In weiten Teilen Syriens waren Tierschutzmaßnahmen über Jahre hinweg kaum möglich – mit dramatischen Folgen, wie sich jetzt immer deutlicher zeigt. Erst seit dem politischen Umbruch Ende 2024 können Tierschützer*innen wie unsere Partnerorganisation House of Cats Ernesto Teile des Landes wieder erreichen, die zuvor für uns unbetretbar waren. Darunter auch die Hauptstadt Damaskus, wo die Population streunender Hunde auf eine Größe angewachsen ist, die für die Tiere ohnehin großes Leid bedeutet, zuletzt aber zur akuten Lebensgefahr wurde: Groß angelegte Tötungsaktionen waren geplant – und damit unser schnelles Handeln im Rahmen eines Nothilfeeinsatzes erforderlich.
Bewohner*innen von Damaskus, die sich durch die angewachsene Streunerpopulation bedroht fühlten, forderten radikale Maßnahmen gegen die Hunde in der Stadt. Schockierende Meldungen von Hunden, die vergiftet, erschlagen und wie Müll entsorgt wurden, zeigten, dass einige – trotz einer Verlautbarung des Gesundheitsministeriums, die eigenmächtige Aktionenverhindern sollte – nicht auf ein Handeln der Behörden warten wollten . Doch solch grausame, inhumane Tötungen von Hunden verursachen nicht nur unvorstellbares Tierleid, sondern helfen auch keineswegs dabei, eine große Streunerpopulation von vielen tausend Tieren wie in Damaskus nachhaltig einzudämmen.
Für uns war daher klar, dass wir am Beispiel einer Kastrationsaktion ein Zeichen setzen müssen.
Wir haben umgehend Mittel aus dem WTG-Nothilfefonds bereitgestellt, damit unser Team schnellstmöglich nach Damaskus reisen konnte, um Hunde vor der akuten Gefahr einer Tötung zu bewahren. Mit diesem Ziel haben wir in ausgewählten Stadtteilen streunende Hunde eingefangen – viele von ihnen waren mit Zecken übersäht, einigen wiesen zudem alte, zum Teil aber infizierte Schusswunden auf. Sie wurden von den Zecken befreit, entwurmt, gegen Pilzinfektionen behandelt, kastriert und wieder an ihre angestammten Plätze gebracht. Um die Gesundheit der Tiere zu verbessern und damit das allgemeine Risiko auch für die Menschen zu verringern, wurden zudem Impfungen gegen die Tollwut geleistet. Vor ihrer Freilassung erhielten die Hunde auch eine Markierung am Ohr, damit sie – so die Verabredung mit den Behörden – von möglichen Keulungen verschont bleiben.
Das Team leistete diese Arbeit unter sehr schwierigen Bedingungen – und das nicht nur aufgrund der kurzzeitig erneut aufkeimenden Kriegshandlungen und der extremen Temperaturen im syrischen Sommer. Insgesamt erhielten letztlich 250 Tiere eine Behandlung und damit lebensrettende Hilfe, bei 86 Hunden war eine Kastration möglich.
Trotz einzelner Unwägbarkeiten, die im Zuge der Maßnahmen auftraten, sind wir froh, dass wir diese Kastrationsaktion in Damaskus ermöglichen konnten. Dem empfundenen Sicherheitsrisiko durch streunende Hunde lässt sich am besten mit einer Kombination aus Kastration und Impfung begegnen und auch Bildungsarbeit in der Bevölkerung bleibt unabdingbar – diese Maßnahmen sollen sich, auch mit unserer Unterstützung, langfristig vor Ort durchsetzen.
Liebe Tierfreund*innen, Ihre Spende für den WTG-Nothilfefonds macht es möglich, dass wir in Notsituationen wie in Damaskus schnell einsatzfähig sind und Hunde retten können. Insbesondere Ihre monatliche Zuwendung ermöglicht es uns, dass wir weiterhin mit Nothilfen aktiv sein und zudem nachhaltige Maßnahmen zur Stärkung des Tierschutzes in Syrien aufgebaut werden können.
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