In 30 Tagen um die Tierwelt, Teil 2: Thailand und Indien

Die mobile Tierklinik begeistert Groß und Klein

Das Nachbarland Thailand, genauer gesagt die Insel Koh Lanta im Süden des Landes wurde von mir als drittes besucht. Auf Grund der zahlreichen Saisonarbeiter, die ihre Haustiere hin- aber nicht zurücknehmen, gehören herrenlose Hunde und Katzen genauso zum Straßenbild wie Touristen und Tuk-Tuks. Ich besuchte eines der Tierheime und begleitete eine mobile Klinik auf einen ihrer Einsätze und war von der Gründlichkeit und Professionalität der Ärzte begeistert. Die Tiere werden nach der „Catch & Release“ -Methode eingefangen, medizinisch versorgt, kastriert, gegen Tollwut und andere Krankheiten geimpft und danach wieder frei gelassen.

Die größten Fans der mobilen Klinik? Die Kinder vor Ort. Ich setzte mich neben zwei kleine Mädchen, die den ganzen Tag zu Fuß unterwegs waren, um ihre kleinen, tierischen Freunde behandeln zu lassen. Geduldig verbrachten wir drei Stunden mit Warten. Doch von Langeweile keine Spur. Wie denn so eine Operation von Statten ging, wollten sie wissen. „Gibt es in Deutschland auch eine mobile Klinik für Hunde und Katzen?“ fragten sie wissbegierig.

Die Wartezeit verging im Flug. Als die Mädchen ihre Hunde wohlbehalten und gesund zurückbekamen, erhielten sie alle wichtigen Informationen zum Heilungsverlauf. Freudenstrahlend machten sie sich gemeinsam mit ihren behandelten Hunden auf den Heimweg. Gemeinsam mit unserem Partner Lanta Animal Welfare (LAW) haben wir inzwischen über 1000 Hunde und Katzen medizinisch versorgt, kastriert und gegen Tollwut und diverse andere Krankheiten geimpft.

Hilfe für sensible Langohren

Die letzte Station meiner Projektreise war Indien.
Bei meiner Ankunft im Süden des Landes flirrte die Luft vor Hitze. Unter diesen harten Bedingungen müssen hunderte und aberhunderte von Eseln jeden einzelnen Tag Arbeit vollbringen. Ob das Material für ein neues Haus heran geschafft, Früchte transportiert oder Sand aus dem Flussbecken gehoben werden muss, ohne die kleinen grauen Pferdetiere würde hier nichts funktionieren. Leider werden viele Tiere unter sehr schlechten Bedingungen gehalten und müssen oft bis zur Erschöpfung arbeiten. Zu den Folgen gehören gebrochene Beine, Wunden und Dehydrierung.

Um den kleinen Helfern, die wirklich deutlich kleiner sind als in Europa, zu helfen, gibt es die Esel-Klinik. Alle sechs Monate machen sich Tierärzte und Helfer unserer Partnerorganisation WVS gemeinsam mit Studenten der Tiermedizin auf den langen Weg zu den Eselbesitzern. Zwei Bundesstaaten und zahlreiche Dörfer durchquerten wir, um Wunden zu behandeln, zu entwurmen, zu impfen und vor allem und am wichtigsten, um aufzuklären. Mitzuerleben, wie zu Beginn des Projektes, noch zurückhaltenden Eselhalter, heute ihre Tiere von sich aus zu den Stationen bringen und wie die Zeichen von schlechter Haltung und Fehlinformation mit jedem Besuch zurückgehen, freut nicht nur das Team an Ärzten, auch mich hat es tief beeindruckt.

Das Fazit meiner Reise? Es war eine große Freude zu sehen, wie erfolgreich unsere Partnerprojekte laufen und wie gut sie von der Bevölkerung angenommen werden. Viele Tiere konnten gerettet und medizinisch versorgt werden, und erhalten die Wertschätzung und den Respekt, den sie verdienen. Natürlich gibt es noch viel zu tun, bis unser Vision einer Welt, in der Tiere von den Menschen respektiert und tiergerecht behandelt werden, wahr wird. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Nur die tatkräftige Unterstützung der Spenderinnen und Spender macht diese Projekte möglich.

Vielen Dank!


 

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