Hilfe für Nutztiere in Dürrezeiten

Langfristige Hilfe zur Selbsthilfe im Norden Tansanias

Nutztiere in den Dürrezeiten leiden am Futter- und Wassermagel

Coronakrise: Tierschutz in Zeiten der Pandemie:

Die unterschiedlichen Aktivitäten und Schwerpunkte unserer Tierschutzarbeit weltweit – ob Schutzzentrum oder mobile Klinik, Hilfe für Streuner, Nutz- oder Wildtiere – mussten angesichts der Pandemie pausiert oder angepasst werden:

Es bleibt höchste Priorität, Tierleben zu retten,dabei gefährden wir aber nicht die Gesundheit der Menschen und erhöhen das Ansteckungsrisiko. Mit Hilfe des WTG-Nothilfefonds wollen wir eine grundlegende Tierschutzarbeit trotz Coronakrise ermöglichen. Lesen Sie hier mehr: »Tierschutzarbeit in Zeiten der Coronakrise

 

Wir versprechen Ihnen: Wir werden alles in unserer Macht stehende, um den Schutz der Tiere – der Streunerkatzen und -hunde, Nutztiere wie Esel, Rinder, Schafe und Ziegen sowie Wildtiere wie Schuppen- und Faultiere, Elefanten und Bären – auch weiterhin sicherzustellen. »Bitte unterstützen Sie uns dabei!

Zahlreiche globale Klimaveränderungen stellen die Tiere in den betroffenen Gebieten vor mitunter lebensbedrohliche Herausforderungen, denen wir von der Welttierschutzgesellschaft (WTG) nicht tatenlos zusehen möchten. Im Nordosten Tansanias starten wir zusammen mit der lokalen Organisation Meru Animal Welfare Organisation (MAWO) ein Präventionsprojekt, mit dessen Maßnahmen katastrophale Folgen für Tier und Mensch vermieden werden können.  

 

Tansania

Jährlich wiederkehrende monatelange Trockenphasen stellen für die zahlreichen Nutztiere Tansanias seit jeher eine große Herausforderung dar. Als Folge der globalen Klimaveränderungen hat sich die Lage in dem ostafrikanischen Land allerdings noch verschärft: Nach den Trockenphasen fehlt der notwendige Regen und es folgen verheerende Dürren. Jährlich sterben in diesen Zeiten 60 bis 90 Prozent der Rinder und Esel, Ziegen und Schafe - oft die wichtigste Lebensgrundlage der Menschen vor Ort.

In den Dürreperioden der letzten Jahre konnten wir im Rahmen von reaktiven Soforthilfen durch die Verteilung von Futter, Mineralstoffen und Wasser sowie durch die notwendige tiermedizinische Versorgung 8.000 Tieren in Nord- und Zentraltansania helfen. Doch Klimaexperten zufolge werden sich diese Extremwetterperioden in den nächsten Jahren noch intensivieren. Deshalb beginnen wir mit unserer lokalen Partnerorganisation MAWO ein Präventionsprojekt in fünf Maasai-Dörfern der Gegend Emoret, im Nordosten Tansanias. Dessen Maßnahmen wurden im Rahmen eines Workshops mit Tierhaltern, Tiergesundheitshelfern und Gemeindevorstehern erarbeitet, der parallel zu den geleisteten Soforthilfen stattfand.

Schritt 1: Lernen, sich auf die Dürre vorzubereiten

Zu Beginn wird zunächst in jedem Dorf ein zweitägiges Treffen der MAWO mit den wichtigsten Gemeindevertretern stattfinden, um das Projekt und seine Maßnahmen - Einführung des Ackerbaus und Wasserspeicherung für die Dürrezeit - vorzustellen. Zentrales Ziel des Treffens ist die Bereitstellung einer zwei Hektar großen Fläche durch die Gemeindevertreter, die im Rahmen des Projektes zum Anbau von Futterpflanzen genutzt wird.
Erfahrungen der Welternährungsorganisation (FAO) am Horn von Afrika zeigen, dass hohe Tiertodeszahlen durch eine tiermedizinische Versorgung im Vorfeld einer Dürre vermieden werden können. Daher werden auch die lokalen Tiergesundheitshelfer (Paravets) in die Arbeit involviert und dazu aufgefordert, vor der Dürre ein besonderes Augenmerk auf den Gesundheitszustand der Tiere zu legen.
Ein weiteres wichtiges Thema ist es, den Tierhalterinnen und -haltern die Vorteile einer kleinen Herde zu vermitteln. Bis dato ist die Herdengröße für die Massai ein Zeichen von Wohlstand. Die dadurch bereits oft unterversorgten Tiere leiden in der Dürrezeit umso mehr und fallen ihr weit häufiger zum Opfer.

Viele geschwächte und unterernährte Nutztiere fallen der Dürre zum Opfer
©MAWO

Schritt 2: Anbau von Futter für die Dürrezeit

Seit Jahrhunderten halten die Massai Nutztiere wie Rinder, Ziegen, Schafe und Esel, die sich ausschließlich von den wild wachsenden Pflanzen der Graslandschaften ernähren. Als traditionelle Nomaden, die mit ihren Herden weiterziehen, wenn eine Fläche abgegrast ist, war Ackerbau bislang kein Teil ihrer Lebensweise. Mittlerweile sind einige von ihnen sesshaft geworden und aufgrund dessen abhängig von den umliegenden Weideflächen. In den Dürren der vergangenen Jahre waren sie daher gezwungen, wieder auf die alten Traditionen zurückzugreifen und legten mit den ohnehin schon geschwächten Tieren unendliche Strecken auf der verzweifelten Suche nach Futter zurück. Doch auch dieses Nahrungsangebot war begrenzt, sodass jährlich bis zu 90 Prozent ihrer Tiere verhungerten. Um dieses Tierleid zukünftig zu verhindern, werden Mitarbeiter der MAWO gemeinsam mit den Massai die zur Verfügung gestellte Fläche landwirtschaftlich nutzbar machen und robuste Gräser sowie Mais anbauen. Im Anschluss wird das geerntete Gras zu Heu getrocknet und die Maispflanzen zu Silage verarbeitet. Davon können Nutztiere von insgesamt 300 Familien in der Dürre versorgt werden. Ziel ist es, dass die Massai nach Ende des Projektes diese Vorgehensweise übernehmen, zukünftig eigenständig die Ackerfläche bestellen und dadurch auch in den Folgejahren Futter für die Nutztiere in den Dürrezeiten zur Verfügung steht – getreu dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Anbau von Futter für Nutztiere für die kommende Dürrezeit
©MAWO

Schritt 3: Sicherung der Wasserversorgung

Aus Wassersammelbecken, die teilweise natürlich entstanden sind, an anderer Stelle künstlich angelegt wurden, versorgen die Massai sich und ihre Tiere mit Trinkwasser. Wenn der Regen nach einer Trockenzeit ausbleibt, sinkt der Wasserstand in den Sammelbecken auf ein kritisches Level. Wasserdiebstahl verschärft den Mangel zusätzlich. Für alle fünf Gemeinden wird daher jeweils ein großer Wassertank bereitgestellt. Während der Regenzeit wird mit Hilfe von Generatoren Wasser aus den Sammelbecken in diese Tanks gepumpt, wo es dann bis zur nächsten Dürre aufbewahrt werden kann. Bei Wassermangel wird es dann in Tröge geleitet, aus denen die Tiere trinken können. Eine beaufsichtigte Wasserausgabe soll zudem dafür sorgen, dass die Quelle nachhaltig genutzt und Wasserdiebstahl zukünftig verhindert wird.

Auch die Wasserversorgung muss in Dürrezeiten gesichert sein
©MAWO

Diese Arbeit wird als Pilotprojekt verstanden und genauestens auf seine Wirkung geprüft. Aufbauend auf die Ergebnisse werden wir die Maßnahmen stetig verbessern, um so langfristig die effektivste Hilfe für die Tiere leisten zu können.

Jede Spende zählt!

Schon mit 45 Euro können 100 Liter Wasser für die Tiere bereitgestellt werden. Bitte spenden Sie!

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Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
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Welttierschutzgesellschaft e.V.
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