Lebensrettende Erstversorgung konfiszierter Tiere im Süden des Landes in Kürze möglich
Berlin, 13.11.2025.
Der illegale Handel mit Wildtieren stellt in Laos nach wie vor eine der größten Bedrohungen für den Tierschutz und die biologische Vielfalt dar. Damit Wildtiere wie Bären, die aus dem illegalen Handel befreit werden konnten, eine Versorgung erhalten, ermöglicht die Welttierschutzgesellschaft (WTG) den Bau der ersten Rettungsstation für Wildtiere im Süden des Landes.
„Das Fehlen einer geeigneten Einrichtung stellte bislang ein großes Hindernis für die Rettung von Wildtieren aus dem illegalen Handel in Zentral- und Süd-Laos dar“, erklärt Christine Rattel, Biologin und Projektmanagerin bei der Welttierschutzgesellschaft. Der Bau der neuen Rettungsstation in Savannahket, die in Zusammenarbeit mit der lokalen Partnerorganisation Free The Bears stattfindet, soll diese Lücke schließen. Insbesondere mit Blick auf die in Laos heimischen Bärenarten ist dies dringend erforderlich: „Immer noch wird auf wilde Kragen- und Malaienbären Jagd gemacht, da ihre Gallenflüssigkeit, aber auch Körperteile wie die Gallenblase vor allem für die Traditionelle Medizin genutzt werden“, so Rattel.
Die vier Gehege in der neuen Rettungsstation sind für eine kurzfristige Aufnahme und Stabilisierung geretteter Wildtiere ausgerichtet, ehe ein Weitertransport in andere Schutzzentren möglich ist. Ein eigener Behandlungsraum stellt sicher, dass auch erkrankte oder verletzte Tiere direkte Hilfe erhalten können. „Tiere, die aus den Fängen der Wildtierhändler*innen befreit werden, sind oft dehydriert sowie krank oder verletzt. Die neue Rettungsstation wird ihre Überlebenschancen deutlich verbessern“, erläutert Rattel. Positiv zum Tragen komme dabei auch die langjährige Erfahrung der Partnerorganisation Free The Bears, die in einem Schutzzentrum im Norden des Landes bereits mehr als 150 ehemalige „Galle-Bären“ versorgt.
Die Station soll zudem für umfassende Schulungen von Beamt*innen genutzt werden, um behördliche Kompetenzen im Umgang mit Notfällen und geretteten Wildtieren zu stärken und die rechtliche Bearbeitung von Fällen im Zusammenhang mit illegalem Wildtierhandel zu unterstützen.
Ziel ist es, dass die Station bereits Ende 2025 ihren Betrieb aufnehmen kann.
Hintergrund: Bären in Laos hochgefährdet
Ein neues Gesetz zum Schutz von Wildtieren, das 2023 verabschiedet wurde, hat erstmal eindeutig klargestellt, dass der Besitz, Handel, Fang und die Haltung von Bären und anderen geschützten Wildtieren in Laos grundsätzlich verboten sind. Doch trotz ihres Schutzstatus werden die Tiere weiter gejagt, gehandelt und ausgebeutet. Gründe dafür sind die fehlende Infrastruktur für Rettungsmaßnahmen im Land, eine mangelnde Sensibilisierung der Behörden für das Problem, aber auch die geografische Lage von Laos, die es zu einem zentralen Transitstaat für den illegalen Wildtierhandel in Südostasien macht.
Die Welttierschutzgesellschaft unterstützt daher neben dem Bau der neuen Rettungsstation in Savannahket auch den Ausbau des bestehenden Bärenschutzzentrums von Free The Bears in Luang Prabang im Norden von Laos, damit dort künftig weitere Bären eine tiergerechte Obhut finden können. Mit diesen Einsätzen weitet der Verein mit Sitz in Berlin sein Engagement für notleidende „Galle-Bären“ aus, das zuvor bereits in Vietnam – ebenfalls in Zusammenarbeit mit Free The Bears – zur Rettung und verbesserten Versorgung von Kragen- und Malaienbären im Cat Tien Nationalpark im Süden von Vietnam geführt hat.
Weitere Hintergründe zum Thema:
Informationen über die Tierschutzarbeit in Laos: https://welttierschutz.org/baerenrettungsstation-laos/
Übersicht zur „Galle-Bären“-Problematik auf unserer Themenseite:
https://welttierschutz.org/gallebaeren/
Fotomaterial:
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Aus qualvoller Haltung geretteter Kragenbär: Einer von mehr als 150 Bären, die im Schutzzentrum im Norden von Laos eine dauerhafte Obhut gefunden haben. Es handelt sich um einen von insgesamt drei Bären, die im April 2025 in der Hauptstadt Vientiane von einer „Galle-Bären”-Farm gerettet werden konnten.
Foto: Free The Bears

Der Kragenbär Mai wurde 2014 in der Nähe der Hauptstadt Vientiane gerettet. Dort lebte er als „Attraktion“ für ein Restaurant in einem Käfig, der sich auf einer Plattform in einem See befand. Im Schutzzentrum von Luang Prabang konnte er die Schrecken dieser Haltung hinter sich lassen und genießt dort sichtbar die vielfältige Nahrung und das abwechslungsreiche Beschäftigungsangebot.
Fotos: Peter Yuen, Free The Bears

Die Beschlagnahmung von 18 jungen Malaienbären im März 2024 war die größte jemals gemeldete Rettung dieser Art. Die Tiere haben im Schutzzentrum von Luang Prabang ein neues, bärengerechtes Zuhause gefunden.
Foto: Free The Bears

Nach ihrer Rettung beginnt für Bären ein neues Leben – so auch für diese zwei im Bärenschutzzentrum von Luang Prabang.
Foto: Free The Bears

Die neue Rettungsstation in Savannahket macht es möglich, dass konfiszierte Wildtiere in Zentral- und Südlaos gerettet und unmittelbar untergebracht werden können. Bislang musste das Team, das gesamte Rettungsequipment im Gepäck, von Luang Prabang aus aufbrechen, was in dem bergigen Terrain bis zu zwei Tage mit dem Pkw dauerte.
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| Die Welttierschutzgesellschaft (WTG) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin. In Entwicklungs- und Schwellenländern engagieren wir uns für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen von Streuner-, Nutz- und Wildtieren durch Stärkung des Tierschutzes sowie eine verbesserte tiergesundheitliche Versorgung. In unseren Tierschutzprojekten als auch dem Bildungsprogramm TIERÄRZTE WELTWEIT arbeiten wir dafür mit Partnerorganisationen vor Ort zusammen. Darüber hinaus fördern wir das Tierschutzbewusstsein im Land durch die Einbindung der lokalen Bevölkerung. In Deutschland schaffen wir mit öffentlichkeitswirksamen und politischen Tierschutzkampagnen die Voraussetzungen für ein respektvolles und tiergerechtes Miteinander von Mensch und Tier. Weitere Informationen unter: www.welttierschutz.org |
