Kampagne #GegenTausendToteBären

Für echte Bärenhilfe in Rumänien

Mensch-Bär-Konflikte nehmen in Rumänien seit Jahren zu. Immer häufiger werden Bären in Ortschaften gesichtet und es kommt zu gefährlichen, teils tödlichen Angriffen auf Menschen. Diese Entwicklung ist das Ergebnis komplexer Ursachen, doch das Land reagiert auf die Problematik vor allem mit einer Methode: Abschuss der Tiere!

Obwohl der Braunbär durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (kurz FFH-Richtlinie) nach EU-Recht streng geschützt ist, hat die rumänische Regierung die bestehende Abschussquote jetzt sogar noch mehr als verdoppelt: Jetzt können nun 969 Bären getötet werden – selbst wenn der überwiegende Teil von ihnen zuvor kein auffälliges oder gefährdendes Verhalten gezeigt hat.

Dieses unserer Ansicht nach rechtswidrige und absolut nicht tierschutzkonforme Handeln Rumäniens müssen wir verhindern und setzen uns im Rahmen der Kampagne #GegenTausendToteBären ein. Statt pauschaler Abschussquoten braucht es endlich nachhaltige Maßnahmen für echte Bärenhilfe in Rumänien.

#GegenTausendToteBären

Bitte unterstützen Sie unsere Forderungen:

Die EU-Kommission muss JETZT handeln und sowohl die Rechtmäßigkeit der neuen Abschussquote Rumäniens prüfen als auch Transparenz und wissenschaftliche Überprüfbarkeit herstellen.

Ja, der Mensch-Bär-Konflikt in Rumänien spitzt sich zu

Rumänien ist die Heimat der größten Braunbärenpopulation Europas und steht besonders im Fokus des Konfliktes zwischen Menschen und Bären. Unter anderem veränderte Landnutzung, demografischer Wandel sowie menschliches Verhalten, wie etwa das Anfüttern von Bären oder die unsachgemäße Müllentsorgung, führen dazu, dass Bären ihre natürliche Scheu verlieren und sich zunehmend in Siedlungsnähe aufhalten. Diese Nähe zu menschlichen Gerüchen und Geräuschen verändert das Verhalten der Tiere nachhaltig. Haben sich weibliche Bären einmal an die Nähe des Menschen gewöhnt, geben sie diese Erfahrung während der Aufzucht auch an ihre Jungtiere weiter. So entsteht über Generationen hinweg ein Verhalten, bei dem immer mehr Bären die natürliche Scheu verlieren und sich gezielt in menschliche Nähe begeben – ein Prozess, der das Konfliktpotenzial erheblich verstärkt.

Nach Angaben lokaler Organisationen in Rumänien wird der Konflikt zudem verstärkt, da etwa die präventive Jagdquote in einigen Regionen von Jagdverbänden genutzt wird, um Bären durch sogenannte „Zusatzfütterungsstellen“ gezielt für die Trophäenjagd anzulocken. Obwohl das Füttern von Bären in der Öffentlichkeit verboten und mit Geldstrafen belegt ist, tragen auch diese Praktiken dazu bei, dass Bären ihre natürliche Scheu verlieren und sich verstärkt an vom Menschen bereitgestellte Nahrung gewöhnen. Die Praxis wird seit vielen Jahren auch öffentlich kritisiert. Auch ist bekannt, dass Wanderrouten durch geschützte Gebiete verlaufen und Tourismus-Aktivitäten konkret auf Bärenbegegnungen zielen.  

Durch die in Folge der komplexen Ausgangslage entstandene Zunahme der Mensch-Bär-Konflikte sieht sich die rumänische Politik einem wachsenden Handlungsdruck ausgesetzt – auch medial werden Bären im Land negativ dargestellt und die Bevölkerung fordert in großen Teilen konsequentes Handeln; etwa durch Abschüsse.

  • Für die Jahre 2024 und 2025 galt in Rumänien die nationale Abschussquote von 481 Braunbären pro Jahr.
  • Im Juni 2026 brachte nun der rumänische Vizepremierminister und kommissarische Landwirtschaftsminister Barna Tánczos für die Jahre 2026/2027 im Rahmen der überarbeiteten Dringlichkeitsverordnung Nr. 81/2021 den Vorschlag ein, sie auf 969 Tiere anzuheben.
  • Zur Legitimation der neuen, stark erhöhten Quote wird eine Bestandserhebung herangezogen, die eine sehr hohe Populationsgröße von Braunbären darlege: Das rumänische Umweltministerium veröffentlichte die vorläufigen Ergebnisse im Dezember 2025. Die genetische Studie zur Braunbärenpopulation soll über 24.000 DNA-Proben aus 25 Landkreisen analysiert haben. Die Studie schätze auf dieser Basis die Population im Land auf 10.419 bis 12.770 Bären und liefert damit deutlich höhere Zahlen als frühere Erhebungen, die von rund 8.000 Tieren ausgingen. Da die vollständige Studie sowie die für die Analysen verwendeten genetischen Rohdaten und räumlichen Eingangsdaten bisher nicht öffentlich zugänglich sind, ist eine unabhängige Überprüfung der Daten und Schlussfolgerungen derzeit nicht möglich.
  • Am 16. September 2026 stimmte die Abgeordnetenkammer dem Gesetz zu: 249 Abgeordnete stimmten mit Ja, 9 mit Nein, 10 enthielten sich, ein*e Abgeordnete wählte nicht.

Jetzt ist der „Gesetzentwurf zur Änderung und Ergänzung der Regierungsverordnung Nr. 81/2021 über die Genehmigung von Sofortmaßnahmen zur Verhinderung und Bekämpfung von Angriffen von Braunbären auf Menschen und deren Eigentum sowie zur Änderung und Ergänzung bestimmter normativer Akte“ verabschiedet. Am 05. Oktober 2026 ist das neue Gesetz Nr. 190/2026, mit dem die Dringlichkeitsverordnung Nr. 81 aus dem Jahr 2021 überarbeitet wurde, nun offiziell in Kraft getreten. In der Folge sind jetzt fast 1.000 Braunbären zum Abschuss freigegeben!

Die FFH-Richtlinie schreibt unter anderem vor, dass:

  1. im Umgang mit Braunbären vor Abschuss zunächst nicht-tödliche Maßnahmen, also etwa Schutz- und Präventionsmaßnahmen wie Müllmanagement, Elektrozäune, Vergrämung oder Umsiedlungen zu priorisieren sind. Diese Priorisierung findet in dem neuen Gesetz keine Erwähnung und es werden keine Vorgaben zur Ausschöpfung von sinnvollen Maßnahmen wie Müllmanagement, Elektrozäunen oder Vergrämung gemacht. In Rumänien werden derartige Präventionsmaßnahmen auch bisher nicht konsequent umgesetzt, obwohl im Rahmen eines mit rund 11 Millionen Euro aus EU-Mitteln finanzierten Programms zur Umsetzung des nationalen Bärenaktionsplans auch Mittel für Konfliktprävention und Schadensvermeidung bereitgestellt wurden. 

  2. die Tötung eines Braunbären als eine streng geschützte Art grundsätzlich verboten und nur in eng begrenzten Ausnahmefällen zulässig ist, etwa wenn den Tieren konkret die Verursachung von Schadensereignissen (wie z.B. Angriffe auf Menschen oder Nutztierrisse) zugeordnet werden kann. Diese Ausnahmen dürfen ausschließlich als letztes Mittel angewendet werden, wenn Schutz- und Präventionsmaßnahmen nicht ausreichen. Im neuen Gesetz werden pauschal Bärenabschüsse erlaubt. Die neue Quote umfasst 110 Tiere, die im Rahmen von sogenannten „Eingriffsmaßnahmen“ geschossen werden dürfen, sowie auch 859 Tiere, die präventiv geschossen werden dürften, also Bären, die zuvor kein auffälliges oder als gefährdend eingestuftes Verhalten gezeigt haben.

Zudem schreibt die FFH-Richtlinie ein Vorsorgeprinzip vor, um den „günstigen Erhaltungszustand“ des Braunbären in Rumänien zu wahren. Dieses wird durch das neue Gesetz verletzt, da dieses nicht auf gesicherten und transparent veröffentlichten Erkenntnissen über die Populationsgröße von Braunbären in Rumänien fußt. Eine bisher nur in Teilen veröffentlichte rumänische Bärenstudie erfüllt dieses Kriterium unserer Auffassung nach nicht.

Somit ist die neue Abschussquote in Rumänien mutmaßlich ein Rechtsbruch

„Wenn Rumänien die Abschussquote für Braunbären weiter erhöht, ohne Schutz- und Präventionsmaßnahmen konsequent umzusetzen und zu priorisieren, darf die EU-Kommission nicht untätig bleiben. Sie muss das rumänische Vorgehen prüfen und Verantwortung für den Schutz von Braunbären in der EU übernehmen.“

Christine Rattel, Projektmanagerin Wildtiere

Als Welttierschutzgesellschaft sind wir seit mehr als 20 Jahren im Land aktiv und fördern drei Partnerorganisationen im Einsatz für Bären. Die aktuelle, sich massiv zuspitzende Ausgangslage erfordert schnelles Handeln. Aus diesem Grund machen wir uns im Rahmen einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne #GegenTausendToteBären stark: Wir fordern die EU-Kommission umgehend zum Handeln auf – Sie muss den mutmaßlichen Rechtsbruch Rumäniens stoppen!

#GegenTausendToteBären

Bitte unterschreiben Sie die Petition:

Die EU-Kommission muss JETZT handeln und sowohl die Rechtmäßigkeit der neuen Abschussquote Rumäniens prüfen als auch Transparenz und wissenschaftliche Überprüfbarkeit herstellen.

Als Welttierschutzgesellschaft sind wir seit mehr als 20 Jahren im Land aktiv und fördern drei Partnerorganisationen im Einsatz für Bären. Statt der Erhöhung von Abschussquoten setzen wir uns in Rumänien gemeinsam für ein modernes, evidenzbasiertes Wildtiermanagement ein.

Folgendes ist dringend notwendig:

  • Präventionsmaßnahmen müssen ausgeweitet werden, etwa bärensichere Müllsysteme, Elektrozäune, Herdenschutzhunde und gezielte Informationsarbeit vor Ort.

  • Intervention im Notfall und nachhaltige Lösungsansätze: Unsere Partnerorganisationen berichten seit Monaten, dass sie die Auswirkungen bereits intensiv spüren. Immer mehr verwaiste Jungbären geraten in Not und bedürfen der Rettung. Hier braucht es dringend mehr Unterstützung bei der Versorgung der Tiere und des Betriebs der wichtigen Einrichtungen.

  • Gleichzeitig sind jetzt dringlich Aktivitäten notwendig, die nachhaltige Lösungen aufzeigen und die Bevölkerung – etwa durch Informationsarbeit – einbinden.

Das Libearty Bärenschutzzentrum in Zărnești von Asociatia Milioane de Prieteni (AMP)
bietet eine tiergerechte, lebenslange Unterbringung für Braunbären, die zuvor unter tierschutzwidrigen Bedingungen in Zoos, Zirkussen oder in Privathaltung leben mussten, zunehmend aber auch für Tiere, die im Zuge der Mensch-Bär-Konflikte in Not geraten sind. Außerdem wurde kürzlich ein mit unserer Unterstützung errichtetes Jungtiergehege in Betrieb genommen. Aktuell finden dort 130 gerettete Bären ein naturnahes Zuhause mit Rückzugsorten, Schwimmbecken und Winterschlafplätzen.

Im Rehabilitationsprojekt von Association for Conserving Natural Values Orphan Bear Rehabilitation Center – Bear Again werden verwaiste Jungbären bis zu einem Alter von bis zu sechs Monaten aufgenommen, rehabilitiert und im darauffolgenden Jahr wieder ausgewildert. Während der Rehabilitation wird der Kontakt zum Menschen minimiert, um die natürlichen Instinkte der Tiere zu fördern und künftige Konflikte zu vermeiden. Die WTG unterstützt Bear Again seit 2023. 

Außerdem unterstützen wir die lokale Arbeit einer weiteren Organisation für präventive und konfliktmindernde Maßnahmen wie den Bau von Elektrozäunen sowie die Ausstattung und Unterstützung von Interventionsteams, um gemeinsam mit der ländlichen Bevölkerung an Lösungen für eine sichere Koexistenz von Mensch und Bär zu arbeiten.

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, die Braunbären in Rumänien brauchen jetzt unser aller Kraft! Bitte unterzeichnen Sie die Petition und teilen Sie diese in Ihrem Bekanntenkreis. Auch hilft uns jede Spende dabei, die Kampagnen- und Projektarbeit umzusetzen. Herzlichen Dank!

Ihre Spende für echte Bärenhilfe

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Ihre Ansprechpartnerin ist Viola Schmid

Referentin Kampagnen

Tel.: +49(0)30 – 9237226-0
E-Mail: vs@welttierschutz.org

Welttierschutzgesellschaft e.V.
Reinhardtstr. 10
10117 Berlin

FAQ – die wichtigsten Fragen zur Kampagne

Obwohl das neue Gesetz weibliche Bären mit Jungtieren unter zwei Jahren innerhalb der Präventionsquote grundsätzlich vom Abschuss ausnimmt, bestehen weiterhin Risiken. Da dieses Verbot nur im Abschnitt zur Präventionsquote verankert ist, könnten bei sogenannten „Eingriffsmaßnahmen” weiterhin auch Muttertiere getötet werden. Dadurch droht die Verwaisung von Jungbären. Sogenannte „Eingriffsmaßnahmen” dienen im Vergleich zu präventiven Zwecken (Präventionsquote) der Reaktion auf konkrete „Problemfälle„. Hier geht es um einzelne Bären, die bereits wiederholt Schäden verursacht haben, sich in Siedlungen aufhalten oder als Gefahr für Menschen eingestuft werden.

Unsere Partnerorganisationen vor Ort beobachten bereits heute eine steigende Zahl verwaister Jungbären in Schutzzentren. Eine Wiederauswilderung ist nicht für alle dieser Tiere möglich. Hinzu kommt eine unbekannte Dunkelziffer an Jungtieren, die nach dem Abschuss der Mutter nicht aufgefunden werden können und mutmaßlich ohne den mütterlichen Schutz versterben.

Mit dem neuen Gesetz droht sich in Rumänien eine dauerhafte Abschusspraxis zu etablieren, bei der politische Quoten die bisher erforderliche Einzelfallprüfung ersetzen. Dadurch können auch Bären getötet werden, die keine konkrete Gefahr darstellen. Statt wirksame Präventionsmaßnahmen auszubauen, setzt das Gesetz verstärkt auf die Tötung geschützter Bären. Aus Tierschutzsicht ist zudem problematisch, dass Abschüsse irreversible Maßnahmen darstellen und dabei auch Tiere betroffen sein können, von denen keine konkrete Gefahr ausgeht. Nicht sofort tödliche Treffer können erhebliche Schmerzen, langes Leiden und Stress verursachen. Zudem besteht die Gefahr, dass Muttertiere getötet werden und Jungtiere verwaisen. Das Ergebnis vermehrter Abschüsse der letzten Jahre können wir bereits in den beiden von uns unterstützten Bärenschutzzentren in Rumänien beobachten, wo sich die Zahl der verwaisten Jungbären deutlich erhöht hat.

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) ist eine zentrale Naturschutzrichtlinie der Europäischen Union. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten, bestimmte Tier- und Pflanzenarten sowie ihre Lebensräume zu schützen. Der Braunbär gehört zu den durch die Richtlinie streng geschützten Arten.

Die EU-Kommission ist für die Überwachung und Durchsetzung des EU-Rechts zuständig. Wenn Mitgliedstaaten gegen europäische Naturschutzvorschriften verstoßen, kann sie Prüfverfahren einleiten und auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben drängen. Bei Missachtung von Seiten der Mitgliedsstaaten kann die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren starten, das im Extremfall eine Verurteilung durch den Europäischen Gerichtshof, die Verpflichtung zur Änderung der nationalen Gesetzgebung sowie bei weiterer Nichtbeachtung erhebliche Geldstrafen zufolge haben kann.

Bereits 2019 wurde ein vergleichbares Gesetzesvorhaben zur Wiedereinführung der Bärenjagd von der EU-Kommission unter Hinweis auf einen drohenden Verstoß gegen die FFH-Richtlinie beanstandet.

Da das neue rumänische Gesetz nach unserer Einschätzung einen Verstoß gegen EU-Recht darstellt, fordern wir die EU-Kommission auf, sowohl die wissenschaftliche Grundlage als auch die Rechtmäßigkeit des neuen Gesetzes sorgfältig zu überprüfen und darauf hinzuwirken, dass die Bestimmungen des neuen Gesetzes in Rumänien, die einen mutmaßlichen Bruch von EU-Recht darstellen, gestoppt werden.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Begegnungen zwischen Menschen und Braunbären gestiegen. Es kommt häufiger zu Schäden an Nutztieren, Sichtungen in Ortschaften und teilweise auch zu Angriffen auf Menschen. Die Ursachen dafür sind jedoch vielfältig. Dazu gehören Veränderungen der Landnutzung, menschliches Verhalten wie das Anfüttern von Bären oder eine unzureichende Müllentsorgung sowie touristische Aktivitäten in Bärengebieten. Zudem wird etwa die präventive Jagdquote in einigen Regionen in Rumänien von Jagdverbänden genutzt, um Bären durch sogenannte „Zusatzfütterungsstellen“ gezielt für die Trophäenjagd anzulocken. Obwohl das Füttern von Bären in der Öffentlichkeit verboten und mit Geldstrafen belegt ist, tragen auch diese Praktiken dazu bei, dass Bären ihre natürliche Scheu verlieren und sich verstärkt an vom Menschen bereitgestellte Nahrung gewöhnen. Bei weiblichen Bären können solche Verhaltensweisen zudem an Jungtiere weitergegeben werden.

Deshalb braucht es nachhaltige Maßnahmen zur Konfliktprävention. Die bloße Fokussierung auf höhere Abschusszahlen ist dagegen aus unserer Sicht der falsche Weg.

Außerdem sind Braunbären entsprechend der FFH-Richtlinie streng geschützt und Abschüsse grundsätzlich verboten und nur in eng begrenzten Ausnahmefällen zulässig. Diese Ausnahmen dürfen ausschließlich als letztes Mittel angewendet werden, wenn nicht-letale Maßnahmen nicht ausreichen. Wir stellen nicht infrage, dass in bestimmten Einzelfällen Interventionen (sogenannte Eingriffsmaßnahmen) erforderlich sein können. Kritisch sehen wir aber, dass die neue Quote 859 Tiere umfasst, die präventiv geschossen werden dürften, also auch Bären, die zuvor kein auffälliges oder als gefährdend eingestuftes Verhalten gezeigt haben.

Wir setzen uns für individuelle Interventionen statt pauschaler Abschussquoten ein, die nur in konkreten Ausnahmefällen erfolgen, sich am konkreten Verhalten einzelner Tiere orientieren und nur als letztes Mittel genutzt werden, wenn nicht-letale Maßnahmen wie Müllmanagement, Elektrozäunen, Vergrämung und Umsiedlungen als Instrumente im Umgang mit Mensch-Bär-Konflikten nicht ausreichen.