Ameisenbär auf dem Weg ins Leben

Mehrere Monate verbringen Ameisenbären-Babys auf dem Rücken ihrer Mutter. Das hält sie warm und schützt sie vor Feinden, denn die Fellzeichnung des Nachwuchses verschmilzt so optimal mit dem der Mutter, dass das Kleine gut geschützt vor Beutegreifern ist. Johannes aber ereilte ein anderes, ein trauriges Schicksal: Seine Mutter wurde im südamerikanischen Surinam erschossen. Der wenige Wochen alte Ameisenbär hätte allein in freier Wildbahn keinerlei Überlebenschance gehabt. Doch er hatte Glück, denn unsere Partner des Green Heritage Fund Suriname wurden informiert und kümmerten sich um ihn.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Mitarbeiter unserer Partnerorganisation eines verwaisten Jungtieres annehmen. Dass dies kein leichtes Unterfangen ist, war daher allen bewusst. Insbesondere Ameisenbären- und Faultierjunge haben ganz besondere Ansprüche: aufgrund ihres extrem langsamen Stoffwechsel, benötigen sie eine spezielle Ernährung. Zudem muss ihre Körpertemperatur, wie bei allen Jungtieren, möglichst konstant gehalten werden.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Um die Überlebenschancen geretteter Jungtiere wie Johannes zu erhöhen, ist ein Inkubator (Brutkasten) von großer Wichtigkeit. Daher hatten wir von der Welttierschutzgesellschaft entschieden, die Finanzierung eines solchen Brutkastens für das Schutzzentrum zu übernehmen. „Es war ein Wink des Schicksals, dass wir zeitgleich mit dem Eintreffen des Inkubators auch Johannes in den Händen hielten“, so Monique Pool, die Leiterin des Schutzzentrums in Surinam.

Johannes geht es gut

Acht Wochen sind im Schutzzentrum mittlerweile ins Land gezogen und Johannes geht es gut. Der kleine Ameisenbär hält das Team rund um die Uhr auf Trab. Bis zu 10 Mal am Tag muss er liebevoll und geduldig mit kleinen Mengen Milchersatz gefüttert werden. Zudem werden ihm Termitennester vorgesetzt, an denen er sein natürliches Fressverhalten üben kann, welches ihm in freier Wildbahn von seiner Mutter beigebracht worden wäre. Damit gegebenenfalls die Nahrungszusammensetzung und -menge angepasst werden können, wird Johannes außerdem regelmäßig gewogen. Mittlerweile hat er ein Gewicht von rund 100 Gramm und eine Körperlänge von etwa 25 cm erreicht. Sobald er genug gefuttert hat, zieht es ihn in die wohlige Wärme des Brutkastens zurück und er fällt in einen tiefen Schlaf. Bis der Magen wieder knurrt…

Weil Bilder manchmal mehr sagen als 1000 Worte: Johannes im Video

Dass Johannes den Inkubator so liebt, spielt auch im Hinblick auf seine spätere Auswilderung eine wichtige Rolle: Denn so kann der Kontakt zu den Mitarbeitern des Schutzzentrums auf ein Minimum reduziert werden. So hat er größere Chancen auf eine erfolgreiche Rückkehr in seinen natürlichen Lebensraum, den Regenwald.


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