Monitoring & Evaluation: Wie wir Wirkung messen

Als rein spendenfinanzierte Tierschutzorganisation ist die Welttierschutzgesellschaft bestrebt, die ihr anvertrauten Mittel so effizient wie möglich einzusetzen. Unser Ziel ist es, mit den uns anvertrauten Spenden die größtmögliche Verbesserung im Leben der Tiere zu erwirken. Der Bereich Monitoring & Evaluation (M&E) spielt dafür eine wichtige Rolle, denn mit dessen Arbeit werden die Ergebnisse der Projektarbeit erkennbar.

© Maximilian Goedecke

Natascha Pancic, Leiterin M&E bei der Welttierschutzgesellschaft, gibt im Interview Auskunft über die Inhalte dieser Arbeit.

Das lässt sich am besten anhand der beiden Begriffe erklären, aus denen sich der Bereich zusammensetzt: Monitoring bedeutet, dass wir unsere Aktivitäten systematisch beobachten, erfassen und messen, damit wir feststellen können, ob sich beispielsweise ein Projekt in die gewünschte Richtung entwickelt und unsere Ziele erreicht werden. Bei der Evaluation geht es darum, dass wir stichpunktartig Daten erheben, die uns darüber Auskunft geben, was gut läuft und wo Verbesserungen möglich und nötig sind.

Es ist wichtig, dass es bei der Partnerorganisation und uns ein gemeinsames Verständnis über die Ziele des Projektes und die Wege dorthin gibt. Dabei unterstützt der Bereich M&E, indem wir beispielsweise ein sogenanntes Logik-Modell (s. Grafik) erstellen. Darin werden die Inhalte des Projektantrags geordnet und visualisiert. Außerdem erstellen wir vor Projektbeginn ein Konzept, anhand dessen wir festlegen, welche Daten und Informationen relevant sind, um den Stand des Projektes bemessen zu können. Es wird eine so genannte „Baseline“ erstellt, das ist im Prinzip der Status Quo zu Projektbeginn, also beispielsweise wie viele Streuner an einem Ort bereits kastriert sind. Dadurch können wir später Vorher-Nachher-Vergleiche durchführen und so die Entwicklung des Projekts aufzeigen.

In vielen Projekten führen wir etwa mobile Kliniken durch. Da erfassen wir beispielsweise, wie viele Kliniken an welchen Orten stattfinden, wie viele Tiere jeweils behandelt und wie viele Menschen durch die begleitende Bildungsarbeit erreicht werden. Anhand dieser Daten können wir jederzeit abgleichen, wo das Projekt im Vergleich zu den festgelegten Zielen steht und Entwicklungen erkennen.

Wir fokussieren uns darauf, die Entwicklungen und Fortschritte im Projekt nachzuvollziehen. Damit stellen wir sicher, dass unsere Mittel zweckmäßig verwendet werden. Ist eine gute Datenbasis durch das Monitoring vorhanden und sind erste Veränderungen zu beobachten, kann eine Evaluation durchgeführt werden, die wichtige Informationen für die weitere Entwicklung des Projekts beitragen kann. Im Rahmen einer Evaluation wird dann vor Ort die Statistik verifiziert, also geprüft, ob Maßnahmen durchgeführt wurden, wie berichtet und ob positive (oder unerwartete) Veränderungen als Ergebnis der Projektarbeit eingetreten sind. Beispielhaft ist hier unser Streunerprojekt in Thailand zu nennen, von dem wir im Rahmen des Monitorings über die Informationsarbeit sowie mobilen Kliniken Bericht führen. Im Zuge des Monitorings werden zunächst über einen längeren Zeitraum Daten geliefert, zum Beispiel „Mit wie vielen Menschen wurde über das Thema Streuner gesprochen?“ oder „Wie viele Tiere wurden dann in der mobilen Klinik kastriert?“

Durch das Monitoring wissen wir also, was im Rahmen des Projekts gemacht wird. Die Evaluation vor Ort gibt dann Aufschlüsse darüber, wie wertvoll diese Aktivitäten auch wirklich sind – beispielsweise durch Interviews vor Ort mit Menschen, die das Angebot der Partnerorganisation genutzt haben. So können wir in Erfahrung bringen, dass die von uns unterstütze Tierschutzarbeit vor Ort bekannt und geschätzt ist, das Projekt die örtlichen Bedarfe trifft und sich eine Verbesserung der Ausgangslage eingestellt hat. In der Evaluation können zudem ursprüngliche Annahmen, wie z.B. der Einfluss von Religionszugehörigkeit, im Falle vom Streunerprojekt in Thailand des Buddhismus und Islam, auf die Akzeptanz von Streunerhunden und die Sterilisation von Hunden, vor Ort noch einmal überprüft werden.

Natascha Pancic während der Evaluation eines
Eselprojektes in Tansania

Nicht zwangsläufig – auch zwei bis drei Jahre nach Beendigung eines Projektes können Analysen noch sinnvoll sein. Mit diesem zeitlichen Abstand sehen wir oft klarer, ob ein Projekt nachhaltige Veränderungen brachte und ob die Fortschritte noch vorhanden und messbar sind. Wir können somit rückwirkend den Wert, aber auch die Sinnhaftigkeit eines Projektes bestimmen. Diese Erkenntnisse können dann wieder für neue Projekte genutzt werden.

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