TIERÄRZTE WELTWEIT in Rumänien

Ein erster Schritt zu weniger Streunerleid

Das Bild herumstreunender Hunde und Katzen ist Alltag in Rumänien und sorgt seit einigen Jahren auch außerhalb des Landes für große Aufmerksamkeit. Staatlich organisierte Kastrationsaktionen beginnen erst seit kurzem und sehr vereinzelt. Hinzu kommt die Herausforderung, dass viele Tierärzte nicht fachgerecht kastrieren können. Aufgrund des starken Theoriefokus im rumänischen Tiermedizinstudium sowie der überwiegenden Spezialisierung auf Nutztiere nach Abschluss des Studiums mangelt es an praktischem Kastrationswissen als auch Erfahrungen. Im Rahmen des Programms TIERÄRZTE WELTWEIT wird in der Region Harghita nun der Grundstein zur Besserung der Situation gelegt.

Hintergrund: Rumänien, Europa

Hauptstadt: Bukarest
Fläche: 238.391 km²
Einwohner: 19,8 Millionen
Amtssprache: Rumänisch
Unzählige Streunerhunde und -katzen und fehlende großangelegte Maßnahmen zur Populationskontrolle

Im Video: Der Einsatz in Rumänien

Unzählige Streuner – Fehlendes tiermedizinisches Wissen

Im rumänischen Harghita, einem Kreis in der Region Siebenbürgen, leben 350.000 Einwohner - zusammen mit schätzungsweise 30.000 Hunden, 90 Prozent davon besitzerlos und in zum Teil erschreckenden gesundheitlichen Zuständen. Eine Populationskontrolle durch großangelegte Kastrationsaktionen findet nicht statt, sodass sich die Tiere ungehindert fortpflanzen können und damit auch Krankheiten schnelle Verbreitungswege finden. Die 100 vor Ort praktizierenden Tierärzte versorgen vorrangig die dort lebenden Nutztiere wie Rinder, Schweine und Pferde.

Von der Theorievermittlung zur kompletten Operation

Zusammen mit Starromania, einer Schweizer Tierschutzorganisation, die sich schon seit mehreren Jahren vor Ort für die Streuner engagiert, wurde im Rahmen von TIERÄRZTE WELTWEIT nun der erste Kastrationsworkshop durchgeführt. Wendy Phillips, tierärztliche Leiterin des Programms TIERÄRZTE WELTWEIT, vermittelte mit Unterstützung der zwei ehrenamtlichen Tierärztinnen Birgit Schnabel und Tina Lang, alle Handgriffe einer Kastration an insgesamt 36 Teilnehmer - Tierärzte aber auch Studenten im letzten Semester. 

An den drei Tagen wurden zunächst die theoretischen Kenntnisse zur korrekten OP-Vorbereitung und Nachsorge sowie der Kastrationsoperation selbst vermittelt. Während der zwei folgenden Praxistage wurden die einzelnen Schritte einer Kastration geübt, um im Anschluss komplette Operationen unter Aufsicht der drei Tierärztinnen durchzuführen. Zusätzliche operationsvorbereitende Übungen wie Katheter schieben, Anziehen steriler Handschuhe sowie Nähübungen an Lappen rundeten die Praxisvermittlung ab.

Der Workshop war der erste Schritt zu verringertem Tierleid auf Rumäniens Straßen. Wir werden nun gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort Folgeworkshops planen, um die praktischen Fähigkeiten der Teilnehmer zu festigen und weitere Tierärzte zu schulen.

Ihre Ansprechpartnerin für Fragen:

Karin Siegmund
Geschäftsführerin der Welttierschutzstiftung

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: ks@welttierschutz.org