Menschen für Tiere

In Uganda verantworten Tiergesundheitshelfer das Wohl der etwa 68 Millionen Nutztiere. Sie übernehmen insbesondere in den ländlichen Regionen die tiermedizinische Versorgung, doch sind dabei oft nur unzureichend ausgebildet. Mit unserem Weiterbildungsprogramm TIERÄRZTE WELTWEIT und gemeinsam mit unserem Partner Bam Animal Clinics schließen wir die Lücke und vermitteln im Rahmen von Workshops das fehlende Wissen.

Hintergrund: TIERÄRZTE WELTWEIT

In Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen, tiermedizinischen Praxen, Behörden und Universitäten führen wir in den Ländern Schulungskurse mit Tierärzten, tierärztlichem Personal, Tiermedizinstudenten, Studenten der Landwirtschaft sowie zahlreichen anderen Berufsgruppen, die im Bereich Tiergesundheit arbeiten, durch.

Zum Programm

Busoga Region im Osten Ugandas im November 2017: 35 Grad, drückende Hitze und kaum ein schattiger Platz auf dem Workshop-Gelände – trotzdem sind alle 30 Teilnehmer hochkonzentriert bei der Sache. Die Tiergesundheitshelfer wissen diese Gelegenheit zu schätzen: Sie wurden von den District Veterinary Offices (den Autoritäten ihrer Regionen) für unseren Workshop ausgewählt. Im Rahmen unseres Weiterbildungsprogrammes TIERÄRZTE WELTWEIT sollen sie in den nächsten sieben Tagen zu den Themen Tierschutz und Tierpflege kostenlos weitergebildet werden.

Neugierde, Interesse und Wissenseifer – Der Programm-Manager von TIERÄRZTE WELTWEIT, Dr. Ruprecht Herbst, der den Einsatz in Uganda begleitet, ist begeistert von der großartigen Gruppe.

Dankenswerter Weise hat unsere Partnerorganisation, die Bam Animal Clinics, für die Woche Unterstützung durch drei erfahrene Tierärzte (Paul Ssuna und Sam Kagoda und Machmut Kalanga) geladen. Sie leiten die Teilnehmer durch die Workshoptage – Thema für Thema, so intensiv wie möglich. Dabei gehen sie hervorragend auf die lokalen Begebenheiten ein – schließlich arbeiten sie alle seit vielen Jahren selbst als Tierärzte in Uganda.

In diesem Workshop wird vor allem das Wohl der Rinder, Schafe und Ziegen thematisiert, denn von ihnen gibt es Millionen in Uganda, die unter der oft mangelnden tiermedizinischen Versorgung leiden.

Die Vormittage sind der theoretischen Lehre gewidmet: Hier lernen die Teilnehmer, was Endo- und Ektoparasiten sind und welche Krankheiten sie übertragen können sowie deren Auswirkungen auf die Tiere. In Gruppenarbeiten definieren sie Symptome, erstellen Diagnosen und erarbeiten potentielle Therapien.

An den Nachmittagen können die engagierten Teilnehmer direkt am Tier ihr zuvor erlangtes Wissen einsetzen. Dafür werden Landwirte aus der Region eingeladen, ihre Tiere zum Workshop-Gelände zu bringen – 15 Rinder sowie eine Vielzahl an Ziegen und Schafen kommen so in den Genuss eines freien Gesundheitschecks sowie im Bedarfsfall auch einer Behandlung. Aufgeteilt in vier Gruppen mit jeweils einem Leiter wird klinisch untersucht, entwurmt, gegen Ektoparasiten und Endoparasiten behandelt. Eine Ziege mit fortgeschrittener Anämie (Blutarmut) erhält so auch die lebensrettende Behandlung.

An anderen Tagen werden Proben von den Tieren auf dem Workshop-Gelände genommen und unter dem Mikroskop untersucht oder das Wundmanagement, also versorgen und verbinden von Verletzungen, praktisch geübt. 

Ein besonderer Tag ist für die Teilnehmer der Ausflug: Raus aufs Feld quasi, rein in den echten Arbeitsalltag, wo nach einer einstündigen Busfahrt ein zentraler Platz im ländlichen Uganda unser Einsatzgebiet ist. Hier finden sich täglich zahlreiche Landwirte mit ihren Viehherden ein, denn der Platz beherbergt eine solarbetriebene Tränke aus einem Wasserauffangbecken – die Tiere können hier also kostenlos mit Wasser versorgt werden. 600 Rinder sind es an diesem Tag.

In vier mobilen Einsatzteams werden die Standardbehandlungen durchgeführt: Entwurmungen, Behandlungen gegen Ektoparasiten sowie im Bedarfsfall auch von Wunden. Am Ende des Tages ist kein Tier unbehandelt vom Platz gekommen – das ist ein toller Erfolg.

Die Teilnahmezertifikate haben sich die jungen und engagierten Tiergesundheitshelfer am letzten Tag des Workshops eindeutig verdient – wir gratulieren an dieser Stelle noch einmal herzlich und danken für den ergiebigen Einsatz!

Auf uns wartete nach dem Workshop noch eine weitere Aufgabe: Wir waren geladen, auf der Tagung der UVA (Uganda Veterinary Association) in Kampala einen Vortrag zu halten und das Programm TIERÄRZTE WELTWEIT unseren ugandischen Kolleginnen und Kollegen vorzustellen. 550 Tierärzte waren vor Ort – und alle hellauf begeistert vom Konzept.

Wir sind mit diesem Einsatz unserem Ziel einer fundierten tiermedizinischen Ausbildung in Uganda einen weiteren großen Schritt nähergekommen.

Weltweit leiden Tiere an fehlender tiermedizinischer Versorgung

Doch nur mit Ihrer Unterstützung können wir das Programm TIERÄRZTE WELTWEIT weiterführen!

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