulturellen Ereignissen und bei Ereignissen mit hohem Nachrichtenwert gemacht werden können. Solche Inhalte werden hinter einer Einblendung platziert, ebenso wie Inhalte, die schwer verletzte oder verstümmelte Tiere zeigen. Weitere Informationen zu unseren Richtlinien für sensible Medien finden Sie hier.
    Darüber hinaus lassen wir keine Inhalte zu, die andere dazu ermutigen, Tiere zu quälen oder zu töten, die zur Vernachlässigung oder Grausamkeit von Tieren ermutigen oder dafür werben oder Tierquälerei in Medien zeigen, die mit Lob oder Verherrlichung der dargestellten Misshandlung einhergehen.“

Statement von Daniel Weimert, Public Policy und Nina Morschhäuser, Head of Public Policy, Government and Philanthropy, Germany

Gemeinschaftsstandards (unverändert)

Twitter wird dafür genutzt, zu zeigen, was gerade in der Welt passiert. Das Teilen von Bildern und Videos ist ein wesentlicher Bestandteil vieler Unterhaltungen. Manchmal können diese Medien sensible Themen darstellen, inklusive gewalttätiger und nicht jugendfreier Inhalte. Wir sind uns bewusst, dass einige Menschen nicht mit sensiblen Inhalten konfrontiert werden möchten. Aus diesem Grund möchten wir zwar jedem die Möglichkeit bieten, diese Art von Medien zu teilen, aber auch jedem die Möglichkeit bieten, sie zu meiden.

Deshalb ist es nicht erlaubt, gewalttätige, Hass schürende oder nicht jugendfreie Inhalte in hochgradig sichtbaren Bereichen auf Twitter zu veröffentlichen, z. B. in Live-Videos, Profil-, Header- oder Listenbanner-Bildern. Wenn du solche Inhalte auf Twitter teilen möchtest, musst du sie in deinen Account-Einstellungen als sensibel markieren. Auf diese Weise wird vor den Bildern und Videos eine Warnmeldung platziert. Nutzer müssen die Warnung erst bestätigen, bevor sie die Medien sehen können. Dank dieser Funktion erhalten Personen, die keine sensiblen Medien sehen möchten, die Möglichkeit, dies zu vermeiden bzw. sich bewusst dafür zu entscheiden, die Inhalte trotzdem zu sehen.

Unter diese Richtlinie fallen außerdem einige Arten sensibler Medieninhalte, die wir grundsätzlich nicht zulassen, da sie das Potenzial haben, Gewalt zu normalisieren und die Betrachter zu verstören.

Wir unterteilen sensible Medieninhalte in folgende Kategorien:

Drastische Gewalt
Als drastische Gewalt gelten Medien, die Tod, Gewalt, medizinische Eingriffe oder schwere Körperverletzungen in anschaulichen Details darstellen. Einige Beispiele sind u. a.:

  • schwer verletzte oder verstümmelte Tiere

Sinnlose Grauenhaftigkeit
Als sinnlose Grauenhaftigkeit betrachten wir alle Medien, die exzessiv drastische oder grausame Darstellungen von Tod, Gewalt oder schwerer Körperverletzung enthalten. Hierzu gehören auch gewalttätige Inhalte, die mit sadistischer Absicht geteilt werden. Einige Beispiele sind u. a.:

  • Folterung oder Tötung von Tieren. Hinweis: Ausnahmen können für Inhalte im Zusammenhang mit religiösen Opfern, der Nahrungsmittelzubereitung oder -verarbeitung und der Jagd gemacht werden sowie zur Dokumentation oder für pädagogische Zwecke.“

Nachzulesen hier: https://help.twitter.com/de/rules-and-policies/media-policy

Problem:

  • Twitter erlaubt es Nutzer*innen nahezu uneingeschränkt, Tierleid-Inhalte in Video- oder Bildformat zu veröffentlichen. Dabei bittet das Netzwerk die Nutzer*innen lediglich, eigenständig einen Warnhinweis über womöglich sensible Inhalte zu setzen. Dass ein*e Nutzer*in gegen Gemeinschaftsstandards verstößt, wird in den meisten Fällen ebenso nur eigenverantwortlich durch andere Nutzer*innen festgestellt und abgemahnt. Erst wenn die Inhalte mehrfach gemeldet wurden, schalten sich Verantwortliche der Netzwerke ein – und verwarnen oder blockieren die oder den Ersteller*in.

Reddit

  • Die hauseigenen Gemeinschaftsstandards von Reddit verbieten Inhalte, die den Missbrauch von Tieren verherrlichen oder fördern. Wir setzen diese Richtlinien seit Jahren auf unserer gesamten Plattform durch, indem wir sowohl automatisierte Tools als auch menschliche Überprüfung verwenden, und werden dies auch weiterhin tun. Darüber hinaus übernehmen unsere Werberichtlinien das Prinzip des Tierschutzes, das Verbot der Werbung für den gewerblichen und privaten Verkauf von lebenden Tieren sowie für nicht autorisierte oder nicht lizenzierte Adoptionsvermittlungen."

Statement von Cameron Njaa, Communications Manager New York

Gemeinschaftsstandards (unverändert)

Reddit fasst die Gemeinschaftsstandards der Plattform in acht Regeln zusammen. Die erste Regel bezieht sich auf Gewalt:

  1. Regel

Denk an den Menschen. Reddit ist ein Ort, um Gemeinschaft und Zugehörigkeit zu schaffen, nicht um marginalisierte oder gefährdete Gruppen anzugreifen. Jeder hat das Recht Reddit ohne Belästigung, Mobbing und Androhung von Gewalt zu nutzen. Communities und Benutzer, die zu Gewalt anstacheln oder Hass aufgrund ihrer Identität oder Verwundbarkeit fördern, werden verboten.

In der Subkategorie „Gewalt“, spezifiziert Reddit sich diesbezüglich:

Veröffentlichen Sie keine Inhalte, die eine Person oder eine Gruppe von Personen ermutigen, verherrlichen, aufstacheln oder zu Gewalt oder körperlichem Schaden aufrufen. Veröffentlichen Sie ebenfalls keine Inhalte, die den Missbrauch von Tieren verherrlichen oder fördern. Wir wissen, dass es manchmal Gründe gibt, gewalttätige Inhalte zu veröffentlichen (z. B. pädagogisch, aktuell, künstlerisch, satirisch, dokumentarisch usw.). Wenn Sie also etwas gewalttätiges veröffentlichen möchten, das nicht gegen diese Bedingungen verstößt, stellen Sie sicher, dass Sie den Kontext angeben dem Betrachter ist also der Grund für die Veröffentlichung klar.

Nachzulesen hier: https://www.redditinc.com/policies/content-policy

Problem: 

  • Zwar erwähnt Reddit Tierleid, jedoch nur, wenn man durch weiteres Recherchieren der Richtlinien auf eine Subkategorie klickt. In dem Hauptteil der Gemeinschaftsstandards findet Tierleid keine Erwähnung und im Zusammenhang mit Gewalt werden die Nutzer*innen dazu aufgerufen explizit „an den Menschen“ zu denken. Des Weiteren geht Reddit auch in dem Teil, in dem Tierleid erwähnt wird, nicht genug ins Detail. Somit bleibt es den Nutzer*innen überlassen, festzulegen, wann es sich um Missbrauch von Tieren handelt – und wann nicht.

    Zudem werden Inhalte, die gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen, oftmals nur nach wiederholtem Melden von besorgten Nutzer*innen gelöscht, in vielen Fällen wird gar nicht reagiert.

LinkedIn

  •  „Dass unsere globale Community sicher, vertrauenswürdig und professionell bleibt, hat für uns höchste Priorität und wir setzen uns täglich dafür ein. Unsere Richtlinien stellen deshalb klar dar, dass wir auf unserer Plattform keine verletzenden oder schockierenden Inhalte zulassen, was die Darstellung von körperlicher Gewalt und Tierquälerei einschließt.

    Statement von Julia Christoph, Senior Communications Manager

Gemeinschaftsstandards (unverändert)

Wir lassen keine Einzelpersonen oder Gruppen zu, die Gewalt, Sachschäden oder organisierte kriminelle Aktivitäten ausüben oder fördern. Sie dürfen unsere Dienste nicht zur Unterstützung solcher Einzelpersonen oder Gruppen nutzen, oder um Inhalte zu veröffentlichen oder unsere Dienste anderweitig zu nutzen, um zu Gewalt anzustiften oder diese zu verherrlichen.

Schädliche Inhalte und schockierendes Material
Wir erlauben keine expliziten oder andere Inhalte, die andere schockieren oder demütigen sollen. Wir dulden keine Aktivitäten zur Anstiftung, Organisierung, Darstellung oder Durchführung krimineller Aktivitäten. Des Weiteren dulden wir keine Inhalte, die zur Herstellung von Waffen, Drogenmissbrauch, Androhung von Gewalt oder Diebstählen anstiften sollen oder diese Sachverhalte darstellen. Inhalte oder Aktivitäten, mithilfe derer zum Suizid oder zu jeglicher Art von Selbstverletzung wie Selbstverstümmelung und Essstörungen aufgerufen wird, sind ebenfalls nicht gestattet. Wenn Sie Anzeichen dafür sehen, dass jemand eine Selbstverletzung in Betracht zieht, melden Sie dies bitte.

Nachzulesen hier: https://www.linkedin.com/help/linkedin/answer/89880?trk=microsites-frontend_legal_user-agreement&lang=de

Problem:

  • LinkedIn benennt relativ deutlich, dass es keine gewaltverherrlichenden Inhalte dulde und bittet Nutzer*innen darum, diese umgehend zu melden. Tierleid spielt dabei aber keine Rolle und so gibt es bei der Meldefunktion keine Kategorie, die entsprechenden Tierleid-Inhalt definieren würde. Stattdessen gibt es „beleidigende“, „pornografische“ oder „Rechte verletzende“ Inhalte, die von den Netzwerken verfolgt würden.

Während die letzten drei dargestellten zwar Tierleid für wichtig erachten, bisher aber keine weitere Veränderung ihrer Gemeinschaftsstandards umgesetzt haben, entgegneten einige andere direkt mit sehr überzeugter Ablehnung:

XING

  • „Nachdem wir intern Rücksprache gehalten haben, sehen wir über unsere AGBs tierwohlverletzende Inhalte ausreichend abgedeckt.“

Statement von Jana Pohnke, Corporate Communications, New Work Young Professionals GmbH

Gemeinschaftsstandards (unverändert)

4.1. c) Es ist dem Nutzer insbesondere Folgendes untersagt: …

Verwendung pornografischer, gewaltverherrlichender, missbräuchlicher, sittenwidriger oder Jugendschutzgesetze verletzende Inhalte oder Bewerbung, Angebot und/oder Vertrieb von pornografischen, gewaltverherrlichenden, missbräuchlichen, sittenwidrigen oder Jugendschutzgesetze verletzende Waren oder Dienstleistungen.“

Nachzulesen hier: https://www.xing.com/terms

Problem:

  • Die Gemeinschaftsstandards sind für alle Themen nur angerissen und insgesamt sehr ungenau formuliert. So verwundert es nicht, dass auch Tierleid keine Rolle spielt. Nutzer*innen können anstößige Inhalte zwar melden, erfahrungsgemäß reagiert XING aber viel zu spät darauf.

Ähnlich können wir auch das fortwährende Schweigen der weiteren von uns seit Monaten kontaktierten Netzwerke deuten – im Folgenden dargestellt. 
Dabei gäben ihre unzureichenden Gemeinschaftsstandards dringend Anlass zum Handeln:

Clubhouse

https://joinclubhouse.notion.site/Community-Guidelines-461a6860abda41649e17c34dc1dd4b5f

Content that’s not OK: Graphic violence

Don’t share media that includes excessive gore, themes of violence, harm to animals, or other forms of extreme violence that may shock or disgust people.

Die englische Version nachzulesen hier: https://www.notion.so/Community-Guidelines-461a6860abda41649e17c34dc1dd4b5f

Problem: 

  • Tierleid wird in den Gemeinschaftsstandards von Clubhouse zwar erwähnt, in Fällen von Verstößen wird aber kaum reagiert. So geriet die Plattform immer wieder in die Kritik, da die Moderator*innen auch bei Meldungen von Rassismus und Sexismus nicht entschieden genug eingeschritten sind. Bei dem Thema Tierleid ist hier keine strengere Reaktion zu erwarten.
Flickr

Lade keine verbotenen oder illegalen Inhalte hoch. Dies bezieht sich unter anderem auf Missbrauch von Drogen, Sodomie und Terrorismus. Wenn wir feststellen, dass jemand diese Regeln nicht beachtet, wird der entsprechende Account gelöscht und wir unternehmen ggf. weitere Maßnahmen, auch polizeiliche Anzeige.

Nachzulesen hier: https://www.flickr.com/help/guidelines

Problem: 

  • Insgesamt bleibt Flickr sehr vage in seinen Gemeinschaftsstandards. Lediglich Sodomie wird explizit genannt, darüber hinaus erfolgen keine weiteren Hinweise zu Tierleid. Als Plattform zur Verbreitung von Bildern und Fotografie sollte – ähnlich wie auch bei Pinterest beanstandend – deutlich detailreicher die Verbreitung von Tierleid-Inhalten definiert und verboten werden.
Pinterest

Pinterest ist kein Ort für antagonistische, explizite, falsche oder irreführende, schädliche, hasserfüllte oder gewaltverherrlichende bzw. gewalttätige Inhalte oder Verhaltensweisen. Wir behalten uns vor, solche Inhalte zu entfernen bzw. ihre Verbreitung einzuschränken und Konten, Einzelpersonen, Gruppen und Domains, die solche Inhalte erstellen oder verbreiten, zu löschen bzw. zu sperren. Wir bestimmen, ob Inhalte eingeschränkt oder entfernt werden sollten, je nachdem, wie viel Schaden sie verursachen.

Pinterest erlaubt keine gewalttätigen Pins, die unentgeltlich oder zur persönlichen Unterhaltung geteilt werden. Wenn du solche Inhalte auf Pinterest entdeckst, melde sie uns.

Nachzulesen hier: https://policy.pinterest.com/de/community-guidelines

Problem:

  • Das Netzwerk fokussiert sich wie Flickr auf die Darstellung einzelner Bilder in Kategorien. Dabei könnte es je nach Thema sehr spezielle Anforderungen in den Gemeinschaftsstandards stellen – zumal Tiere eines der beliebtesten Themen ist. Doch Tierleid bleibt in den sogenannten Nutzungsbedingungen unerwähnt und somit nicht verboten. Den Nutzer*innen wird sehr viel Eigenverantwortung auferlegt. So werden diese angeleitet, Ersteller*innen von Inhalten, die nicht gefallen, zu entfolgen oder diese zu blockieren. Diese Schritte aber ändern nichts am Vorhandensein des dargestellten Tierleid-Inhalts.
Telegram

Alle Telegram- und Gruppen-Chats sind die Privatsache der jeweiligen Nutzer und wir nehmen keine Anfragen dazu an, diese zu bearbeiten.

Sticker-Pakete, Kanäle und Bots sind jedoch öffentlich zugänglich. Wenn du also Sticker Pakete oder Bots findest, die du als illegal betrachtest, schreib uns bitte per E-Mail.

Zum Beispiel können wir Sticker, die Rechte an geistigem Eigentum verletzen oder Porno-Bots offline nehmen. Das bedeutet nicht, dass dies im Zusammenhang mit den lokalen Beschränkungen der Redefreiheit geschieht. Wenn zum Beispiel Kritik an der Regierung in irgendeinem Land verboten ist, ist Telegram keinesfalls ein Teil solcher politisch motivierten Zensur. Dies verstößt gegen die Grundsätze unserer Gründer. Terroristische (z.B. ISIS-bezogene) Bots und Kanäle werden von uns blockiert, jedoch werden wir keinesfalls Nutzer daran hindern, auf friedliche Weise alternative Meinungen zum Ausdruck zu bringen.

(…)

Terms of Service

Wenn Sie sich für Telegram registrieren, akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen und erklären sich damit einverstanden, Folgendes nicht zu tun:

  • Das Nutzen unseres Services, um Spam- oder Betrugsbenutzer zu senden.
  • Die Förderung von Gewalt auf öffentlich sichtbaren Telegrammkanälen, Bots usw.
  • Das Veröffentlichen von illegalen pornografischen Inhalten auf öffentlich zugänglichen Telegrammkanälen, Bots usw.

Nachzulesen hier: https://telegram.org/faq#f-was-ist-telegram-was-kann-man-hier-machen und hier: https://telegram.org/tos

Problem:

  • Telegram ist zwar – verglichen mit anderen sozialen Netzwerken – aus Datenschutzsicht ein sicherer Raum für den Austausch. Doch das hat auch eine Schattenseite: Die Nutzer*innen fühlen sich in dem Messaging-Dienst anonymer und hat sich zuletzt zu einer Plattform für viele Rechtsradikale entwickelt. Mit den nur vagen formulierten Richtlinien und keinerlei expliziten Erwähnung von Tierleid besteht zudem auch bei Telegram das Problem, dass Nutzer*innen diese Inhalte ungehindert teilen können. Telegram betont unterdessen, dass es ganz bewusst nicht gegen Inhalte in privaten Chats und Gruppen unter 200.000 Teilnehmer*innen vorgehen wolle. Die vorhandene Meldefunktion scheint somit unnötig.
Tumblr

Dafür ist Tumblr nicht gemacht für: Gewalttätige Inhalte und Bedrohungen, Blut und Verstümmelung.

Poste keine Inhalte, die Gewaltandrohungen gegen Einzelpersonen oder Gruppen beinhalten - dazu gehört auch die Androhung von Diebstahl, Sachbeschädigung oder finanzielle Schädigung. Poste keine gewalttätigen oder blutigen Inhalte, nur um zu schockieren. Präsentiere keine Verstümmelungen oder Misshandlungen von Menschen und Tieren (auch keine Sodomie) oder ihren Leichen.

Poste keine Inhalte, die Gewalt schüren oder Gewalttaten oder Gewalttäter glorifizieren.

Blut, Verstümmelungen und Sodomie: Poste keine blutigen Inhalte, nur um der Schockwirkung willen. Präsentiere keine Verstümmelungen oder Misshandlungen von Menschen und Tieren oder ihren Leichen.

Nachzulesen hier: https://www.tumblr.com/policy/de/community

Problem:

  • Auch Tumblr nennt sehr explizit Tierleid und geht dabei vergleichsweise stark ins Detail. Gleichzeitig bleiben Inhalte, die schwerstes Tierleid zeigen unserer Recherche nach zu lange online. 
Twitch

Während der Verwendung unserer Services müssen alle geltenden Gesetze auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene eingehalten werden. Sämtliche Inhalte oder Aktivitäten, die illegale Handlungen umfassen, fördern oder anbieten oder zu diesen auffordern, sind untersagt.

Gewalt und Bedrohungen: Gewalttaten sowie Gewaltandrohungen werden ernst genommen und als nicht tolerierbare Verstöße betrachtet. Sämtliche Konten, die in Verbindung mit solchen Aktivitäten gebracht werden, werden umgehend dauerhaft gesperrt. Dazu gehören unter anderem die folgenden Verhaltensweisen, (wie z.B.) der Versuch oder Androhung, andere körperlich zu verletzen oder zu töten. 
Hasserfülltes Verhalten und BelästigungJegliches hasserfülltes Verhalten wird als nicht tolerierbarer Verstoß betrachtet. Sämtliche Konten, die in Verbindung mit derartigem Verhalten gebracht werden, werden mit verschiedenen Maßnahmen gehandhabt, bis hin zur dauerhaften Sperrung.
Extreme Gewalt, Splatter oder anderes anstößiges VerhaltenInhalte, die sich vornehmlich auf das extreme und grundlose Vergießen von Blut sowie auf Gewalt konzentrieren, sind untersagt.
In welchem Umfang bin ich für meine Community verantwortlich?
Creators sind Vorbilder und Leiter der Community, die sie erstellen oder pflegen. Creators sollten die Konsequenzen ihrer Äußerungen und der Handlungen ihrer Zuschauer bedenken; wir bitten dich darum, dich aufrichtig zu bemühen, jegliche Versuche von Community-Mitgliedern, andere zu belästigen, zu unterdrücken.

Nachzulesen hier: https://www.twitch.tv/p/de-de/legal/community-guidelines/

Problem:

  • Twitch.tv verweist in seinen Gemeinschaftsstandards explizit darauf, dass „alle gelten Gesetze eingehalten werden müssen“. Darunter fällt auch das Tierschutzgesetz, das folgend aber nicht noch einmal im Detail genannt wird. Auch wird die Gewalt gegen Tiere oder die Darstellung von Tierquälerei nicht als verboten deklariert. Weiter wird aber insbesondere an die so genannten „Creator“, also die Inhalte-Ersteller*innen appelliert, sich an geltende Gesetze zu halten.  Eine Meldefunktion wird angeboten – inwiefern die Prüfung der eingehenden Meldungen erfolgt, ist uns bis dato nicht bekannt.
Vimeo

Sie dürfen keine Inhalte einreichen, die: Tierquälerei oder extreme Gewalt gegen Tiere zeigen;

Bestimmte Inhaltstypen darfst du nicht hochladen: Keine Videos, die gewalttätige Handlungen, extreme oder reale Gewalt, Selbstverletzungen oder Tierquälerei zeigen oder verherrlichen. https://vimeo.com/help/guidelines In der Regel entfernen Vimeo-Moderatoren Videos, die zeigen, dass Tiere gefoltert oder getötet werden oder schockierende, ekelhafte oder grausame Bilder zeigen.

Das heißt (aber auch), dass Vimeo versteht, dass es Videos geben kann, die sich kritisch und nachdenklich mit diesen Themen auseinandersetzen. Videos, die über reale Situationen berichten, enthalten manchmal notwendigerweise einige grafische oder gewalttätige Szenen. Kontext ist wichtig, und dokumentarische oder journalistische Videos haben einen größeren Spielraum, wenn es darum geht, Gewalt oder die Folgen von Gewalt darzustellen. Um zu vermeiden, entfernt zu werden, sind Videos mit diesen Elementen möglicherweise nicht sensationell, ausbeuterisch oder unentgeltlich. Sie müssen auch mit einer "Reife"-Inhaltsbewertung gekennzeichnet sein.

Nachzulesen hier: https://vimeo.com/terms

Problem:

  • Vimeo nennt sehr explizit Tierleid und Tierquälerei als verbotene Inhalte. Inwiefern die Einhaltung der Gemeinschaftsstandards von Seiten des Netzwerkes aber sichergestellt werden, ist unklar. Zudem sind Nutzer*innen angehalten, Videos durch ihre Bewertungen zu klassifizieren. So könnten Tierleid-Inhalte zwar relativ schnell entlarvt werden, wie lange das Netzwerk dann aber braucht, um (und auch in welchem Maße) zu reagieren, ist unklar. 
Whatsapp

Der Instant-Messaging-Dienst Whatsapp ist seit 2014 Teil der Facebook Inc. und weniger ein soziales Netzwerk im ursprünglichen Sinne. Nutzer*innen können Textnachrichten, Bild-, Video- und Ton-Dateien sowie StandortinformationenDokumente und Kontaktdaten zwischen zwei Personen oder in Gruppen austauschen. Der Kontakt wird über die Mobilfunknummer der Nutzer*innen hergestellt.

Rechtmäßige und zulässige Nutzung: Du darfst auf unsere Dienste nur für rechtmäßige, berechtigte und zulässige Zwecke zugreifen bzw. sie für solche nutzen. Du wirst unsere Dienste nicht auf eine Art und Weise nutzen (bzw. anderen bei der Nutzung helfen), die:
(a) die Rechte von WhatsApp, unseren Nutzern oder anderen (einschließlich Datenschutz- und Veröffentlichungsrechte, Rechte am geistigen Eigentum bzw. sonstige Eigentumsrechte) verletzt, widerrechtlich verwendet oder gegen sie verstößt;
(b) rechtswidrig, obszön, beleidigend, bedrohend, einschüchternd, belästigend, hasserfüllt, rassistisch oder ethnisch anstößig ist, oder zu einer Verhaltensweise anstiftet oder ermuntert, die illegal oder auf sonstige Weise unangemessen wäre, einschließlich der Verherrlichung von Gewaltverbrechen;
(c) das Veröffentlichen von Unwahrheiten, Falschdarstellungen oder irreführenden Aussagen beinhaltet;
(d) jemanden nachahmt;
(e) das Versenden illegaler oder unzulässiger Mitteilungen wie Massennachrichten, Auto-Messaging, Auto-Dialing und dergleichen umfasst; oder
(f) eine nicht-private Nutzung unserer Dienste beinhaltet, es sei denn, dies wurde von uns genehmigt.“

Nachzulesen hier: https://www.whatsapp.com/legal/#terms-of-service

Problem

  • Es gibt keine klaren Gemeinschaftsstandards, denen Nutzer*innen zustimmen müssen, sondern stattdessen nur Nutzungsrichtlinien, die aber kaum auf Details eingehen. Entsprechend findet – so gibt auch die Datenschutzbestimmung Auskunft – auch keine Prüfung der Inhalte statt. Nutzer*innen sind nur selbst in der Lage, andere Nutzer*innen zu blockieren. Gegen die verbreitenden Inhalte wird (mit Ausnahme Urheberrechtsverletzungen, die explizit dem Netzwerk zu melden sind) nicht vorgegangen.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Reaktionen der Netzwerk-Vertreter*innen und die ersten Änderungen im Sinne unserer Forderung sind Meilensteine und schüren Hoffnung – doch darauf ruhen wir uns nicht aus: Denn selbst wenn Tierleid mittlerweile bei einigen Netzwerken stärker Berücksichtigung in den Gemeinschaftsstandards findet, wird bei Verstößen dagegen noch viel zu selten sichergestellt, dass der Inhalt auch unmittelbar entfernt wird. Echte Veränderungen stehen noch aus!

Deshalb appellieren wir von der Welttierschutzgesellschaft die sozialen Netzwerke weiterhin mit Nachdruck: Stoppen Sie das Tierleid!

Es ist zwingend notwendig, dass die sozialen Netzwerke konsequent prüfen, ob das dargestellte Tierleid dokumentarische oder informative Zwecke im Sinne der Aufklärung über Missstände (so von Organisationen und Medien genutzt) erfüllt. Ist der entsprechende Kontext nicht gegeben, müssen die Inhalte unwiderruflich gelöscht werden.

Wir fordern, 

  • dass die Netzwerke ihre Gemeinschaftsstandards umfassend um die Thematik Tierleid ergänzen, zu deren Einhaltung sich Nutzer*innen mit ihrer Registrierung und Profilerstellung verpflichten müssen, und
  • die Einhaltung auch konsequent überprüft wird. Bei Verstößen müssen sie sicherstellen, dass keine weitere Verbreitung des Inhaltes – durch andere und die oder den Ersteller*in – möglich ist.

Jetzt unterschreiben!

Stärken Sie unsere Forderungen mit Ihrer Stimme und setzen Sie sich mit uns so für ein Stopp von Tierleid-Inhalten ein!

Jetzt unterschreiben!

Seien Sie versichert, liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde: Wir werden nicht lockerlassen, damit von Seiten der Netzwerke auf Worte auch Taten folgen. Neben dem unermüdlichen Bemühen um Handeln von Seiten der Netzwerk-Vertreter*innen, pochen wir gleichzeitig auch politisch auf Veränderungen und sind bereits im Austausch mit Mitgliedern des Bundestages. Denn dann wären die Netzwerke rechtlich gezwungen, dem Tierleid endlich Einhalt zu bieten!

Bitte helfen Sie uns dabei – mit Ihrem Engagement für unser gemeinsames Anliegen!

Stoppen Sie das Tierleid!

Helfen Sie mit Ihrer Spende, das Tierleid in sozialen Netzwerken zu stoppen. Sie schenken der Kampagnenarbeit so immense Kraft.

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FAQ – weitere Informationen zu den Gemeinschaftsstandards

Wie wird die Einhaltung dieser Gemeinschaftsstandards überprüft?

So unterschiedlich die Gemeinschaftsstandards, so unterschiedlich auch die Sicherstellung, dass diese eingehalten werden. Darüber finden sich teilweise auch Informationen in den Gemeinschaftsstandards der Netzwerke (siehe vorherige Antwort). So berichten einige wenige Netzwerke, dass sie weltweit Teams mit unterschiedlichen Länder- oder Sprachfoki einsetzen, die rund um die Uhr Inhalte auf Einhaltung der Gemeinschaftsstandards prüfen (siehe https://www.facebook.com/notes/facebook-app/was-passiert-nach-anklicken-von-melden/452825074730336/). Andere Netzwerke äußern sich gar nicht über ihre internen Abläufe. Meist ist Nutzer*innen hier aber bekannt, dass sie kaum oder gar nicht reagieren oder erst auf aktives Zutun der Nutzer*innen handeln. Das heißt, dass sie nicht eigeninitiativ die Einhaltung überprüfen, sondern nur reagieren, wenn Nutzer*innen sie auf den vermeintlich verstoßenden Inhalt Aufmerksamkeit machen – siehe YouTube, Twitter und TikTok. Wieder andere setzen mittlerweile Technologien wie künstliche Intelligenz bei der Erkennung von anstößigen Inhalten ein. Erkennt die Technologie beispielsweise rohe Gewalt oder zu viel Nacktheit, wird der Inhalt automatisch deaktiviert. Die oder der Ersteller*in erhält dann eine Mitteilung und kann Einspruch einlegen. Erst in Reaktion auf den Einspruch wird ein*e Mitarbeiter*in des Netzwerkes in den Fall eingebunden.

Was passiert bei Verstößen gegen die Gemeinschaftsstandards?

Auch Verstöße werden von den verschiedenen Netzwerken sehr unterschiedlich geahndet. Einige sprechen bei einem ersten Verstoß eine Verwarnung aus und schränken bei erneuter Missachtung die Rechte der oder des Nutzers*in ein – zum Beispiel, in dem ihr oder ihm das Veröffentlichen für eine bestimmte Zeit verboten wird. Andere Netzwerke reagieren mit der Löschung des Beitrags, wieder andere mit kompletter Sperre des Nutzer*innen-Profils.

In besonders schweren Fällen (zum Beispiel dargestellten Suizidversuchen, Terrorismustaten oder Pornografie) leiten die Moderator*innen einiger Netzwerke Schritte ein, leiten die Inhalte also an staatliche Behörden weiter oder nehmen Kontakt zur*zum Ersteller*in auf (siehe am Beispiel Facebook: https://netzpolitik.org/2019/exklusiver-einblick-so-funktionieren-facebooks-moderationszentren/#vorschaltbanner).

Darüber hinaus wird allen Nutzer*innen in allen Netzwerken ermöglicht, Personen, Gruppen oder Seiten zu blockieren und somit sicherzustellen, dass ihr oder ihm deren Inhalte nicht mehr angezeigt werden.

#StopptTierleid: Melden Sie Inhalte!

Sie können uns etwaige Tierleid-Beiträge oder Ihre Fragen an stoppttierleid@welttierschutz.org senden. Teilen Sie uns beim Melden von Inhalten bitte (gern mit Screenshots belegt) auch mit, ob Sie den Inhalt bereits an die Netzwerke gemeldet haben und ob es eine Reaktion gab.

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