Kastration ist Tierschutz

Erinnern Sie sich an Amy? Eine unkastrierte Katze wie sie könnte innerhalb von zehn Jahren tausende Nachkommen zeugen und so viel zusätzliches Leid ins bulgarische Plovdiv bringen. Das wollen wir durch flächendeckende Kastrationen verhindern.

Als wir Amy auf den Straßen Plovdivs entdeckten, war sie am Ende ihrer Kräfte. Zwischen Müll und verdorbenem Essen, am Rande viel befahrener Straßen, suchte sie seit Tagen vergeblich nach einem Rückzugsort. Die Verletzungen, die sie sich im Kampf um ein Revier mit anderen Streunerkatzen zugezogen hat, schmerzten. Und es hätte für sie sogar noch schlimmer kommen können: Amy war nicht kastriert und so wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sie trächtig geworden wäre. Ihre Kätzchen hätten den Kampf gegen Hunger und Krankheiten schnell verloren.

Doch Amy konnte geholfen werden


Es war ein leichtes, die scheue Katze mit Futter anzulocken und sie behutsam einzufangen. So hungrig, so kraftlos. In der Klinik angekommen, erhielt sie die wohl erste tiermedizinische Grunduntersuchung ihres Lebens und ihre offenen Wunden wurden behandelt. Dann konnte sich die junge Katze erst einmal von all der ungewohnten Aufmerksamkeit erholen und ihren Hunger stillen, bis sie später von der leitenden Tierärztin Diana Krasimirova und ihrem Assistenten kastriert wurde. Amys Wunden heilten schnell und so war sie nur wenige Tage in unserer Obhut.

Dieser Ablauf ist Routine in der bulgarischen Kastrationsklinik: Sind die Katzen gesund und haben sie sich von dem operativen Eingriff erholt, bringen wir sie an ihre angestammten Plätze in Freiheit zurück. Andere Katzen, deren Rückkehr auf die Straße aufgrund ihres Alters oder Zustandes zu riskant wäre, bleiben so lange in guter Obhut bis unser Projektpartner ein neues Zuhause für sie gefunden hat.

10.000 unkastrierte Streunerkatzen – noch eine Menge zutun

Doch schätzungsweise 10.000 Streunerkatzen teilen Amys Schicksal in Plovdiv, der zweitgrößten Stadt Bulgariens. Die meisten Tiere sind unkastriert und ungeimpft. Sterben sie nicht schon im Kätzchenalter, erwartet sie ein grausames Leben auf der Straße.
Denn jede unkastrierte Katze kann zweimal im Jahr vier bis sechs Junge werfen. Hochgerechnet erhält man auf ein Tier und seine Nachkommen innerhalb von sieben Jahren demnach eine Katzenfamilie von 420.715 Tieren. Mit zunehmender Zahl wächst auch das Leid der Streunertiere: So gibt es weniger Futter für alle, Krankheiten können sich schneller ausbreiten und teilweise finden schwere Auseinandersetzungen um das angestammte Revier statt.

„Flächendeckendes Unfruchtbarmachen ist das einzig wirksame Mittel zur Kontrolle der freilebenden Katzenverbände“, weiß Daniela Schrudde, Tierärztin und Programmdirektorin bei der Welttierschutzgesellschaft. Deshalb haben wir gemeinsam mit der Streunerhilfe Bulgarien die erste Kastrationsklinik der Stadt eröffnet. Unser Ziel ist es, in drei Jahren 70 bis 80 Prozent der Streunerkatzen Plovdivs zu kastrieren. Denn nur dann bewirken wir eine langfristige Verringerung der Population.

Mit Hilfe unserer Spenderinnen und Spendern konnten wir die ersten Monate der Kastrationsklinik bereits erfolgreich meistern: Insgesamt wurden seit Juni 2016 bis Anfang März 2017 schon 1319 Katzen kastriert. Vermehrt wird auch die Bevölkerung auf unsere Aktionen aufmerksam und übernimmt Verantwortung. So bringen immer wieder auch tierliebe Bulgaren ihre Schützlinge von der Straße direkt ins Kastrationszentrum.

Helfen Sie uns, damit es so weitergeht?

Bitte spenden Sie für den Erhalt der Kastrationsklinik und retten Sie Katzenleben!

 


Weitere Hintergründe zum Projekt finden Sie auch hier:
»Streunerkatzen in Bulgarien

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