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FAQ Ukraine: Wie Sie jetzt Menschen und Tieren helfen können

Viele möchten den Menschen und Tieren helfen, die auf der Flucht vor dem Krieg die Ukraine verlassen – auch wir von der Welttierschutzgesellschaft erlebten insbesondere die Monate nach Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 eine große Welle ehrenwerten Engagements. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Sachspenden, Angebote einer Unterkunft für Mensch und Tier und ehrenamtliches Engagement bieten

Dass in den Geflüchteten-Unterkünften in der Regel keine Tiere untergebracht werden dürfen, erweist sich als großes Problem. Die Bemühungen, schnelle und unbürokratische Erstaufnahme von Geflüchteten gemeinsam mit ihren Haustieren zu schaffen, sind vielerorts zwar bereits angelaufen, dennoch gibt es immer noch viele Fälle, in denen Tiere von ihren Halter*innen getrennt untergebracht werden müssen.

Ich kann einer*einem Geflüchteten mit Tier eine Unterkunft bieten. An wen richte ich mein Schlafplatzangebot?

Wenn Sie eine Übernachtungsmöglichkeit über einen Zeitraum von mindestens 21 Tagen für Geflüchtete aus der Ukraine mit Tier anbieten können, empfehlen wir Ihnen, diese auf einem der folgenden Portale zu inserieren, die auch das Bundesministerium des Inneren und für Heimat prüften:

Auf der digitalen Vermittlungsplattform „Helfende Wände“ finden geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer unkompliziert freien, privaten Wohnraum, der ihren Bedürfnissen entspricht. In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) und dem gemeinnützigen Unternehmen ProjectTogether soll die Plattform von Helfende Wände damit auch die aufnehmenden Kommunen entlasten und es Vermieterinnen und Vermietern ermöglichen, privaten Wohnraum schnell und unbürokratisch zur Verfügung zu stellen.  

Die Plattform Airbnb hat bereits 2012 mit airbnb.org eine gemeinnützige Organisation gegründet, um zu ermöglichen, dass wohnungssuchende Geflüchtete mit Anbieter*innen von Wohnungen zusammenkommen.

UkraineNow ist ein Zusammenschluss unterschiedlicher internationaler Organisationen, die Hilfe koordinieren. Hier können Sie z.B. auch Unterkünfte außerhalb von Deutschland oder Ihr Angebot einiger Hilfsfahrten machen.

Über weitere Möglichkeiten, Geflüchteten eine Unterkunft anzubieten, können Sie sich in der Regel auch auf der Website ihres Landkreises oder Bundeslandes informieren.

Ich möchte eine Pflegestelle für Hunde oder Katzen aus der Ukraine anbieten. Was muss ich tun?

Sollten Menschen nicht gemeinsam mit ihren Tieren – zum Beispiel in Privatwohnungen – untergebracht werden können, kommen die Tiere vielerorts in der Regel zunächst im Tierheim oder anderen Einrichtungen unter. Dort, wo Tierheime keine Kapazitäten für die Aufnahme neuer Tiere haben, können Pflegestellen in der Tat eine hilfreiche Ausweichmöglichkeit sein.

Die Verwaltung von Pflegestellen für Hunde und Katzen aus der Ukraine wird meist durch das lokale Tierheim geleistet. Bitte erkundigen Sie sich entsprechend in Ihrer Region, ob es Bedarf an Pflegestellen gibt. Dort erhalten Sie dann auch Auskunft über Anforderungen an die Pflegestelle, Quarantäneregelungen sowie verpflichtende Impfungen weiterer im Haushalt lebender Tiere.

Bitte beachten Sie, dass Geflüchtete, die mit den Tieren einreisen, sich beim zuständigen Veterinäramt melden müssen: https://blepi.de/wp-content/uploads/2022/03/Veterin%C3%A4ramt-Deutschland-Liste.pdf. Dort erhalten Sie auch Auskunft über notwendige Vorschriften, z.B. hinsichtlich der notwendigen 21-tägigen häuslichen Quarantäne für frisch gegen Tollwut geimpfte Tiere.

Eine große Hilfe bieten Sie zudem, wenn Sie die von Ihnen aufgenommenen ukrainischen Tierhalter*innen bei der Abwicklung der notwendigen Meldungen, Tierpraxisbesuchen etc. unterstützen und begleiten.

Ich will Hilfe im Tierschutz vor Ort in der Ukraine oder in den Grenzregionen leisten. An wen wende ich mich?

Die Situation in der Ukraine ist unvorhersehbar, der Krieg hält an. Von Einreisen in die Ukraine oder in Grenzregionen, um vor Ort Hilfe zu leisten, wird daher sowohl von lokal agierenden Organisationen als auch vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe eindringlich abgeraten. In den Grenzregionen sind weiterhin zahlreiche lokale Organisationen aktiv, die sich um die Versorgung der Tiere kümmern.

Sollten diese Bedarf an ehrenamtlicher Unterstützung haben, finden Sie die Informationen dazu auf den Webseiten oder den Kanälen in den sozialen Netzwerken der lokal agierenden Organisationen. Reisen Sie bitte nicht ohne Rücksprache und Koordination eigenständig in die GrenzgebieteAuch für uns als Welttierschutzgesellschaft hält die Hilfe für die Tiere in der Ukraine an: www.welttierschutz.org/standwithukraine.

Wer hilft den Streunern und den in Zoos oder Tierheimen in der Ukraine zurückgelassenen Tieren?

Zahlreiche Menschen, die sich nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine auf die Flucht begeben haben, haben ihre Tiere mitgenommen.  Wie es den zurückgelassenen Tieren geht, ist aufgrund der extrem schwierigen Informationslage auch für uns kaum in Erfahrung zu bringen. Unseren Informationen nach wird die Versorgung der Tiere durch lokale Tierschützer*innen und Anwohner*innen in Teilen des Landes, die bisher wenigeren Kriegshandlungen ausgesetzt sind, so gut wie möglich sichergestellt.

Der Weltverband der Zoos und Aquarien (WAZA) informiert dazu auf seiner Website laufend über die aktuelle Situation in ukrainischen Zoos und steht dafür auch in regelmäßigem Kontakt mit der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien (EAZA) und dem Präsidenten der Vereinigung der Zoos der Ukraine. Aktuelle Informationen erhalten Sie hier: https://www.waza.org/news/waza-statement-on-ukraine/.

Es ist enorm schwierig, derzeit halterlose Tiere rechtskonform aus der Ukraine in die EU-Staaten zu bringen. Werden Tiere ohne Beachtung rechtlicher Vorgaben in die EU-Staaten gebracht, kann das aus verschiedenen Gründen schwerwiegende Folgen haben: einerseits wegen möglicher Konsequenzen für Personen, die die Tiere (rechtlich gesehen) illegal über die Grenze bringen, andererseits hinsichtlich einer möglichen Verbreitung der Tollwut sowie der Gefahr auch für die Tiere selbst, die möglicherweise von den Behörden am Grenzübertritt gehindert werden und in den ukrainischen Grenzorten stranden.

Uns haben Informationen erreicht, dass es auf ukrainischem Boden z.B. erste Strukturen gibt, um ein rechtskonformes Verbringen auch von Tieren ohne Halter*innen in die Europäische Union möglich zu machen. Bei dem jetzigen Informationsstand ist eine Bewertung dieser Maßnahmen aber noch nicht möglich. (Mehr dazu in unserem Beitrag „Ausnahmeregeln zur Einreise in die Europäische Union“)

Ich möchte Tierfutter- und Sachspenden liefern. Wo und wie kann ich das tun?

Wenn Sie mit Tierfutterspenden oder Sachspenden für Tiere wie z.B. Transportboxen, Decken, Geschirren oder Näpfen helfen möchten, ist das großartig: Bitte fragen Sie aber zuerst, wo und wer Bedarf für diese Sachspenden hat! Kontaktieren Sie bitte den Tierschutz in Ihrer Region (z.B. das Tierheim oder den lokalen Tierschutzverein) oder die von Ihnen ausgewählte Hilfsorganisation vor Ort. Diese kann Sie informieren, ob und welche Sachspenden gebraucht werden und wo und wann diese übergeben werden können. Auch Tiertafeln, die es in zahlreichen deutschen Städten gibt, können gute Ansprechpartner sein.

Darüber hinaus sind Hilfsorganisationen innerhalb vieler größeren Städte aktiv, die Ihnen eine Anlaufstelle bieten könnte. Auch wir von der Welttierschutzgesellschaft unterstützten mehrfach mit Tierfutter-Spenden. Die Bedarfe in den Lagern sind sehr gut strukturiert und werden von den Organisator*innen auf den Websites und Kanälen in den sozialen Netzwerken mitgeteilt.

Wichtig aber ist: So gut Sie es auch meinen, sehen Sie bitte davon ab, ohne vorherige Rücksprache Tierfutter- und Sachspenden in die Grenzregionen und/oder in lokale Einrichtungen zu transportieren. Insbesondere in den Grenzregionen sind seit Wochen erfahrene Hilfsorganisationen im Einsatz, die ihre Arbeit koordinieren. Sie wissen genau, welchen Bedarf es vor Ort wirklich gibt und rufen dann gezielt zur Unterstützung auf.

Ebenso verhält es sich im Lokalen. Sofern die Organisationen oder Einrichtungen in Ihrer Region nicht explizit Aufrufe zur Sachspenden-Sammlung getätigt haben, bringen Sie bitte nichts unangemeldet vorbei. Die Kapazitäten der Mitarbeiter*innen vieler Organisationen sind derzeit voll ausgelastet und Sachspenden, für die letztlich kein Bedarf und zum Teil auch kein Stauraum besteht, können – bei aller guten Absicht – eher hinderlich als hilfreich sein. Auch wir von der Welttierschutzgesellschaft können selbst keine Sachspenden lagern oder transportieren.

Ich bin Tierärztin/Tierarzt und will helfen. Welche Möglichkeiten gibt es?

Im Zuge der gelockerten Einreisebestimmungen für Haustiere, die ihre flüchtenden Halter*innen nach Deutschland und in andere EU-Länder begleiten, ist das Hilfsangebot von Tierärzt*innen von immensem Wert.

  • Auf der Website der Federation of Veterinarians of Europe (FVE) finden Sie eine laufend aktualisierte Liste, wie die europäische Tierärzteschaft Tieren, Tierhalter*innen und dem öffentlichen Gesundheitswesen im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine helfen kann: https://vetsforukraine.com/
  • Als Tierärztin/Tierarzt könnten Sie außerdem ermöglichen, dass Tiere von Geflüchteten eine kostenreduzierte oder kostenfreie Behandlung erhalten. Es gibt bereits eine Reihe Praxen, die dies so umsetzen.
  • Weitere Ansprechpartner für Tierärzt*innen, die ihre Hilfe anbieten möchten, sind die lokalen Tiertafeln, die Landestierschutzbeauftragten oder die Tierärztekammern der jeweiligen Bundesländer.

Bitte beachten Sie: Die Tierärztekammer bittet eindringlich darum, Geflüchtete, die mit ihren Tieren in Praxen vorstellig werden, darauf aufmerksam zu machen, dass Sie sich beim zuständigen Veterinäramt melden müssen. Auch wird darum gebeten, Personen, die Geflüchtete mit Tieren aufnehmen, darauf hinzuweisen, beim Umgang mit Tieren aus der Ukraine Hygieneregeln zur Infektionsprävention einzuhalten – beispielsweise, wenn kein vollständiger Tollwutimpfschutz besteht. Weitere Informationen erhalten Sie auch bei Ihrer örtlichen Tierärztekammer.

Welche Arbeit der Welttierschutzgesellschaft kann ich unterstützen?

Unsere Hilfsmaßnahmen in Reaktion auf den Krieg in der Ukraine zielten im ersten Jahr darauf, die tausenden Tierhalter*innen, die die Flucht aus der Ukraine mit ihren geliebten Haustieren auf sich genommen haben, Unterstützung zu bieten. Diesen Menschen und ihren Tieren wollten wir den gemeinsamen Weg in die Sicherheit ebnen. Dafür unterstützten wir diverse lokale Organisationen – zunächst in Polen und Rumänien sowie hier innerhalb von Berlin – und stellten sicher, dass …

  • Mensch und Tier auf offene Arme und helfende Hände trafen!
  • wärmende Decken, stärkendes Futter und Medikamente verteilt wurden.
  • notwendige Vorschriften zum Verbleib der Tiere in der EU erfüllt wurden, beispielsweise durch die Vergabe von Tollwutimpfungen.
  • und nach Möglichkeit gemeinsame Unterkünfte organisiert werden konnten.

Laufend sichern wir bis heute weitere Hilfen, etwa im Zuge von Hilfsfahrten in die Ukraine oder bei der Versorgung der Tiere hier in Deutschland. Über die Details unserer Einsätze können Sie hier lesen: https://welttierschutz.org/standwithukraine/

Mit Ihrer Geldspende für den WTG-Nothilfefonds schaffen Sie die Basis, dass wir auch in künftigen Notsituationen helfen können: https://welttierschutz.org/secure/spenden/ukraine/. Besonders nachhaltige Hilfe bietet Ihre monatliche Spende in Form einer Fördermitgliedschaft.

  • Bleiben Sie aktiv und involviert!
  • Aber achten Sie auch auf sich! Die Nachrichtenlage ist enorm bedrückend und kann auch überfordern. Deshalb achten Sie bitte darauf, sich auch Auszeiten von den Nachrichten zu nehmen. Grundsätzlich sollten Sie unseriöse Medien und nicht verifizierte Quellen meiden.

Weitere hilfreiche Links und Empfehlungen, z.B. Informationen für Geflüchtete finden Sie hier: https://www.deutsche-stiftung-engagement-und-ehrenamt.de/ukrainehilfe/#toggle-id-34

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