© NDR / Felix Meschede

#StopptTierleid: Von Affen und Menschen

Affen sind wundervoll, aber nicht für Selfies“. Was nach diesem Zitat von Ian Redmond am Montagabend in der ARD im Rahmen der Dokumentation „Planet ohne Affen“ gezeigt wurde, hat für viel Aufsehen gesorgt: In mitreißenden und gleichermaßen erschreckenden Bildern berichtete Journalist Michel Abdollahi von seiner vier Jahre langen Recherche zum Affenhandel weltweit.

Seine Reise… 

  • beginnt im Kongo, wo er mit Tierschützer*innen Wilderern auf den Fährten ist,
  • führt über China und Thailand, wo in Parks und Zoos Bonobos, Gorillas und Schimpansen als Attraktionen ausgestellt werden,
© NDR / Felix Meschede
  • sowie nach Dubai und in die USA, wo Menschen stolz ihre Affen präsentieren, die sie als Haustiere halten, und
  • endet letztlich in England, wo auf der jährlichen Konferenz der CITES (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen), Delegierte der Länder zusammenkommen, die von Seiten der Vereinten Nationen mit dem Schutz dieser und anderer gefährdeten Tiere verantwortet wurden.

Abdollahi und Kolleg*innen aber dokumentieren dabei nicht nur die Geschehnisse. Neutralität kann hier – zurecht – nicht gewährleistet werden. So werden Halter*innen und Verantwortliche mit äußerst unangenehmen (aber dringlichen) Fragen konfrontiert:

© NDR / Felix Meschede

Wie kann es sein, dass streng geschützte Affenarten trotz internationaler Verbote gehandelt werden? Was befeuert den illegalen Handel für Zoos und Shows? Und woher kommt die Nachfrage nach Affen – auch als Haustiere?

Bei Beantwortung der letzten Frage rücken laufend auch die sozialen Netzwerke in den Fokus: Denn „die Nachfrage ist groß – weil wir ihre Babies so süß finden“, heißt es sehr deutlich im Sprechertext. Gezeigt werden dazu passende Aufnahmen von beispielsweise Prominenten wie Paris Hilton, die ihre „kleine Prinzessin“ (ein Orang-Utan-Junges in Babykleidung) kuschelt, vom als „Tiger King“ bekannten Tierhalter Mahamayavi Bhagavan Antle (Doc Antle), der zig Affen hält und eine ganze Reihe so genannter „Affenselfies“, von denen die sozialen Netzwerke überfüllt sind.

© NDR / Felix Meschede

Das Fazit der Dokumentation, das Abdollahi auch noch einmal in einem Interview mit watson hervorstellt: Hinter jedem dieser Bilder (von Menschen in nahem Kontakt mit Affen) steckt ausschließlich Leid. Die Tiere würden in Gefangenschaft gezüchtet, illegal gewildert oder unter tierwidrigen Bedingungen gehalten. Leider gäbe es, so führt er fort, aber dennoch immer noch sehr viele Prominente, die sich mit diesen Tieren abbilden lassen.

Die Folge sind dann Menschen, die diese Inhalte liken und selbst Interesse an derartigen Aufnahmen – oder einer Haltung der Tiere – entwickeln.

Die Dokumentation zeigt, wie in Ländern wie China und Thailand Besucher*innen von Parks und Zoos Fotos mit Affen wie Schimpansen machen. | © NDR / Felix Meschede

Im Rahmen unserer Kampagne „Stoppt Tierleid in den sozialen Netzwerken“ thematisieren wir diesen Teufelskreis immer wieder. Denn ob Selfies mit Wildtieren oder Aufnahmen von Wildtieren, die sich in Privathaltungen befinden: Solange die Darstellung von Tierleid in dieser Form uneingeschränkt stattfinden kann, steigt auch die Nachfrage und somit der illegale Wildtierhandel.

 

#StopptTierleid: Melden Sie Inhalte!

Sie können uns etwaige Tierleid-Beiträge oder Ihre Fragen an stoppttierleid@welttierschutz.org senden. Teilen Sie uns beim Melden von Inhalten bitte (gern mit Screenshots belegt) auch mit, ob Sie den Inhalt bereits an die Netzwerke gemeldet haben und ob es eine Reaktion gab.

Wir sind unheimlich dankbar, dass es das Thema ins deutsche Fernsehen und somit ins Bewusstsein der Menschen gebracht hat. 2,35 Millionen Zuschauer*innen sahen die Doku und, wie sich aus vielen Kommentaren unter dem Beitrag schließen lässt, erfuhren viele von ihnen erstmals vom Leid hinter den Wildtierselfies. Das ist ein wichtiger Schritt. Denn:

Je mehr Menschen das Leid hinter den Aufnahmen wahrnehmen und sich konsequent dagegen stellen, desto besser.

Sie wissen: Wir machen uns bei den Vertreter*innen der Netzwerke dafür stark, das zu stoppen (»https://welttierschutz.org/petition) und leiten im Rahmen unserer Informationsarbeit zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Tierleid-Inhalten an (»https://welttierschutz.org/stoppt-tierleid/leitfaden/). 

So legen wir Ihnen die Dokumentation ans Herz.

„Planet ohne Affen“, ein NDR-Film von Michel Abdollahi, Felix Meschede und Manuel Daubenberger: Sie können die ganze Dokumentation noch bis zum 07. September 2021 in der Mediathek des ARD ansehen.

Und sagen Sie es bitte auch weiter: Sie können diesen Beitrag in Ihren Netzwerken teilen und so andere informieren.

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