Hoffnung für vernachlässigte Streuner

Hunde und Katzen auf Borneo

Tierschutz auf Borneo_Welttierschutzgesellschaft e.V.
© Pro Natura Foundation

Die lokale Organisation Pro Natura Foundation (PNF) nimmt sich der traurigen Situation vieler Hunde und Katzen auf Borneo bereits seit mehr als zehn Jahren an. Ihre Tierschutzmaßnahmen – Kastrationen und mobile Tierliniken – konnten aufgrund fehlender Unterstützung bislang allerdings nicht im notwendigen Ausmaß erfolgen. Mit Hilfe der Welttierschutzgesellschaft kann die PNF nun eine nachhaltige Vorgehensweise für mehr Tierwohl entwickeln und so das Leid vieler Hunde und Katzen mindern.

Borneo

Der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt – Indonesien – verteilt sich auf 17.508 Inseln. Eine davon ist Borneo, drittgrößte Insel der Welt und die größte Asiens. Bekannt für seine Strände, die große Artenvielfalt und die dort lebenden Orang-Utans ist wohl den Wenigsten bewusst, dass auf Borneo zahlreiche Hunde und Katzen leiden. Mit einer Kastrationsaktion sowie mit mobilen Tierkliniken kümmert sich die Welttierschutzgesellschaft in der Nähe der Stadt Balikpapan (434.000 Einwohner) um die dort lebenden Vierbeiner.

Fehlende finanzielle Mittel

Tierschutz auf Borneo_Welttierschutzgesellschaft e.V.
©Pro Natura Foundation

Im Unterschied zum hierzulande vorherrschenden Zusammenleben mit Tieren leben Hunde und Katzen auf Borneo ein freies, unabhängiges Leben und kehren nur alle paar Tage zu ihren Besitzern zurück. Dies hat zur Folge, dass sie sich unkontrolliert vermehren und sich Krankheiten schnell unter den Tieren verbreiten. Durch die schlechte finanzielle Situation der Tierhalter sowie dem oftmals fehlenden Wissen über die Bedürfnisse der Vierbeiner werden sie zusätzlich häufig vernachlässigt.

Seit 2005 kümmert sich PNF, neben ihrem in der Nähe der Stadt Balikpapan gelegenen Bildungszentrum zum Schutz des Waldes und der Wildtiere, daher auch um die Katzen und Hunde auf der Straße. Sie kastrieren und versorgen die Tiere und versuchen über gelegentlich stattfindende mobile Kliniken in den umliegenden Gemeinden das Tierschutzbewusstsein in der Bevölkerung zu stärken. Ein strukturiertes Vorgehen war bislang aus finanziellen sowie personellen Gründen schwierig. Ebenso fehlt bis heute belastbares Wissen über die Anzahl der dort lebenden Hunde und Katzen.

Hintergrund: Tierschutz und Naturschutz gehen auf Borneo Hand in Hand

Eine geographische Besonderheit kommt in Balikpapan erschwerend hinzu: Die unkontrollierte Streunerpopulation hat auch negative Auswirkungen auf das angrenzende Naturschutzgebiet, den Sungai Wain Wald – den letzten Tiefland-Primär-Regenwald der Region mit einer unvergleichlichen Artenvielfalt. Die streunenden Hunde und die unzähligen Katzen sind nicht nur die natürlichen Fressfeinde einiger dort lebender Arten, sondern auch die Überträger von Krankheiten wie beispielsweise Tollwut.

Maßnahmen für nachhaltigen Erfolg

Tierschutz auf Borneo_Welttierschutzgesellschaft e.V.
©Pro Natura Foundation

Damit diese wichtige Arbeit nun auch einen nachhaltigeren Effekt hat, unterstützt die Welttierschutzgesellschaft PNF auf drei Ebenen.

  • Mit Hilfe einer einjährigen Studie wird zunächst die konkrete Anzahl an Hunden und Katzen in einem Radius von 10 km rund um das Bildungszentrum ermittelt und dabei auch der Gesundheitszustand der Population erfasst. Nur so kann langfristig eine Erfolgsmessung durchgeführt und die wichtigsten tiermedizinischen Herausforderungen festgestellt und anschließend gezielt angegangen werden.
  • Die in diesem Umkreis bereits laufenden Kastrationen – durchgeführt vor Ort oder im Bildungszentrum – werden weiter fortgesetzt ebenso wie die mobilen Kliniken in den umliegenden Gemeinden. Dank unserer Unterstützung kann dies im Vergleich zu den Vorjahren nun jedoch konstant und mit der nötigen Intensität erfolgen. Insgesamt 200 Streunerhunde – schätzungsweise die Hälfte aller dort lebenden Tiere – sowie 500 Katzen sollen innerhalb eines Jahres kastriert werden.
  • Mit den mobilen Tierkliniken werden den Tierhaltern kostenfreie medizinische Behandlungen und Kastrationen ihrer Hunde und Katzen angeboten. Diese Gelegenheit wird genutzt, um mit ihnen über die Bedürfnisse der Tiere, eine tiergerechte Haltung, Fütterung als auch die Notwendigkeit tiermedizinischer Versorgung ins Gespräch zu kommen. Mittels vierteljährlicher Kontrollbesuche sowie einer jährlichen Auffrischung von Impfungen und Entwurmungen soll eine langfristige Besserung der Situation erreicht werden.

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Daniela Schrudde
Fachlich-inhaltliche Leitung

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: ds@welttierschutz.org

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