Abgeschlossen: WTG-Nothilfefonds für Pferde und Kamele in Indien

Tagein tagaus leisten die Pferde und Kamele in den Städten des indischen Küstenstaats Odisha normalerweise treue Dienste – als Last- und Transporthelfer oder für Kutschfahrten an den bei Tourist*innen beliebten Badestränden. Doch mit der Corona-Pandemie brach der Tourismus in Indien vollständig ein und der Nutzen der Tiere verfiel. Ohne Verwendung und angesichts eigener großer Nöte, sahen sich viele Halter*innen gezwungen, ihre Tiere sich selbst zu überlassen. Wir leisteten mit Mitteln aus dem WTG-Nothilfefonds über sieben Monate lebenswichtige Hilfe.

Hintergrund: Nutztiere in Indien

Odisha ist ein wohl bekanntes Einsatzgebiet der Welttierschutzgesellschaft. Gemeinsam mit unseren Partnern der Action for Protection of Wild Animals (APOWA) sind wir mit einem umfassenden Projekt zur Stärkung des Tierwohls in den abgelegenen Dörfern aktiv. Darüber hinaus leisten wir anlässlich zunehmender Wetterextreme, wie zuletzt dem verheerenden Zyklon Amphan, Hilfen in größter Not.

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Mit der Corona-Pandemie verfiel Indien in den Ausnahmezustand: Bereits im Juli 2020 wurden zeitweise über 9 Millionen Infizierte verzeichnet und die Angst vor der Ansteckung wurde immer größer. Im Frühjahr 2021 dann der bisher erschreckende Höhepunkt der Pandemie im Land mit bis zu 400.000 Neuinfektionen am Tag.

Einige Landesteilestehen infolge der strengen Bestimmungen seit Monaten nahezu komplett still. Infolge schnellten neben den Preisen für Dinge des alltäglichen Bedarfs  auch jene für Futtermittel für Tiere in die Höhe. In Sorge um ihr eigenes Überleben sahen viele Tierhalter*innen keine andere Möglichkeit, als die Tiere sich selbst zu überlassen.

Orientierungslos und sichtlich unterernährt streunten dann ab Sommer 2020 viele Pferde und Kamele, deren ehemalige Halter*innen größtenteils Teil aus den Städten zu ihren Familien in die Dörfer geflohen waren, durch die verlassenen Straßen. Temperaturen bis zu 35 Grad erschwerten ihren Überlebenskampf. Unsere Partner der Action for Protection of Wild Animals (APOWA) berichteten, dass unzählige Tiere unter gravierender Unterernährung und Dehydrierung litten.

Besonders verheerend war die Lage in zahlreichen Küstenstädten. Hier waren etwa 2.000 Pferde und 100 Kamele gesichtet worden, die gänzlich auf sich allein gestellt waren – darunter bereits bis auf die Knochen abgemagerte trächtige Stuten, Kälber und Fohlen.

Um in dieser Notsituation möglichst viele Pferde und Kamele vor einem leidvollen Tod zu bewahren, leisteten wir mit Mitteln aus dem WTG-Nothilfefonds über sieben Monate hinweg lebensrettende Hilfe.

© Action for the Protection of Wild Animals

Mit einem Notfall-Einsatzteam stellte unser Partner die benötigte tiermedizinische Versorgung sicher, behandelte Infektionen, verabreichte fiebersenkende Mittel und linderte Beschwerden wie Durchfallerkrankungen. Darüber hinaus vergaben wir große Mengen an Futter, Wasser und stärkenden Mineralien für hunderte streunende Tiere.

Innerhalb der gesamten Dauer unseres Einsatzes von Juli 2020 bis Januar 2021 konnten insgesamt 912 Pferde und 189 Kamele im Bundesstaat Odisha, in welchem die Tiere aufgrund der Corona-Pandemie besonders stark betroffen waren, von unserem Partner tiermedizinisch behandelt und ihre lebenserhaltende Grundversorgung sichergestellt werden.

Im Zuge der Kliniken wurde auch der Kontakt zu rund 250 Tierhalter*innen hergestellt, die in den Städten blieben. Sie erhielten Unterstützung bei der Versorgung ihrer Tiere und wurden mit Hygienesets ausgestattet, um sich selbst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen zu können.

© Action for the Protection of Wild Animals

So stellte unsere verlässliche Hilfe eine von wenigen Sicherheiten dar, auf die Menschen sich in diesen unischeren Zeiten verlassen konnten.

© Action for the Protection of Wild Animals

Leider aber nimmt die Not Indien kein Ende: Wir sind daher deshalb weiterhin im Einsatz, um den zahlreichen Haus- und Nutztieren zur Seite zu stehen. Bitte helfen Sie uns dabei – mit Ihrer Spende!

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