Eine Chance für Mensch und Tier

Durch unseren fortwährenden Einsatz in Malawi können wir nachhaltig etwas verändern. TIERÄRZTE WELTWEIT war erst kürzlich für die zweite erfolgreiche Workshop-Einheit in der Hauptstadt Lilongwe.

Gravierende Tierschutzprobleme in Malawi

In Malawi, wo die Mehrheit der Einwohner von weniger als 1 US-Dollar am Tag leben muss, hat Tierwohl wenig Stellenwert. Hühner, Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen liefern den meist in Armut lebenden Menschen Malawis zwar überlebenswichtige Hilfe als Nahrungslieferanten und beliebte „Wertanlage“. Doch fehlendes Bewusstsein für die Bedürfnisse der Tiere sowie mangelnde tiermedizinische Versorgung gerade in den ländlichen Gebieten lassen die Tiere leiden. Die Folge sind Unterernährung, Erkrankungen und falsche Haltung. Hinzu kommen allein 38.000 Streunerhunde in der Hauptstadt Lilongwe. Trotz dieser großen Notwendigkeit von Tierschutzaufklärung und tiermedizinischer Versorgung gibt es im ganzen Land nur eine Handvoll Tierärzte. Diese können den vielen Tierschutzproblemen natürlich nicht gerecht werden.


Gemeinsam mit der malawischen Tierschutzorganisation Lilongwe Society for Protection and Care of Animals (LSPCA) sind wir bereits seit 2013 mit mobilen Kliniken im Einsatz. Durch TIERÄRZTE WELTWEIT wollen wir die Zukunft des Landes nachhaltig verändern und dabei helfen, die tiermedizinische Versorgung auszubauen. Nach unserem »ersten sehr erfolgreichen Einsatz im Juni 2015, trafen wir die Teilnehmer im März zur zweiten Workshop-Einheit wieder.

Richtig fitte Studenten und eine top Lehrerin


Die 13 Teilnehmer (Studenten des neuen Studiengangs Doctor of Veterinary Medicine an der Lilongwe University for Agriculture and Natural Resources LUANAR) sind wie gemacht für unser Weiterbildungsprogramm. Sie kennen bereits Grundlagen der Tiermedizin und sind neugierig und wissbegierig, weitere und vor allem tierschutzrelevante Inhalte kennenzulernen. Auf dieser zweiten Reise begleitete uns Michaele Kollmeyer, eine erfahrene Lübecker Kleintierärztin. Unterstützung erhielten wir neben den großartigen Partnern an der LUANAR auch durch Tierärzte unseres langjährigen Partners LSPCA während des praktischen Kastrationstrainings.
Alle theoretischen Kurseinheiten waren ein voller Erfolg. Die Studenten bewiesen ihr großes Interesse am Tierschutz durch die rege Mitarbeit und die vielen detaillierten Fragen zu beispielsweise bakteriellen Erkrankungen und Viruserkrankungen, Hygiene und Schmerztherapie. Zu Beginn des Workshops wiederholten wir wichtige Themen vom Vorjahr wie Tierschutz im Allgemeinen und die klinische Untersuchung, danach widmeten wir uns neuen Themen.


Besonders viel Raum haben wir auf diesem zweiten Einsatz dem praktischen Teil eingeräumt. Hierfür besuchten wir einige landwirtschaftliche Betriebe, die zur LUANAR gehören. Vor Ort vertieften wir den Verlauf einer klinischen Untersuchung: Wie sieht ein gesundes Tier aus? Wie erstelle ich eine Diagnose und welche Behandlung empfehle ich? Zusätzlich sammelten wir auf den Farmen Proben, um sie im Rahmen von Übungen im Labor zu untersuchen. Fester Bestandteil der Betriebsbesichtigungen ist aber auch immer, die tierschutzrelevanten Fragen ausführlich zu diskutieren und in Gruppenarbeit den anderen Teilnehmern vorzustellen. Bei der Arbeit mit den Tieren konnten die Studenten genau das Wissen erlangen, was sie für ihre spätere Arbeit brauchen.

An zwei Kurstagen begleiteten wir die LSPCA auf mobilen Kliniken. Die Studenten haben dabei unter professioneller Anleitung durch die Tierärzte der LUANAR, der LSPCA und unserer ehrenamtlichen Tierärztin aus Deutschland Großartiges geleistet: In etwa drei Stunden wurden am ersten Tag 20 Hunde und Hündinnen kastriert und tiermedizinisch versorgt. Am zweiten Tagen waren es immerhin auch 16 – dafür, dass die Studenten noch am Anfang ihrer Ausbildung stehen, eine beeindruckende Leistung.

Insgesamt schlossen wir auch die zweite Workshop-Einheit mit voller Zufriedenheit ab. Die wachsenden Fähigkeiten der Studenten sind der beste Beweis, dass wir mit TIERÄRZTE WELTWEIT das Richtige tun.

Malawi und die Zukunft von TIERÄRZTE WELTWEIT

In Malawi – wo wir nun seit mehr als drei Jahren aktiv sind – möchten wir das Programm TIERÄRZTE WELTWEIT in Zukunft weiter ausbauen. Nach dem Motto „Hilfe für Selbsthilfe“ planen wir derzeit die Einführung eines lokalen Koordinators. Dieser in Malawi lebende Experte würde die Schnittstelle zwischen der Welttierschutzgesellschaft, der Universität LUANAR sowie der lokalen Tierschutzorganisation LSPCA bilden und als Ansprechpartner für die Studenten stets vor Ort sein.

Bitte helfen Sie uns dabei, mit TIERÄRZTE WELTWEIT das Tierwohl in Malawi zu verbessern.




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