Spätsommer 2025: Nach einem bestätigten Tollwutfall in Lilongwe haben unsere Projektpartner LSPCA (Lilongwe Society for the Protection and Care of Animals), mit unserer finanziellen Unterstützung eine Notfallimpfkampagne durchgeführt – mit großem Erfolg.
Auslöser für die Sofortmaßnahme
Am 17. August wurde ein Mann von seinem eigenen, ungeimpften Hund gebissen. Der Angriff erfolgte ohne erkennbaren Auslöser. Der Halter wurde zunehmend besorgt, als er bei seinem Hund auffällige Symptome wie übermäßigen Speichelfluss und aggressives Verhalten bemerkte.
Auf Anraten eines Mitglieds des Anti-Tollwut-Teams kontaktierte er die gebührenfreie Tollwut-Hotline und sprach mit LSPCA über das Verhalten des Tieres. Diese reagierte umgehend, untersuchte den Fall noch am selben Tag. Vor Ort stellte LSPCA klassische klinische Anzeichen für Tollwut bei dem Hund fest: Desorientierung, Kiefersperre, Lähmung der Hinterbeine und starken Speichelfluss.
Auf Grundlage dieser ersten Einschätzung wurde der Hund umgehend isoliert und weitere Maßnahmen eingeleitet. Eine anschließende Laboruntersuchung bestätigte die Tollwutdiagnose.
Zielgerichtete Sofortreaktion auf einen bestätigten Tollwutfall
Um eine weitere Ausbreitung der Tollwut zu verhindern, wurde innerhalb weniger Tage eine gezielte Notfall-Impfkampagne im Umkreis von einem Kilometer rund um den Vorfall gestartet. Das Hauptziel dieser Maßnahme war es, einen Ausbruch frühzeitig einzudämmen und die Übertragung auf andere Tiere oder Menschen zu verhindern.
Die Impfaktion umfasste sowohl das Einfangen, Impfen und Freilassen streunender Hunde, als auch die Impfung von Haustieren – Hunden und Katzen – in Privathaushalten.
Feste Impfstationen: Zu Beginn der dreitägigen Kampagne wurden zentrale Impfstellen eingerichtet. Die Anti-Tollwut-Teams informierten die Blockleiter*innen der betroffenen Gebiete, die anschließend die Bevölkerung über ihre Marshals und lokale WhatsApp-Gruppen dazu aufriefen, ihre Hunde und Katzen zu den Impfstationen zu bringen.
Hausbesuche: Ab dem zweiten Tag wurde flächendeckende Tür-zu-Tür-Impfungen durchgeführt. Diese ermöglichte nicht nur eine hohe Impfquote, sondern bot auch Gelegenheit zur direkten Aufklärung über Tollwut und Präventionsmaßnahmen.
Während der dreitägigen Impfaktion konnte das Tollwutteam der LSPCA insgesamt342 Tiere impfen – darunter 297 Hunde und 45 Katzen in Haushalten sowie 7 streunende Hunde, die im Rahmen einer Einfang- und Freilassungsaktion behandelt wurden.
Trotz des traurigen Auslösers hatte die Notfall-Tollwutimpfkampagne auch positive Auswirkungen auf die Gemeinschaft vor Ort:
Gesteigertes Bewusstsein: Durch die intensive Informationsarbeit während der Hausbesuche sind viele Menschen intensiv über die Gefahren von Tollwut, typische Symptome und die Bedeutung von Impfungen bei Hunden und Katzen informiert.
Höhere Impfquote: Besonders im Hochrisikogebiet konnte eine größere Zahl an Tieren erreicht und geschützt werden – ein wichtiger Schritt für die Eindämmung weiterer Fälle.
Stärkere Zusammenarbeit: Die Kampagne hat die Zusammenarbeit zwischen dem LSPCA-Tollwut-Impfteam, dem Anti-Tollwut-Team und der Bevölkerung nachhaltig verbessert.
Die erfolgreiche Umsetzung dieser Notfallmaßnahme zeigt, wie wichtig schnelle Reaktion, gezielte Aufklärung und Zusammenarbeit auf lokaler Ebene im Kampf gegen Tollwut sind – und macht Hoffnung für zukünftige Präventionsarbeit.
Ihre Spende für Streuner
Nur mit Ihrer Unterstützung können wir unsere weltweite Tierschutzarbeit leisten. Bitte spenden Sie jetzt:
Inmitten der beliebten Tourismusregionen im Süden von Thailand leben, oftmals versteckt in Hinterhöfen, auf Müllplätzen oder in Waldgebieten,… Weiterlesen »
Beunruhigende Entwicklungen in Südafrika: Besonders haben die wieder anwachsenden Tollwut-Zahlen im Land unsere Projektarbeit gefordert. Doch es gibt… Weiterlesen »
Zwischen Bombeneinschlägen, steigender Corona-Infektionszahlen und wachsender Nahrungsmittelnot erscheint die Rettung des kleinen Kätzchens Bert in Syrien wie ein… Weiterlesen »
Ihr leises Wimmern, die unterwürfige Körperhaltung und nicht zuletzt der eindringliche Blick: Zola, so tauften wir den Welpen hier am Stadtrand… Weiterlesen »
Die ersten Gelder aus dem WTG-Nothilfefonds – der eine grundlegende Tierschutzarbeit trotz Coronakrise ermöglichen soll – werden unserem… Weiterlesen »
Bis zum Ausbruch der Corona-Krise konnten viele tausend Streunerhunde und -katzen tiermedizinisch behandelt, geimpft und kastriert werden. Weiterlesen »
Der Weltstreunertag macht alljährlich auf die Notwendigkeit für den Schutz der unzähligen Streunerhunde und -katzen weltweit aufmerksam. Wie wichtig… Weiterlesen »