Sri Lanka

Urlaubsparadies mit Tierschutzproblem

Der Inselstaat Sri Lanka ist in vieler Hinsicht auf dem Vormarsch: Seit dem Ende des Bürgerkrieges stärken wachsende Exporte die Wirtschaft und den Lebensstandard der 21 Millionen Sri Lanker. Obwohl die Menschen ein gutes Verhältnis zu ihren Tieren haben, leiden zahlreiche Haus- und Nutztiere unnötig, weil es im Land keine ausreichende tiermedizinische Versorgung gibt. Eine Ausbildung zum Tierarzthelfer gibt es nicht und auch an qualifizierten Tierärzten mangelt es. TIERÄRZTE WELTWEIT führte auf dem Inselstaat erfolgreich zwei Einsätze durch.

Sri Lanka
Hauptstadt Colombo
65.610 km² km² Fläche
Ca. 21,8 Millionen Einwohner
Amtssprache: Sinhala und Tamil (Nationalsprache)
Rang 100 von 175 auf der Armutsrankingliste
Ca. 40 Millionen Straßenhunde
Unausreichend universitäte Ausbildung für Tierärzte und Tierarzthelfer

In Sri Lanka ist der buddhistische Glaube verbreitet. Er besagt zum Beispiel: „Du sollst eine Krähe, einen Priester und einen Hund füttern, um gesegnet zu werden“. Das Verhältnis der Menschen zu den Tieren ist in Folge dessen gut. Ein Großteil der Bevölkerung außerhalb der Hauptstadt Colombo lebt heute von der Landwirtschaft. Die Tierhaltung dort nimmt immer mehr zu. So sind aktuell mehr als eine Million Rinder, 17 Millionen Hühner, fast 500.000 Ziegen und Wasserbüffel in der Nutzung unverzichtbar – Tendenz steigend. Auch die Anzahl der Straßenhunde ist hoch. Sie wird auf 40 Millionen geschätzt. Trotz der größtenteils liebevollen Versorgung durch Sri Lanker, leiden viele dieser Tiere und sterben durch Krankheiten, im Straßenverkehr oder durch Wasser- und Futtermangel.

Tiermedizinisches Personal ist Mangelware

Die einzige Universität im Land, die ein Studium zum Veterinär anbietet, befindet sich etwa eine Stunde von Colombo entfernt. Zwar ist die Ausbildung der angehenden Tierärzte in einigen Bereichen, wie beispielsweise der Durchführung von OPs, gut, doch andere Bereiche, wie die Organisation von hygienischen Abläufen, werden dagegen kaum gelehrt. Hinzu kommt, dass es in ganz Sri Lanka keine Ausbildung für Tierarzthelfer gibt. Meist wird diese Tätigkeit durch ungelernte Kräften ausgeführt, denen grundlegendes Wissen und Kompetenzen fehlen.

Um die Versorgung der Tiere durch kompetentes Personal sicherzustellen, und so die Situation der zahlreichen Haus- und Nutztiere in Sri Lanka nachhaltig zu verbessern, waren wir mit TIERÄRZTE WELTWEIT vor Ort.