Schutz für junge Eulen

Da haben nicht nur die Eulen große Augen gemacht: In den vergangenen Wochen nahm unsere Partnerorganisation Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) gleich sechs junge Eulen in ihre Obhut.
 

Gleich sechs Eulen in kürzester Zeit

Mit zwei jungen Zwergohreulen (Bild ganz oben) begann Ende Februar eine Aneinanderreihung von Notfällen. Die jungen, verwaisten Tiere wurden im Nest eines gefällten Baumes gefunden. Wenige Wochen später folgte die Rettung eines jungen Fisch-Uhus und kurz darauf die eines Pagodenkauzes. Zunächst waren es zwei Pagodenkäuze, die von Dorfbewohnern gefunden und beobachtet worden waren. Doch erst nachdem sich die Tiere mehrere Tage lang nicht bewegt hatten, rief man unsere Partnerorganisation. Leider kam für eine der Eulen jede Hilfe zu spät. Schneller konnte das Team vom ACCB zwei weiteren jungen Pagodenkäuzen zu Hilfe eilen. Auch hier harrten die Eulen verloren und apathisch unter einem Baum aus.

Alle diese Jungvögel hatten Glück im Unglück. Da sie noch nicht fliegen, geschweige denn sich eigenständig ernähren konnten, hätten sie ohne das Einschreiten der Tierschützer  kaum Überlebenschancen gehabt.

Als neue Gäste im Schutzzentrum bedeuteten sie für die Mitarbeiter aber auch einige Herausforderungen: Zunächst verbrachte das Team viel Zeit damit, den Jungvögeln das Fressen aus Futterschüsseln beizubringen. Zweimal täglich mussten sie sie bis dahin per Hand füttern. Gleichzeitig waren zum Zeitpunkt der Rettungen nicht ausreichend eulengerechte Gehege vorhanden. Unter Hochdruck erarbeiteten die Mitarbeiter vom ACCB Bauten mit Volierennetzen, in denen die Eulen genug Platz haben, um sich frei zu bewegen. Hier lernen sie Schritt für Schritt das Fliegen.


Mittlerweile haben sich die Eulen gut an die artgerechte Nahrung und das eigenständige Fressen gewöhnt. Der Kontakt zum Menschen wird im Schutzzentrum in Kambodscha auf das Wesentlichste reduziert, da die Tiere – sobald sie fliegen und selbstständig jagen können – an geeigneter Stelle in ihrem Fundgebiet wieder ausgewildert werden.

Forschung für die Zukunft: Das LACANET One Health Surveillance and Laboratory Network Project

Nichts ist dem Team unserer Partnerorganisation ACCB wichtiger, als den Wildtieren des Landes eine sichere Zukunft zu ermöglichen. Deshalb beteiligt sich das Schutzzentrum am „LACANET One Health Surveillance and Laboratory Network Project“, einem Projekt der „Wildlife Conservation Society“, das versucht, den Ausbruch, die Diagnose und die jeweiligen Ursachen von Tierkrankheiten besser zu verstehen. Auch von den sechs Eulen wurden Proben genommen. So wird ein wichtiger Beitrag geleistet, den Einfluss des Wildtierhandels auf Krankheitsausbrüche und Zoonosen zu erkennen – und letztlich gezielt Maßnahmen ergreifen zu können.

» Mehr zu unserem Einsatz für die Wildtiere in Kambodscha

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