Abgeschlossen: Zerstörerischer Regen in Tansania

Soforthilfe für die leidgeplagten Tiere

© Tanzania Animals Protection Organization (TAPO)

Tansania erlebte zwei große Naturkatastrophen in kürzester Zeit: Nach einer extrem langanhaltenden Dürrephase kam der Regen im Überfluss. Die staubtrockenen Böden konnten die unverhältnismäßig hohen Wassermassen nicht aufnehmen und so kam es in einigen Regionen Tansanias zu Überschwemmungen und Fluten. Wir gingen unmittelbar mit einer Soforthilfe in den Einsatz.

Tansania

Über ein Jahr lang hatte die unglaublich intensive und langanhaltende Dürre an den Kräften der Menschen und Tiere gezerrt. Der Wasser- und Nahrungsmangel schwächte sie. Dann blieb den Ärmsten der Armen – den Landwirten und ihren Tieren – keine Zeit, sich zu erholen. Über Wochen fielen immense Regenmassen oftmals pausenlos auf das Land ein. Die staubtrockenen Böden nahmen kein Wasser auf, ganze Dörfer, Ackerflächen und Weiden überfluteten.

Über ein Jahr ohne Regen – und jetzt die Flut

Ackerflächen und der kostbare Nährboden für die nächste Ernte standen teilweise komplett unter Wasser: Tansania befand sich im Ausnahmezustand. Besonders schlimm war die Situation in den Küstenregionen. Hier waren ganze Dörfer überschwemmt, Häuser versackt – und Menschen sind in der Flut zu Tode gekommen. Zwar wurden Notunterkünfte für die Menschen geschaffen, doch die Tiere blieben ihrem Schicksal überlassen.

© Tanzania Animals Protection Organization (TAPO)

Zahlreiche Nutztiere wie Rinder, Esel sowie Ziegen und Schafe, die das Fundament der Landwirtschaft bilden und somit existenziell für die Menschen in Tansania sind, wurden teilweise in Ställen eingeschlossen. Freilebende Tiere fanden kaum noch Futter auf den überfluteten Weiden. Die durch die Dürre noch geschwächten Tiere waren dadurch mehr als zuvor dem Risiko von Infektionen und Krankheiten ausgesetzt.

Rückblick: Dürre in Tansania
Die absolute Trockenzeit in Tansania dauert in der Regel von Juni bis August und es ist üblich, dass in dieser Zeit kein Regen fällt. Doch die Situation war zuletzt extrem: Über ein Jahr fiel unterdurchschnittlich wenig Regen, sodass es kaum noch Weideflächen gab, auf denen die vielen Nutztiere grasen konnten. Mit drei Partnerorganisationen leisteten wir über mehrere Monate eine allumfassende Soforthilfe – wir versorgten die Tiere in 15 Gemeinden und auf den Viehmärkten und unterrichteten Landwirte und Tierhalter über Präventionsmaßnahmen. Den gesamten Rückblick finden Sie hier: https://welttierschutz.org/duerrehilfe-abgeschlossen/

Es sind schwere Zeiten für Mensch und Tier in Tansania

Doch wir halfen.

Gemeinsam mit unseren Partnern der Tanzania Animal Welfare Society (TAWESO), die sich vornehmlich rund um Dar es Salaam auf Tiermärkte und die Küstenregionen des Landes fokussieren sowie mit der Tanzania Animals Protection Organization (TAPO), der einzigen Tierschutzorganisation in der ländlichen Shinyanga Region im Westen Tansanias stellten wir von April bis Juni 2018 eine Soforthilfe bereit.

Allein in der Küstenregion rund um die Stadt Dar es Salaam wurden 28.100 Kilogramm Futterkonzentrat und Mineralien verteilt. Hier hatte der Starkregen die Felder überflutet und Ernten gänzlich zerstört. Die Tiere, noch von der zurückliegenden Dürre geschwächt, fanden kein Futter und litten extrem unter Hunger. Wir konnten im Rahmen von 39 Einsatztagen insgesamt 6867 Tiere wie Esel, Rinder und Schafe mit dringend notwendigem Futter sowie Vitaminen versorgen, die die Abwehrkräfte der Tiere stärken und Krankheiten vorbeugen. Besonders geschwächte und kranke Tiere wurden darüber hinaus tiermedizinisch behandelt.

© Tanzania Animals Protection Organization (TAPO)

 

In der ländlichen Shinyanga Region im Westen Tansanias, wo die TAPO ihren Sitz hat, konnten wir gemeinsam von Ende März bis Anfang Juni mehr als 1.500 Tieren in 10 Gemeinden helfen. Diese waren am stärksten von den Folgen des extremen Wetters betroffen. Da die Weideflächen komplett überschwemmt waren, wurde vor allem Futter verteilt und die Tiere mit Mineralien und Vitaminen versorgt, um das Immunsystem der Tiere wieder zu stärken.

Unsere Soforthilfe wurde dank unserer treuen Unterstützerinnen und Unterstützer, auf die wir in dieser großen Not zählen konnten, ein Erfolg – herzlichen Dank.

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Daniela Schrudde
Fachlich-inhaltliche Leitung

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: ds@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin