Abgeschlossen: WTG-Nothilfefonds: Rettung einer Bärin aus dem Zoo Galati

Rettung der Bärin aus dem Zoo Galati
© Asociatia Milioane de Prieteni

34 Lebensjahre, über 12.000 Tage auf kaltem Beton: Bärin Tanya verbrachte ihr gesamtes Leben in einem viel zu kleinen, nicht bärengerechten Gehege im Zoo von Galati. Nachdem wir die Erlaubnis zur Rettung erhielten, eilten wir ihr 300 Kilometer weit zu Hilfe, um sie in das Schutzzentrum unserer Partnerorganisation Asociatia Milioane de Prieteni (AMP) bei Zarnesti zu überführen. Dort kann die alte Bärendame ihren wohlverdienten Lebensabend in einem bärengerechten Gehege verbringen.

Hintergrund: Bärenschutz in Rumänien

Zahlreiche Braunbären in Rumänien führten mitunter jahrzehntelang ein trostloses Dasein in illegalen oder schlechten Haltungen. Im Schutzzentrum unserer rumänischen Partnerorganisation Asociatia Milioane de Preteni (AMP) finden diese Bären zwischen Eichenbäumen und Hügeln endlich ein bärengerechtes Zuhause.

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34 Jahre lang spielte sich das Leben von Bärin „Oldie“, wie sie von den Zoomitarbeiter*innen damals noch genannt wurde, auf hartem Betonboden ab. Weder kannte sie das Gefühl von Gras unter ihren Tatzen, noch hatte sie jemals einen Baum erklimmen können. Lediglich ein kleiner, dazu stark verdreckter Pool, erlaubte ihr, ein Bär zu sein. Zwar bietet der Zoo von Galati den Bären neben diesem kleinen, betonierten Bereich auch ein weitläufigeres Bärengehege, doch die anderen Bären dort duldeten die Bärendame nicht. So verblieb sie über 34 Lebensjahre einsam und resigniert in Einzelhaltung.

Achtsame Zoobesucher*innen, die die Bärin in ihrer wenig tiergerechten Unterbringung beobachteten und um ihr Wohl besorgt waren, starteten die Initiative und wandten sich hilferufend an unsere Partner. Diese nahmen unmittelbar Kontakt zum Zoodirektor auf und konnten – nach mühseliger Überzeugungsarbeit – schließlich erwirken, dass die Bärin aus ihrer trostlosen Lage befreit und in das Schutzzentrum umgesiedelt werden konnte. Direkt sagten wir unsere Hilfe bei der Finanzierung zu: Denn auch für schnelle Rettungen wie diese wurde der WTG-Nothilfefonds ins Leben gerufen.

Rettung der Bärin aus dem Zoo Galati
© Asociatia Milioane de Prieteni

Ein herausforderndes Unterfangen

Die Umsiedlung eines Bären ist kein leichtes Unterfangen – insbesondere in diesem Fall, in dem die Aufregung für die Bärin aufgrund ihres hohen Alters bereits ein Risikofaktor darstellte. Gemeinsam mit unseren Partnern waren wir aber absolut überzeugt: Um der Bärin einen bärengerechten Lebensabend zu ermöglichen, wollten wir die Herausforderung annehmen und alles Notwendige tun, damit die Umsiedlung und Ankunft im neuen Zuhause möglichst stressfrei vonstattengehen kann.

Jeder Schritt musste also genau koordiniert und tiermedizinisch überwacht werden. Um den Stress für das Tier möglichst gering zu halten, wurden zunächst Beruhigungsmittel verabreicht, deren Wirkung genauestens kontrolliert wurde. Während der Verladung in den Transportkäfig und über die gesamte Strecke von 300 Kilometern vom Zoo bis ins Schutzzentrum überwachte ein Tierarzt die Vitalwerte der Bärin.

Mit Erfolg!

„Oldie“, die dann in Tanya umbenannt wurde, ist wohlbehalten im Schutzzentrum eingetroffen und konnte sich langsam – erst einmal einzeln in einem Quarantänegehege untergebracht – an ihr neues Zuhause gewöhnen.

Rettung der Bärin aus dem Zoo Galati
© Asociatia Milioane de Prieteni

Trotz gesundheitlicher Probleme: Tanya genießt ihr neues Leben

Tanya hatte es nie leicht – ihre Gesundheit hat nicht zuletzt durch die vielen Jahre ihrer Unterbringung auf Betonboden stark gelitten. Die Folgen: Fortgeschrittene Arthrose in beiden Hinterbeinen, die beim Laufen starke Schmerzen verursachen. Zudem sind ihre Krallen durch den harten Untergrund im Zoo komplett abgenutzt – was der Bärin das Laufen zusätzlich erschwert. Darüber hinaus leidet sie unter einer Sehbeeinträchtigung aufgrund eines ausgeprägten Katarakts (grauer Star) auf beiden Augen, der ihre Orientierung beeinträchtigt.

Dennoch: Trotz ihrer gesundheitlichen Probleme lässt sie sich nicht davon abhalten, nach ihrem Auszug aus dem Quarantänegehege jetzt von ihrem neuen Gehege aus das Leben zu genießen. Ausgiebig spaziert sie über die Wiesen und suhlt sich im Gras. Es erfüllt uns alle mit großer Freude ansehen zu können, wie Tanya auf ihre alten Tage endlich erfahren darf, was es heißt bärengerecht zu leben.

Tanya hat den Weg in ihr neues Leben Spenderinnen und Spendern wie Ihnen zu verdanken.  Danke, dass Sie mit Ihrer Unterstützung für den WTG-Nothilfefonds Tierleben retten!

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