Arbeitspferde in Argentinien

Schwerstarbeit und mangelhafte tiermedizinische Versorgung

Um die Lebensbedingungen der Arbeitspferde langfristig zu verbessern haben die Welttierschutzgesellschaft und die lokale Organisation Fundación Argentina de Bienestar Animal (FABA) ein gemeinsames Projekt gestartet.

Argentinien

Noch heute kommen in einigen Gegenden Argentiniens Arbeitspferde zum Einsatz. Ein Beispiel: Die Pferde der sogenannten Cartoneros – Menschen, die sich durch das Einsammeln und den Wiederverkauf von Müll ein kleines Einkommen generieren. Vor ihre schwer beladenen Karren und Anhänger werden häufig Pferde gespannt. Da es den Cartoneros jedoch an grundlegenden Kenntnissen fehlt, um diese tiergerecht zu versorgen, sind viele Pferde stark geschwächt und leiden unter gesundheitlichen Problemen. 

Die Lebenssituation argentinischer Arbeitspferde

Bis in die 1950er Jahre gehörte Argentinien zu den reichsten Ländern der Welt. Dann warfen diverse Wirtschaftskrisen das Wohlstandniveau des Landes weit zurück, so dass es heute zu den sogenannten Schwellenländern gezählt wird. Derzeit lebt rund ein Drittel der Bevölkerung des südamerikanischen Landes in Armut (Studieder Katholischen Universität Argentiniens, Stand Juli 2016). Als Reaktion auf die ökonomischen Einbrüche suchten zahlreiche Menschen nach neuen Möglichkeiten, um ein Einkommen zu erzielen und ihren Lebensunterhalt zu finanzieren – viele fanden diese als sogenannte Cartoneros.

Tagein tagaus durchsuchen sie den Müll nach wiederverwertbaren Materialen wie Kartonage, Glas, Plastik oder Metall. Da sie sich keine mechanisierten Transportmittel leisten können, greifen sie auf vergleichsweise günstig zu erwerbende Arbeitspferde zurück. Wer sich keine eigenen Pferde und deren Unterhalt leisten kann, hat die Möglichkeit diese zu mieten. Doch um den Pferden ein tiergerechtes Leben frei von Schmerzen, Verletzungen und Krankheiten zu bieten, bedarf es grundlegender Kenntnisse über die Tiere und ihre Bedürfnisse. Kenntnisse, die vielen Pferdehaltern und -mietern fehlen.

So leiden viele Tiere unter den schmerzhaften Folgen mangelnder Hufpflege und dadurch bedingter Lahmheit sowie unter Hautverletzungen, die durch unpassendes Arbeitsgerät verursacht werden. Da zudem der Zugang zu Tierärzten insbesondere in den ländlichen Gegenden oftmals nicht gewährleistet werden kann, befinden sich zahlreiche Tiere in einem schlechten Allgemeinzustand und sind nur mit großer Mühe in der Lage, die schweren Arbeiten, für die sie eingesetzt werden, zu verrichten. Hier setzen wir mit unserem Projekt an.

Tierärzte versorgen Pferde und schulen Tierbesitzer

Gemeinsam mit unserer argentinischen Partnerorganisation FABA sind wir in fünf ländlichen Gemeinden der Provinz Buenos Aires mit einem Bildungs- und Versorgungsprojekt aktiv. Um das Projekt erfolgreich zu gestalten, ist die gute Zusammenarbeit mit den Repräsentanten der Gemeinden entscheidend. Im Vorfeld unserer Einsätze legen wir daher gemeinsam mit ihnen die Standorte fest, informieren die Bevölkerung über unser Projekt und laden sie ein, unser Angebot wahrzunehmen.
Die Einsätze werden von einem leitenden Tierarzt und Experten für Pferdegesundheit durchgeführt sowie von Studenten der Tiermedizin der Universität von Buenos Aires begleitet. Sie umfassen die allgemeine tiermedizinische Untersuchung, Impfung, Entwurmung, Hufpflege, Wundversorgung sowie die Anpassung von Halftern und Arbeitsgeräten. Während der gesamten Behandlung werden die Pferdehalter detailliert über die Notwendigkeit und den Nutzen der einzelnen Maßnahmen informiert und erhalten Hinweise, wie sie selbst zu mehr Tiergesundheit beitragen können. Abschließend wird für jedes Pferd ein Gesundheitspass mit individueller Identifikationsnummer, Bild und Krankengeschichte ausgestellt.

Information und Sensibilisierung der Halter sind entscheidend für die Verbesserung der Lebensbedingungen der argentinischen Arbeitspferde. Mit unserem Angebot schaffen wir die Grundlagen für mehr Eigenverantwortung in der Haltung und im Umgang mit den Tieren.

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Ihre Ansprechpartnerin für Fragen zum Einsatz:

Daniela Schrudde
Fachlich-inhaltliche Leitung

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: ds@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin