Von unserem Bericht über eine BBC-Dokumentation hin zu Festnahmen in Indonesien, den USA und Großbritannien: Am Beispiel der Affenqual-Netzwerke zeigt sich eindrücklich, warum öffentliche Aufmerksamkeit ein wichtiger Schlüssel im Einsatz gegen Tierleid ist. Lesen Sie hier die Hintergründe und sehen Sie die wichtige Dokumentation.
Sie erinnern sich sicher an die grausame Affenqual auf Social Media, die wir Mitglieder der Social Media Animal Cruelty Coalition Ende 2023 in einem umfassenden Bericht dokumentierten: Wir konnten anhand weitreichender Analysen darstellen, wie insbesondere junge Makaken für Social-Media-Content massiver körperlicher und seelischer Misshandlungen ausgesetzt wurden, nur um in sozialen Netzwerken dargestellt zu werden. Die Veröffentlichung und die anschließende mediale Berichterstattung haben einen entscheidenden Impuls für die Wahrnehmung dieses grausamen Teils problematischer Tierleid-Inhalte auf Social Media gegeben. Doch nicht nur das: Die große mediale Aufmerksamkeit hatte für die Erstellenden gravierende Konsequenzen.
Im Zusammenhang mit dem Bericht wurde eine BBC-Dokumentation veröffentlicht, welche sich genau mit diesem Thema beschäftigt. Die investigative Dokumentation “Saving Mini: Inside the global network torturing baby monkeys” beschäftigt sich mit den brutalen Misshandlungen an Makaken, die zur Unterhaltung und für Klicks gefilmt werden, und macht auf ein weltweites Netzwerk aufmerksam, das auf abscheuliche Weise mit dem Leid dieser Tiere Profite erzielt.
Hier können Sie die ganze Dokumentation sehen (englischsprachig):
In der Dokumentation wird das Affenbaby Mini als Symbol für die zahllosen anderen misshandelten Tiere vorgestellt. Es wird aufgedeckt, dass sich Gruppen über den Kurznachrichten-Dienst Telegram organisieren, um ihren Hass gegen Affen zu teilen. Sie nutzen die Plattform zudem, um gezielt Gewalt gegen Affen zu bewerben. Doch nicht nur Affenhasser*innen aus diversen Ländern sind Teil der Gruppe, auch Affenquäler*innen erhalten direkt dort Aufträge für die grausamen Taten. Die Mitglieder diskutieren, welche Form der Misshandlung als nächstes durchgeführt werden soll, und sammeln horrende Summen an Geld für die Videos und Fotos der Taten.
Dank verdeckter Ermittlungen und der Kooperation eines Telegram-Gruppenbetreibers konnten die Journalist*innen den Besitzer von Mini aufspüren und ein Treffen arrangieren, das zur Sicherung wichtiger Beweise führte. Der Besitzer wurde schließlich der Polizei gemeldet, was zu seiner Festnahme und Verurteilung wegen Tierquälerei führte.
Ermittlungserfolge in USA und Großbritannien
Die lang überfällige Gerechtigkeit für die abscheulichen Taten endet hier aber noch nicht: Die Ermittlungen deckten darüber hinaus die Beteiligung mehrerer Menschen aus den USA und Großbritannien an diesen Verbrechen auf, was eine Welle von rechtlichen Konsequenzen nach sich zog. So wurden zwei Frauen in den USA wegen ihrer Beteiligung an dem Netzwerk vor Gericht gestellt und verurteilt. Eine von ihnen, die laut Gericht eine „führende Rolle“ in dem Netzwerk innehatte, erhielt eine Haftstrafe von zwei Jahren. Sie hatte über 130 Videos und 22 Bilder hochgeladen, die akribisch katalogisiert und verbreitet wurden. Darüber hinaus tätigte sie eine Geldzahlung, um die grausamen Handlungen aktiv zu fördern. Die zweite Frau wurde schuldig gesprochen, obszöne Inhalte veröffentlicht und unnötiges Leid gefördert zu haben. Sie hatte ein Bild sowie 26 Videos von Affenmisshandlungen hochgeladen und zudem durch eine Zahlung zur Durchführung weiterer Grausamkeiten beigetragen. Für ihre Taten wurde sie zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt.
Auch in Großbritannien wurde ein Nutzer zu einer 20-monatigen Haftstrafe verurteilt, weil er auf Facebook Videos von Gewalt und Folterung an Affenbabys verbreitete, darunter schwerste Misshandlungen.
Diese Fälle verdeutlichen die große Bedeutung unserer Arbeit: Durch den Bericht über die grausamen Misshandlungen der Affen wurde eine breite mediale Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt und die umfangreiche investigative Recherche erst ermöglicht. Diese führte nicht nur zur Identifikation, Festnahme und Verurteilung der Täter*innen, sondern schaffte auch die Grundlage dafür, dass ähnliche Verbrechen in Zukunft als solche anerkannt, aufgedeckt und verhindert werden können.
Die Urteile bieten somit Hoffnung auf ein endlich konsequenteres Handeln von Seiten der Strafbehörden. Wir wünschen uns zudem, dass die Verurteilungen ein deutliches Signal an soziale Netzwerke senden, ihre Verantwortung für solche Inhalte endlich zu erkennen. Es sollte ein Weckruf für die soziale Netzwerke sein, die weiterhin zulassen, dass erschreckende Inhalte über Tierquälerei und -tötung auf ihren Plattformen verbreitet werden können.
Wir werden weiterhin mit viel Kraft und von diesen Erfolgen motiviert für ein Ende des Tierleids für Likes im Einsatz bleiben. Bitte bleiben auch Sie dran: Unterstützen Sie unsere Petition, um zusätzlichen Druck auf die sozialen Medien auszuüben und endlich wirksame Veränderungen herbeizuführen.
#StopptTierleid
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