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Die Zeit wird knapp: Tierschutz auf die Agenda 2030

Delegierte aus aller Welt treffen sich in diesen Tagen in New York, um bei dem jährlich stattfindenden UN-Nachhaltigkeitsforum (kurz HLPF für „High Level Political Forum“) die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele zu diskutieren. Es ist ein wichtiges Treffen, denn es bleiben nur noch fünf Jahre Zeit, um der Bilanz der so genannten Agenda 2030 eine positive Wendung zu geben – für uns ist dies auch insbesondere mit Blick auf den Tierschutz dringend notwendig. Im Rahmen unserer Bündnisarbeit haben wir deshalb einige Punkte eingebracht, damit auf globaler Ebene die Weichen für bessere Lebensbedingungen der Tiere im Sinne der Nachhaltigkeit gestellt werden.  

Rückblick: Mit großem Optimismus verabschiedeten die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen vor zehn Jahren die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Erstmals wurden darin 17 konkrete, weltweit gültige Ziele formuliert (auch bekannt als „Sustainable Development Goals“ oder kurz: SDGs), die als Leitlinien den Weg in eine nachhaltige Zukunft weisen sollten. Internationale Krisen wie die Corona-Pandemie und die weltweiten Kriege, die immer spürbareren Folgen der Klimakrise sowie zuletzt zudem noch international nachlassende Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit, gefährden die Erreichung der Ziele ohnehin. Aus Tierschutzsicht ist umso ernüchternder zu wissen, dass die Rolle von Tieren im Kontext der 17 Nachhaltigkeitsziele von Beginn an nicht erkannt wurde.

Doch wir lassen uns nicht entmutigen – und setzen auch 2025 unser Engagement fort, damit der Tierwohlgedanke in der Agenda 2030 noch Berücksichtigung in den Nachhaltigkeitszielen findet. Denn es ist völlig klar:

Für eine nachhaltige globale Entwicklung stellen Tierwohl und damit Verbesserungen im Tierschutz weltweit einen elementar wichtigen Baustein dar.

Das zeigt sich beispielsweise anhand des Nachhaltigkeitsziels Gesundheit (SDG #3), das in diesem Jahr in New York diskutiert wird. Wie wir in der Vergangenheit bereits immer wieder betont haben, gehen das Wohlbefinden und die Gesundheit von Tieren, insbesondere derer, die von den Menschen zur Sicherung ihrer Ernährung oder für ein Einkommen eingesetzt werden, Hand in Hand mit gesellschaftlichen Fortschritten und auch mit der Verbesserung der Gesundheit in Schwellen- und Entwicklungsländern.

© Cape of Good Hope SPCA

Unsere Forderung, die wir im Rahmen der Schwerpunktgruppe Tiere („Animal Issues Thematic Cluster“, kurz AITC) gemeinsam mit anderen internationalen Tierschutzgruppen bei den Vereinten Nationen auch jetzt beim HLPF eingebracht haben, lautet daher:

  • SDG #3 ist nur zu erreichen, wenn weltweit in die Tiergesundheit investiert und der One-Health-Ansatz verfolgt wird (s.u.). Damit kann der Tierschutz einen wichtigen Beitrag auch zur Verhinderung künftiger Pandemien leisten.

One Health – was ist das?
Der Kerngedanke von „One Health“ (deutsch: Eine Gesundheit) ist, dass Menschen und andere Tiere den gleichen Planeten und die gleichen ökologischen Räume teilen und somit den gleichen ökologischen Herausforderungen und Problemen ausgesetzt sind. Während der One-Health-Ansatz bisher vor allem den Menschen in den Mittelpunkt stellte und die Gesundheit von Tieren nur in jenem Maße zählte, wie sie die Gesundheit des Menschen beeinflusst, werden in neueren Definitionen Menschen, Tiere und Ökosysteme als gleichrangige Akteure behandelt. Tiere werden dabei als Lebewesen mit einem eigenen Selbstwert erachtet. Im Gegensatz zu den früheren Auslegungen des Konzepts, die hauptsächlich darauf abzielten, die Übertragung von Infektionskrankheiten von Tier auf Mensch (sogenannte Zoonosen) zu verhindern, wird die Gesundheit von Tieren also gefördert, um diese als solche zu schützen.

Als Schwerpunktgruppe Tiere fordern wir, dass sich in der Abschlusserklärung des HLPF folgende Punkte wiederfinden:

  • Es muss anerkannt werden, dass Tiergesundheit und Tierschutz für die Verwirklichung von SDG 3 bis 2030 von entscheidender Bedeutung sind;
  • Der One-Health-Ansatz muss international anerkannt und übernommen werden.
  • Es bedarf größerer Investitionen in die Stärkung der Tiergesundheitssysteme, einschließlich der Verbesserung des Zugangs zu Impfstoffen und Arzneimitteln, der Aufstockung und Weiterbildung des Personals im Bereich Tiergesundheit und Tierwohl sowie der Verbesserung der tiermedizinischen Überwachung in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Mitglieder unserer Schwerpunktgruppe, die beim HLPF vertreten sind, werden gemeinsam mit Vertreter*innen aus anderen zivilgesellschaftlichen Bereichen in New York bei den Delegierten der Mitgliedsstaaten dafür werben, dass die Belange der Tiere nicht in Vergessenheit geraten.

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, bitte helfen Sie mit, dass Tiere in ihrer Bedeutung für die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele erkannt und ihr Wohl berücksichtigt wird – spenden Sie und unterstützen Sie unsere Petition #TiereMitdenken!  Jede Stimme hilft, den wertvollen Einsatz zur Stärkung des Tierwohles im Rahmen unserer Projekt- und Kampagnenarbeit zu leisten. 

#TIereMitdenken

Jetzt Petition unterschreiben!

Dem Wohl der Tiere als fühlende Wesen muss in den Maßnahmen zur Ernährungssicherung die grundlegende Bedeutung beigemessen werden. 

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