©-Filmwelt-Verleihagentur-Sant-Usant-V.-KossakovskyEgil-H.-Larsen

GUNDA – Rezension des Kinofilms

Eine Rezension von Paula Peckmann, Praktikantin bei der Welttierschutzgesellschaft

Im Kinofilm GUNDA räumt der Mensch die Bühne für die Tiere und bietet Zuschauer*innen einzig und allein den Tieren rund um Schwein Gunda die volle Aufmerksamkeit. Stumm stellt die Dokumentation die Frage nach dem Platz, den die Nutztiere in unserer Welt einnehmen.

Die Zuschauer*innen begegnen dem gleichnamigen Hausschwein und ihren neugeborenen Ferkeln und begleiten diese in ihren ersten Minuten und Stunden sowie später bei ihren staksigen, noch etwas wackligen Erkundungsversuchen. Auch eine Gruppe Hühner wird vorgestellt, die das erste Mal ins Freie darf. Die Tiere sehen zerrupft aus, einem Huhn fehlt ein Bein. Unsicher schauen sie sich um, bis der Bann bricht und das erste Huhn den Transportkäfig verlässt, sich aufplustert und die neue Freiheit für sich entdeckt. Im Hintergrund das Muhen einer kleinen Kuhherde: Sie kommt aus dem Stall auf die Wiese galoppiert, dann kehrt Ruhe ein und die Tiere lassen sich zum Wiederkäuen nieder …

© Filmwelt-Verleihagentur-Sant-Usant-V.-KossakovskyEgil-H.-Larsen

GUNDA schafft gänzlich ohne Musik, Farbe und Kommentar eine Nähe zur Lebens- und Gefühlswelt der Tiere, die tief geht. Der Mensch räumt in der Dokumentation quasi die Bühne für die Tiere und überlässt ihnen die alleinige Aufmerksamkeit. Auf Augenhöhe der Tiere und durch den alleinigen Fokus auf sie und ihre Blickwinkel, lässt der Film eine Intimität zu eben den Lebewesen entstehen, die täglich so anonymisiert auf unsereiner Tellern landen. Und so ist der Film – auch ganz ohne verstörende Bilder aus Schlachthöfen oder Massentierhaltungsanlagen und allein über diese Nähe zu unseren Mitgeschöpfen –  ein stark ethisches und poetisches Plädoyer für das Tierwohl. Denn stumm stellt GUNDA die Frage nach dem Platz, den die Nutztiere in unserer Welt einnehmen.

Dokumentarfilm GUNDA

Produktionsjahr: 2020

Regie: Victor Kossakovsky

Länge: 1 Stunde 33 Minuten

Trailer:  https://www.youtube.com/watch?v=afZ6n7lwx48

Die DVDs wurden der Welttierschutzgesellschaft kostenfrei von der Filmwelt Verleihagentur zur Verfügung gestellt. Dafür danken wir herzlich!

Weitere Themen im Tierschutzblog

Geschichten fürs Herz

Blicken Sie mit uns auf die ergreifenden Erfolgsgeschichten aus unseren Projekten und schöpfen Sie daraus Zuversicht. Weiterlesen »

Igel als Haustier halten? Bitte nicht!

Immer öfter werden die kleinen Wildtiere in privater Hand als Haustiere gehalten – was aus tierschutzgründen entschieden abzulehnen… Weiterlesen »

#StopptTierleid: Check der Ampelkoalition

„Fortschritt wagen“ steht drauf, doch wie viel Wandel und Fortschritt ist mit Blick auf unsere Forderung, die Darstellung… Weiterlesen »

Silvester: Wie schütze ich ängstliche Tiere?

Wie es der Angst des Haustieres vorzubeugen und im Stressmomente richtig zu reagieren gilt. Mit Checkliste für Hundehalter*innen! Weiterlesen »

Tierleid in der Mode- und Textilindustrie

Wir erläutern die Tierschutzproblematiken hinter Pelz, Daunen und Wolle, beleuchten Herkunfts-Siegel und zeigen Alternativen auf Weiterlesen »

#StopptTierleid: Wie sich CDU, SPD, Grüne und Co. zur Darstellung von Tierleid positionieren

Wer hat unser Thema bereits im Blick? Was planen die Parteien in Bezug auf die Stärkung des Tierschutzes… Weiterlesen »

#StopptTierleid: „Melden und Löschen ist die sinnvollere Reaktion.“

Was steckt hinter der Darstellung von Gewalt gegen Tiere in sozialen Netzwerken? Wer sind die Ersteller*innen der Inhalte… Weiterlesen »

Qualzucht: Wenn Leid angezüchtet ist

Atemnot, Entzündungen, Gelenkserkrankungen – unter diesen und vielen weiteren Krankheitsbilder leiden zahlreiche Haus- und Nutztiere infolge extremer Züchtungen. Weiterlesen »

#GanzNah: Ihre Wirkung als Fördermitglied

Wir danken allen, die sich als Fördermitglied fest an die Seite der Tiere stellen. Sie, liebe Tierfreundinnen und… Weiterlesen »