Am 26. und 27. Juni 2025 fand in Abidjan, der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste), die zweite Pan-Afrikanische Eselkonferenz (PADCo) statt. Unter dem Motto „Afrikas Engagement in Politik und Praxis für den Schutz von Eseln – Jetzt und in Zukunft“ versammelten sich rund 200 Teilnehmende, darunter Vertreter*innen aus Ministerien, Parlamenten, Wissenschaft sowie Tierschutzorganisationen und Zivilgesellschaft, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Auch wir waren mit einem Online-Vortrag Teil der Konferenz.
Mehr als 13 Millionen Esel unterstützen täglich das Überleben von Millionen Menschen in vielen Teilen Afrikas, besonders in ländlichen beziehungsweise von Armut betroffenen Regionen. Die Esel sind von großer Bedeutung, um beispielsweise Wasser von kilometerweit entfernten Wasserstellen in die Dörfer, Kinder in die Schulen, Kranke in Krankenhäuser oder die Ernte vom Feld auf die Märkte zu transportieren. Besonders für Frauen und Kinder spielen die Tiere eine wichtige Rolle.
Zugleich sind die Lebensbedingungen der Esel oft mit viel Leid verbunden, zum Beispiel da sie übermäßig belastet werden und es am Zugang zu tiermedizinischer Versorgung fehlt. Hinzu kommt die weltweite Nachfrage nach Eselshaut – insbesondere für traditionelle Medizinprodukte wie Ejiao – mit gravierenden Folgen auch in Afrika: Diebstahl der Tiere, massenhafte und unkontrollierte Schlachtungen sowie illegaler, grenzüberschreitender Schmuggel der Tiere sind keine Seltenheit.
Die Panafrikanische Eselkonferenz (PADCo) ist die zentrale Veranstaltung auf dem afrikanischen Kontinent, die sich – als Reaktion auf die Gefährdung der Tiere u.a. durch den Eselhauthandel – mit dem Wohlergehen von Eseln beschäftigt. Ziel ist es, Wissen über das Wohl der Esel und den Handel mit Eselshäuten auszutauschen. Die Konferenz bietet eine Plattform für politische Gespräche, um Esel in Entwicklungsprojekte einzubeziehen, das Bewusstsein für ihre Situation zu stärken und Afrika mit einer gemeinsamen Position zum Handel mit Eselshäuten zu vereinen. Organisiert wird sie von einer Unterorganisation der Afrikanischen Union, dem Interafrikanisches Büro für Tierressourcen AU-IBAR, zusammen mit den Partnern der Internationalen Koalition für Arbeitstiere.
Unser Beitrag
Wir waren mit einem Online-Vortrag von Wiebke Plasse, Leiterin Kommunikation und Fundraising, bei der diesjährigen PADCo vertreten. In einem rund zehnminütigen Vortrag stand das Thema Eselhautgelatine, bekannt unter dem chinesischen Begriff Ejiao im Mittelpunkt. Besonderes Augenmerk legten wir auf die Rolle der EU, insbesondere Deutschlands, als bislang wenig beleuchtetem Absatzmarkt für Ejiao-Produkte. Denn unsere Recherchen zeigen: Trotz teils illegaler Herkunft ist Ejiao auch hierzulande weitgehend problemlos in Apotheken und Onlineshops erhältlich.
Der Vortrag (auf Englisch) ist hier verfügbar:
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Die Konferenz erzielte drei bedeutende Ergebnisse:
Eine panafrikanische Strategie für Esel: Es wurde ein langfristiger Fahrplan zum Schutz der Esel vorangetrieben. Dabei wird anerkannt, wie wichtig Esel für das Leben der lokalen Bevölkerung sind. Die Strategie konzentriert sich auf sieben Hauptziele. Dazu gehört zum Beispiel, dass das Wohl der Esel in die jeweiligen nationalen Politiken zur Tierhaltung und zur ländlichen Entwicklung aufgenommen wird. Außerdem sollen mehr Investitionen dafür sorgen, dass Esel besser und tierfreundlicher gehalten und genutzt werden können – etwa durch besser ausgebildete Tierärzt*innen, verantwortungsvolle Zucht und zuverlässige Daten über die Eselpopulationen.
Verabschiedung einer gemeinsamen Erklärung: Die Konferenz-Teilnehmer*innen aus ganz Afrika sprachen sich für ein Moratorium – also einen Stopp – für die Schlachtung von Eseln zur Gewinnung ihrer Häute aus. In der Erklärung wird das dauerhafte Verbot der Schlachtung klar bekräftigt und die Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union werden nachdrücklich aufgefordert: – die Lizenzen für Schlachthöfe zu widerrufen – den illegalen Handel zu bekämpfen – die nationalen Gesetze an die gemeinsamen Beschlüsse der Afrikanischen Union anzupassen
Politischer Impuls für die kontinentale Umsetzung: Die Konferenz schuf die Voraussetzungen dafür, dass die Strategie und die Erklärung dem Fachausschuss der Afrikanischen Union für Landwirtschaft und schließlich der Versammlung der Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union im Februar 2026 vorgelegt werden können. Zudem wurden Pläne zur Einrichtung eines Eselprogramms angekündigt, um die Umsetzung zu koordinieren, Länder zu unterstützen und Fortschritte zu verfolgen.
Die zweite Panafrikanische Konferenz zum Schutz von Eseln sendete ein wichtiges Signal der Geschlossenheit der afrikanischen Staaten. Die Entwicklung der panafrikanischen Eselstrategie und die gemeinsame Erklärung der Teilnehmer*innen markieren einen wichtigen Meilenstein für den Schutz von Eseln in Afrika.
Sie zeigen: Die Staaten des Kontinents setzen sich gemeinsam für das Wohl der Esel ein, die für das Leben und Überleben vieler Menschen – insbesondere in ländlichen Regionen – unverzichtbar sind, zugleich in den vergangenen Jahren durch menschliches Profitstreben aber auch so schwer zu leiden hatten.
Wir sind froh, dass wir zu dieser wichtigen Konferenz beitragen und demonstrieren konnten, dass die afrikanischen Staaten bei ihrem Engagement zum Schutz der Esel nicht allein sind. Es bestärkt uns in unserem Engagement, gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen vor Ort und auf politischer Ebene konkrete Verbesserungen für das Wohl der Esel zu bewirken.
Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, wir versprechen Ihnen: Wir bleiben mit aller Kraft weiter fest an der Seite der Esel Afrikas und hoffen dabei auf Ihre fortwährende Hilfe:
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