WTG-Nothilfefonds: Für Pferde und Kamele im Pandemie geplagten Indien

Während das Coronavirus wütet, wächst das Leid der Tiere

© Action for the Protection of Wild Animals

Tagein tagaus leisten die Pferde und Kamele in den Städten des indischen Küstenstaats Odisha treu ihren Dienst – als Last- und Transporthelfer oder zur Unterhaltung an den bei Tourist*innen beliebten Badestränden. Doch mit der Corona-Pandemie brach der Tourismus in Indien vollständig ein und der Nutzen der Tiere verfiel. Ohne Verwendung und angesichts eigener großer Nöte, sahen sich viele Halter*innen gezwungen, ihre Tiere sich selbst zu überlassen. Wir leisten mit dem WTG-Nothilfefonds lebenswichtige Zusatzhilfe!

Hintergrund: Nutztiere in Indien

Odisha ist ein wohl bekanntes Einsatzgebiet der Welttierschutzgesellschaft. Gemeinsam mit unseren Partnern der Action for Protection of Wild Animals (APOWA) sind wir mit einem umfassenden Projekt zur Stärkung des Tierwohls in den abgelegenen Dörfern aktiv. Darüber hinaus leisten wir anlässlich zunehmender Wetterextreme, wie zuletzt dem verheerenden Zyklon Amphan, Hilfen in größter Not.

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Die Corona-Pandemie hält die Welt in Atem und erreicht in den ärmsten Ländern der Welt momentan eine neue Dimension: Indien gilt mit mehr als einer Millionen Infizierten (Stand 20.07.2020) als das am drittstärksten betroffene Land der Welt – und die Zahl der Neuinfektionen nimmt in besorgniserregendem Tempo weiter zu. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf und trifft auch die zahllosen Tiere unmittelbar: Mit jedem Tag wächst ihr Leid.

Während die Tierhalter*innen in den dörflichen Regionen Odishas trotz und gerade in Folge der Corona-Pandemie auf die treue Hilfe ihrer Tiere angewiesen sind, zeigt sich in den größeren Städten des Küstenstaates ein anderes Bild: Hier herrscht Totenstille – im erschreckend wahrsten Sinne des Wortes. Weder Einheimische noch Tourist*innen sind in den einst pulsierenden Stadtzentren zu finden. Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus und die zur Eindämmung des Virus verhängten Beschränkungen haben den Tourismus gänzlich lahmgelegt und somit viele Menschen, die normalerweise ihre Einnahmequelle durch Kutschfahrten mit Pferden oder zur Unterhaltung und für Touren „mietbare“ Kamele generieren, in große Nöte gebracht. Hinzu kommt, dass in Folge der Restriktionen auch die Preise für Futtermittel und eine tiermedizinische Versorgung immens angestiegen sind – vielerorts sind diese gar nicht mehr zu erhalten. Die meisten Einheimischen haben aus Sorge um ihr eigenes Überleben die Städte verlassen und sind zu ihren Familien auf die Dörfer geflohen.

© Action for the Protection of Wild Animals

Doch ihre Tiere mussten sie zurücklassen.

Orientierungslos und sichtlich unterernährt streunen die Pferde und Kamele durch die verlassenen Straßen der Städte. Unser Partner vermutet, dass in den letzten Monaten bereits zig Tiere verhungert, unzählige weitere leiden unter gravierender Unterernährung und Dehydrierung – bei Temperaturen bis zu 35 Grad finden sie weder Futter noch Wasser.

Besonders verheerend ist die Lage in den Städten Puri, Penthakata, Baliapanda, Konarak, Jagatpur, Immamnagar, Padmapur, Pirbazar, Cuttack, Choudwar, Tangi, Kendrapara, Jajpur, Bhadrak und Bhubaneswar – den an der Küste gelegenen Regionen.  Hier sind etwa 2.000 Pferde und 100 Kamele gesichtet worden, die auf sich allein gestellt scheinen – darunter auch bis auf die Knochen abgemagerte trächtige Stuten, Kälber und Fohlen.

© Action for the Protection of Wild Animals

Lebensrettende Tierhilfe – durch den WTG-Nothilfefonds

Wie auch in Südafrika, Rumänien und Tansania, wo wir durch Gelder aus dem WTG-Nothilfefonds, bereits lebensrettende Zusatzhilfe leisten konnten, eilen wir den Tieren auch hier zur Hilfe. Unsere Partner der Action for Protection of Wild Animals stellen mit einem Notfall-Einsatzteam unmittelbare Versorgung bereit. Sowohl tiermedizinisch als auch durch Sicherstellung einer Versorgung mit Futter, Wasser und stärkenden Mineralien sollen die Tiere aus ihrer Not gerettet werden.

Weiter konnten 250 Halter*innen ermittelt werden, die – an der Seite ihrer Tiere in den Städten geblieben – Unterstützung bei der Versorgung erhalten. Neben der Bereitstellung von Futtermitteln für ihre Tiere, teilen wir Hygienesets aus, mit deren Hilfe sie sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus besser schützen können.

Natürlich agieren unsere Teams dabei unter Berücksichtigung der empfohlenen Schutzmaßnahmen – sie halten ausreichend Abstand und tragen Behelfsmasken. Darüber hinaus teilen sie aber auch ihr wertvolles Wissen rund um die Ausbreitung des Virus und die Risiken einer Ansteckung. Sie leisten lebensrettende Arbeit in einer beispiellosen Katastrophe – deren weiterer Verlauf noch ungewiss bleibt.

 

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, bitte ermöglichen Sie uns den Einsatz. Mit Ihrer Spende für den WTG-Nothilfefonds sichern Sie das Überleben der Tiere und schenken einem krisengeplagten Land den so vergeblich gesuchten Funken Hoffnung.

Der WTG-Nothilfefonds: Schutz für die Helfer

Futter und Wasser, Fürsorge und eine tiermedizinische Versorgung – bereits mit einer Spende von 70 Euro für den WTG-Nothilfefonds stellen Sie eine Erste-Hilfe-Box zur Erstversorgung der Tiere sicher.

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