Über Jahre konnten wir auf der indonesischen Insel Sumatra für maßgebliche Verbesserungen im Leben notleidender Elefanten sorgen. Indem wir die Aufnahme, Versorgung und auf die Bedürfnisse der Tiere ausgerichtete Aktivitäten von aus staatlichen Camps stammenden Elefanten ermöglichten, nahm die Situation der Dickhäuter eine entscheidende Wendung.
Doch die Erfolge des Projekts mit der lokalen Partnerorganisation Community for Sumatra Nature Conservation (CSNC) sind akut gefährdet: Durch den Wegfall wichtiger internationaler Fördergelder, insbesondere aus den Vereinigten Staaten von Amerika, steht der so erfolgreiche Einsatz unserer Partnerorganisation unter Druck. Ohne schnelles und entschlossenes Handeln droht nicht nur Stillstand im Projekt – sondern ein gravierender Rückschritt für die Elefanten.
In den 1980er Jahren begann die indonesische Regierung, auf der gesamten Insel wilde Sumatra-Elefanten einzufangen und in Camps unterzubringen. Dies war eine Reaktion auf sich häufende, für beide Seiten oft tödliche Auseinandersetzungen zwischen Elefanten und Farmer*innen, die ihre Felder nun dort hatten, wo sich einst die Regenwälder, der Lebensraum der Elefanten, erstreckten. Die Bedingungen in den Camps waren sehr schlecht und die Tiere in entsprechendem Zustand.
2013 übernahm die Partnerorganisation CSNC mit unserer Förderung einen Teil dieser eingefangenen Elefanten. Mit der bestmöglichen tiermedizinischen Versorgung, Pflege und Integration der Tiere in so genannte Elefanten-Patrouillen, die den Tieren viel Bewegung, Interaktion mit Artgenossen und eine tägliche Beschäftigung bieten, steigerte sich ihr Wohlergehen kontinuierlich. Doch formell sind die Tiere weiterhin im Besitz der indonesischen Regierung.
Weitere Hintergründe zur Arbeit des Elefantenprojekts erläutert Tierarzt Christopher Stremme im Video:
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Was das konkret bedeutet? Im schlimmsten Fall könnten die Elefanten zurück in staatliche Einrichtungen gebracht werden, wenn unsere Partnerorganisation nicht mehr für ihre Versorgung aufkommen kann.
Die möglichen Folgen konnte unser Team kürzlich hautnah beobachten, als sie von der Leitung eines der staatlichen Camps um einen Gesundheitscheck der dort untergebrachten Elefanten gebeten wurde. In diesem Camp zeigte sich deutlich, wie dramatisch die Unterschiede in der Haltung und Versorgung der Tiere im Vergleich zum Leben in der Obhut unserer Partner sind. Die Untersuchungen zeigten ein bedrückendes Bild:
Viele Elefanten im Camp leiden unter einem schlechten Ernährungszustand.
Abgesehen von Fütterungs- und Baderoutinen fehlt es an einem täglichen Beschäftigungs- und Bewegungsprogramm, was sich negativ auf die geistige und körperliche Gesundheit der Elefanten auswirkt.
Wichtige Dokumentationen wie individuelle Krankenakten fehlen.
Ein starker Kontrast zu unserem Projekt
Das linke Bild zeigt den abgemagerten Rendi, wie er einst in einem staatlichen Camp lebte und lediglich 2.200 Kilogramm wog. Auf dem neueren Foto rechts ist derselbe Elefant – jedoch deutlich gestärkt mit einem Gewicht von 3.700 Kilogramm – bei einem Gesundheitscheck in der Obhut unserer Partner zu sehen. (Fotos:@ Community for Sumatra Nature Conservation)
Seit Beginn unseres Projektes 2013 haben wir einen wirkungsvollen und starken Einsatz für Elefanten aufgebaut: In vier Gruppen leben mittlerweile 26 Dickhäuter ein endlich tiergerechtes Leben – fernab der Tristesse der staatlichen Camps, wo der Großteil von ihnen vor Jahren untergebracht war.
Erst kürzlich wurden routinemäßige Gesundheitschecks bei allen bei uns im Projekt lebenden Elefanten durchgeführt. Dank des hohen Ausbildungsniveaus lassen sich die Tiere ohne Gefahr pflegen und untersuchen. Dazu gehören wichtige Maßnahmen wie Baden, Fell- und Fußpflege, Wiegen, Messen, Munduntersuchungen sowie allgemeine Gesundheitschecks und – falls notwendig – die Entnahme von Proben zur weiteren Diagnostik. Dabei zeigte sich: Der Zustand aller Tiere ist auf einem hohen Niveau.
Elefanten aus unserem Projekt im Gesundheitscheck (Fotos:@ Community for Sumatra Nature Conservation)
Für die Elefanten, die sich in der Obhut unserer Partnerorganisation so positiv entwickelt haben, wäre die Rückkehr in die staatlichen Camps ein großes Risiko und ginge potenziell mit einer drastischen Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen einher.
Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, noch gelingt es uns durch fortwährende Förderung, dass wir diese Fortschritte bewahren und die Elefanten-Patrouillen sichern können. Gemeinsam mit dem Team von Community for Sumatra Nature Conservation (CSNC) und mit Ihrer Unterstützung werden wir alles daran setzen, das Projekt zu sichern: für das Wohl und die Gesundheit von Elefanten wie Rendi.
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