Für Esel wie Adnan

Teilweise bis zu 18 Stunden am Tag schuften Esel in Afrika. Das Privileg einer tiermedizinischen Versorgung erhalten viele Tiere durch uns zum ersten Mal. Lesen Sie hier, wie wir den treuen Gefährten helfen.

5 Uhr am Morgen: Esel Adnans Tag beginnt. Dutzende Kilometer weit schleppt er Waren vom Dorf in die Stadt Kikatiti im Norden Tansanias. Der Marsch kostet ihn alle Kraft, denn die Last auf seinem Rücken überschreitet bei weitem sein Eigengewicht. Zudem verrutschen die Waren bei jeder Bewegung und scheuern seine Haut wund. Jeder Schritt schmerzt...

7 Uhr: Am Markt angekommen, wird Adnan zusammen mit anderen Eseln inmitten des Tumultes auf einem sogenannten "Eselparkplatz" angebunden – in der prallen Sonne, ohne Wasser, ohne Futter. Die Stunden vergehen nur langsam. Und sein Schmerz wird immer unerträglicher.

18 Uhr: Nur schwer kann sich der Esel jetzt noch auf den Beinen halten. Erneut wird mit Waren bepackt und muss den mühsamen und weiten Weg zum Dorf zurücklegen. Dort bleibt ihm immerhin etwas Zeit zum Ruhen – doch nur bis zum nächsten Morgen.

Tagein, tagaus leistet Adnan diesen treuen Dienst – bis zur totalen Erschöpfung. Millionen Esel wie Adnan in Afrika geben alles und bekommen wenig. Das wollen wir ändern: Im Rahmen von mobilen Kliniken versorgen wir die Tiere medizinisch und lehren ihren Haltern einen tiergerechten Umgang.

Mehr über unsere Arbeit erfahren Sie in dieser Bilderstrecke:

Afrika im 21. Jahrhundert: Bis heute gelten so gut wie alle Länder des Kontinents als Entwicklungs- oder Schwellenländer. Fast die Hälfte von ihnen führen die Liste der ärmsten Länder der Welt an, in denen die Menschen mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen müssen. Insbesondere Esel sind hier die Lebensgrundlage zahlreicher Menschen: Sie helfen beim Bewirtschaften des Farmlandes, transportieren Wasser vom Brunnen zum Haus und Waren für den Verkauf auf Märkte. An der enormen Arbeitskraft der Tiere hängt oft die Existenz ganzer Dörfer. 

Doch die Bedingungen, unter denen die Esel leben, sind teilweise grauenvoll.

Unpassendes Geschirr, das zu Verletzungen führt, entzündete Wunden, Lahmheit oder Infektionskrankheiten und Parasitenbefall: Die vielen schmerzhaften Leiden der Tiere werden oftmals nicht behandelt. Denn neben finanziellen Mitteln und auch einem Bewusstsein der Menschen für die Bedürfnisse der Tiere mangelt es in weiten Teilen Afrikas an einer tiermedizinischen Versorgung. Allein in Tansania gibt es im ganzen Land nur 250 Tierärzte, die sich theoretisch um 17 Millionen Esel kümmern müssten.

Wir von der Welttierschutzgesellschaft sind für die Esel in Afrika im Einsatz.

Gemeinsam mit unseren lokalen Partnern übernehmen wir unter anderem mit mobilen Kliniken Verantwortung für die Esel. Neben der Behandlung von offenen Wunden und Verletzungen werden alle Tiere gegen Tetanus geimpft und entwurmt.

Gleichzeitig informieren wir die Halter über den richtigen Umgang mit ihren Tieren.

Dabei zeigen wir zum Beispiel auf, wie die richtige Hufpflege und Futtergabe aussieht und verdeutlichen, welche schweren Folgen eine Überlastung der Tiere hat.

Nach dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" unterstützen wir außerdem die Aus- und Weiterbildung von tiermedizinischem Fachpersonal.

So schaffen wir die Grundlage für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen von Eseln. Dafür vermitteln wir im Rahmen von TIERÄRZTE WELTWEIT, unserem Bildungsprogramm, Tierärzten sowie tierärztlichen Helfern das nötige Fachwissen und schulen sie praktisch.

Langfristig übernehmen diese Menschen die tiermedizinische Versorgung der Esel in ihrem Land – und stellen so sicher, dass jedes Tier die Behandlung erhält, die es so dringend benötigt.

Doch nicht mehr nur die Armut stellt Mensch und Tier in Afrika vor große Probleme

In Folge des Klimawandels kommt es zu immer extremeren Wetterphänomenen wie zuletzt zu einer lang anhaltenden Dürre-Periode, in der sowohl Weideland als auch Wasserquellen vollends austrockneten. Die Tiere, an Dehydrierung und starker Unterernährung leidend, haben keine Chance, die Trockenzeit zu überleben.

Auch in dieser Notsituation leisten wir von der Welttierschutzgesellschaft schnelle Hilfe. Gemeinsam mit den lokalen Organisationen Tanzania Animals Protection Organization (TAPO), Meru Animal Welfare Organization (MAWO) sowie Tanzania Animal Welfare Society (TAWESO) eilen wir den vielen hundert unterversorgten und stark geschwächten Tieren zu Hilfe und sichern ihre überlebenswichtige Grundversorgung – großflächig und allumfassend sowie mit Präventionsmaßnahmen, um die Menschen auch langfristig auf die Herausforderungen einer Dürreperiode vorzubereiten.

Zum zweiten hat global die Wilderei auf Eselprodukte zugenommen: Die Haut und das Fleisch werden in asiatischen Ländern so stark nachgefragt, dass es in afrikanischen Dörfern zu grausamen Eseldiebstählen kommt. Mit Hilfe unserer Partner schaffen wir Sicherheitsmaßnahmen durch den Bau von schützenden Gehegen.

Die Zukunft der Esel liegt in unseren Händen

Durch kostenlose Behandlungen, Soforthilfen in der Not sowie Informations- und Bildungsarbeit verbessern wir die Lebensbedingungen der Esel in Afrika nachhaltig. Doch diese Arbeit ist nur durch die treue Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender möglich – herzlichen Dank, dass Sie den Eseln helfen!

Helfen Sie, das Leid der Tiere zu lindern!

Schon mit 70 Euro tragen Sie die monatlichen Kosten für die Behandlung der Rinder, Esel und Ziegen mit Hilfe notwendiger Medikamente, Wundverbände und Mineralien auf 30 Märkten in Tansania.

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