© Streunerhilfe Bulgarien

Die Katzenfängerin von Plowdiw

„Meine Eltern haben mir von klein an den Respekt vor Tieren beigebracht“

Stella Kuburova hat ihre Leidenschaft für Samtpfoten zum Beruf gemacht: Als Katzenfängerin ist sie täglich in ihrer bulgarischen Heimatstadt unterwegs, um besitzerlosen, oftmals kranken und schwachen Katzen zu helfen. Für die Menschen in Plowdiw, der Europäischen Kulturhauptstadt 2019, ist sie das Gesicht unseres gemeinsamen Projektes mit der Streunerhilfe Bulgarien  – und essentiell für dessen Erfolg.

Hintergrund: Katzenrettung in Bulgarien

In Plowdiw, der zweitgrößten Stadt Bulgariens, leben nach Schätzungen mehr als 10.000 Straßenkatzen. Vielen von ihnen geht es schlecht: Sie leiden unter Mangelernährung und Erkrankungen oder werden Opfer des Straßenverkehrs. Gemeinsam mit unserem Partner, der Streunerhilfe Bulgarien, wollen wir ihre Situation verbessern - durch Kastration und Informationsarbeit in der Bevölkerung.

Zum Projekt

Stella Kuburova über...

... ihre Beziehung zu Katzen:

„Meine Eltern haben mir von klein an den Respekt vor Tieren beigebracht. Zur ‚Katzenperson‘ wurde ich vor sechs Jahren, als ich mit meinem Sohn unterwegs war und wir auf der Straße ein hilfloses, völlig durchnässtes Katzenjunges entdeckten, das offenbar ausgesetzt worden war. Mein Sohn sagte: ‚Wir lassen das Baby hier nicht sterben, oder?‘ Seit diesem Tag kümmere ich mich um Katzen und will mit meiner Arbeit dazu beitragen, dass solch traurige Anblicke auf unseren Straßen aufhören.“

Die Katzenfängerin von Plowdiw ist täglich in ihrer bulgarischen Heimatstadt unterwegs, um besitzerlosen, oftmals kranken und schwachen Katzen zu helfen.
© Streunerhilfe Bulgarien

... ihren Job als Katzenfängerin

„Meine Arbeit beginnt jeden Morgen in unserer Klinik. Zunächst schaue ich nach den Katzen, die ich am Vortag gefangen habe und die dann bei uns behandelt und kastriert wurden. Anschließend geht es vier Stunden auf die ‚Jagd‘. Auf der Straße treffe ich meist auf hungrige, verängstigte Katzen, viele haben Flöhe und andere Parasiten. Die Katzen, die ich morgens mit viel Geduld einfange, bringe ich in die Klinik. Am Nachmittag fahre ich wieder raus und setze die Katzen vom Vortag dort aus, wo ich sie gefangen habe - sofern es ihr Zustand zulässt. Das ist sehr wichtig, denn lässt man sie in fremdem Gebiet heraus, geraten sie in Konflikte und werden versuchen, in ihr altes Revier zurückzukehren. In einer Großstadt wie Plowdiw mit viel Straßenverkehr ist das sehr gefährlich.“

Als Katzenfängerin ist Stella Kuburova essentiell für den Erfolg unseres Projektes
© Streunerhilfe Bulgarien

... ihre Bildungsarbeit

„Eine meiner Hauptaufgaben ist es, der Bevölkerung als Ansprechperson zur Verfügung zu stehen und für die Belange der Katzen zu werben. Viele sind interessiert an meiner Arbeit, wenn ich mit Fallen und Futter durch die Straßen ziehe. Ich erlebe viel Zuspruch, aber nicht alle Leute finden meine Arbeit gut. Viele negieren zum Beispiel das Problem und halten es für natürlich, dass tausende besitzerlose Katzen auf den Straßen unserer Stadt leben. Andere wiederum verstehen nicht, warum ich die Katzen am selben Ort wiederaussetze. Ich versuche diese Leute mit viel Geduld von der Bedeutung und dem Sinn unserer Arbeit zu überzeugen. Wenn ich in ein neues Gebiet komme, informiere ich die Bewohner durch Flyer über meine Arbeit. In den letzten Jahren habe ich durch Gespräche und Infomaterial schon viele, viele Menschen in Plowdiw erreichen können.“

Stella Kuburova steht den Bürgern als Ansprechperson zur Verfügung und wirbt für die Belange der Katzen
© Streunerhilfe Bulgarien

... das Schönste an ihrem Job

„Viele Katzen, die ich einfange, sind in einem schlechten Zustand. Wenn durch Kastration die Populationen kleiner werden, verbessert sich meist auch der Ernährungszustand der Tiere. Komme ich Monate später wieder und sehe, dass die Tiere viel fitter als vorher aussehen, ist das eine großartige Bestätigung unserer Arbeit. Besonders stolz bin ich auch, wenn es mir nach Stunden gelingt, eine besonders scheue und wilde Katze einzufangen.“
Um die Zahl der Streuner in Plowdiw nachhaltig und tiergerecht zu reduzieren, hat die Katzenfängerin ihre Arbeit rund um die Klinik begonnen und arbeitet sich nun spiralförmig in weitere Bezirke vor. Durch dieses Vorgehen soll erreicht werden, dass auch bei Zuwanderung von außen immer weniger unkastrierte Katzen aufeinandertreffen und dadurch verhindert wird, dass immer neuer Nachwuchs entsteht.

Retten Sie Katzenleben!

Bitte unterstützen Sie uns dabei, die Population der Straßenkatzen von Plowdiw zu reduzieren und vielen tausenden Katzen ein elendes Leben auf der Straße zu ersparen.

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