In 30 Tagen um die Tierwelt, Teil 1: Indonesien und Kambodscha

In 30 Tagen um die Tierwelt

Daniela Schrudde, Tierärztin und Projektkoordinatorin bei der Welttierschutzgesellschaft, besuchte unsere Partnerorganisationen* in Indonesien, Kambodscha, Thailand und Indien. Sie traf verantwortungsvolle Projektleiter, engagierte Tierärzte- und -helfer, sprach mit besorgten Haustierbesitzern, begeisterten Kindern und sah viele Tiere, die dank der wunderbaren Arbeit ein tiergerechtes Leben führen können.

Der Mensch-Elefanten Konflikt auf Sumatra

„Ich begann meine Reise in Indonesien. Auf der Insel Sumatra leben noch schätzungsweise 2.000 – 2.500 wilde Sumatra-Elefanten – der Bestand hat sich seit 1985 fast halbiert. Durch die massive Abholzung der Regenwälder verloren immer mehr Elefanten ihren Lebensraum und drangen deshalb auf der Suche nach Futter und neuen Revieren in menschliche Siedlungen ein. Es kam zu vermehrten Mensch-Tier Konflikten. Viele dieser „Problem-Elefanten“ wurden seitens der Regierung gefangen genommen. In den staatlichen organisierten Elefanten-Camps erhalten die Tiere leider nicht immer die Versorgung, die sie benötigen. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation VESSWIC kümmern wir uns daher um diese Elefanten, um ihnen ein tiergerechtes Leben zu ermöglichen.

So konnte auch Karnangun ein neues Leben beginnen. Mit seinen 40 Jahren ist er einer der älteren Elefanten im Schutzzentrum. Loyal zu seinem Mahout (Elefantenführer) und besonders intelligent hat er bei Mensch und Tier eine ganz besondere Position eingenommen. So wurde mir berichtet, wie Karnangun bei einer Konfrontation mit wilden Elefanten, bei seinem Mahout geblieben ist, um ihn zu beschützen. Elefanten werden durch die Mitarbeiter von Vesswic medizinisch versorgt und unter der Leitung der Mahouts als Grenzpatrouillen ausgebildet. Die Patrouillen-Ausritten entlang der Grenzen des Nationalparks beugen weitere Mensch-Tier-Konflikte vor und die Elefanten können endlich wieder ihre natürlichen Verhaltensweisen in ihrer eigentlichen Heimat, dem Dschungel von Sumatra, ausleben.

Wilde Tiere sind keine Haustiere

Meine zweite Station war Kambodscha. Der Bürgerkrieg hat nicht nur zu einer humanitären Katastrophe geführt. Auch ganze Tierarten verloren ihre Heimat. Dazu kommt die Bedrohung durch den illegalen Wildtierhandel, die unkontrollierte Wilderei und die Haltung von wilden Tieren als vermeintlich possierliche Haustiere. Während wir in Europa Hunde und Katzen als Haustiere halten und schon eine Schlange als exotisch gilt, bevorzugen viele Menschen in Kambodscha Wildtiere, wie die Affenarten Kappengibben und den Silberlangur. Diese quicklebendigen Tiere wirken allerdings nur auf den ersten Blick handzahm. Eingesperrt und gelangweilt kommt es immer wieder zu Verletzungen und Unfällen. Die Besitzer füttern ihren Haustieren bevorzugt Bananen und Reis – mit fatalen Folgen. Die gut gemeinte, jedoch falsche und nicht artgerechte Fütterung führt zu Zahnproblemen, Übergewicht und kann sogar Stoffwechselstörungen verursachen.

In der wuseligen Hauptstadt Phon Phem sah ich an allen Ecken Händler mit exotischen Tieren. Ihr Schicksal – ungewiss. Umso schöner ist es, viele dieser Tiere, in der Auffangstation des Schutzzentrums ACCB (Angkor Centre for Conservation of Biodiversity) im Nordwesten Kambodschas, zu beobachten. Besonders begeistert war ich von dem eigens für Kinder errichteten erlebnispädagogischen Lehrpfad. Dort lernen schon die Jüngsten Tiere zu respektieren und ihre Umwelt zu achten. Mit einem hohen Grad an Professionalität und persönlicher Hingabe schaffen unsere Partner vor Ort Bewusstsein für die bedrohten Tierarten. Mehr als 200 Tiere und 35 Arten haben hier Schutz gefunden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie wir Tieren in Thailand und Indien helfen konnten. »Hier weiterlesen

Nur durch die Unterstützung der Spenderinnen und Spender sind diese Projekte möglich.

Vielen Dank!


 
*Alle Projektpartner werden von uns sorgfältig und nach strengen Kriterien ausgewählt. Um sicherzustellen, dass alle vertraglichen Bedingungen erfüllt werden und die Spendengelder sachgemäß bei den Tieren ankommen, werden alle Projekte von regelmäßig uns besucht.

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