Der Esel als Freund und Helfer

In vielen Regionen Indiens sind Esel auch heute noch unersetzbare Helfer. Mahalingam und seine Familie, die uns auf einem der Einsätze begegnet sind, berichten vom Alltag mit den sensiblen Langohren und wie die mobilen Kliniken ihr Leben verändert haben.

Innerhalb der indischen Gemeinde der Dhobi (auf Deutsch: Wäscher) sind Esel schon immer „Nutztiere“ gewesen. Einst transportierten die kräftigen Vierbeiner die Kleider der Herrscher des indischen Königreichs zur Wasserstelle. Während mit den Jahren die meisten Menschen ihren Beruf veränderten oder auf Motorräder für den Transport umstiegen, sind vereinzelte Familien weiterhin händeringend auf ihre Esel angewiesen.

So auch Mahalingam und seine Familie, die nur mit Hilfe der Tiere Wäsche, Sand und andere Materialien transportieren können.


Mahalingam, das Familienoberhaupt ist dankbar für seine treuen Gefährten: “Unser Tag beginnt früh am Morgen und unsere 20 Esel begleiten uns stetig. Die Tiere sind lebenswichtig für uns und garantieren unserer achtköpfigen Familie das tägliche Brot. Dank der Eselklinik können wir mittlerweile auch gut für sie sorgen. Jetzt wissen wir, was die Tiere benötigen und stellen zum Beispiel immer sicher , dass mindestens zwei, drei Stunden Zeit zum Grasen auf der Weide bleiben, dass sie auf den Feldern spazieren und sich erholen können. Am Abend holen wir die Tiere wieder nach Hause und versorgen sie mit Futter und Wasser. Wann immer eine mobile Klinik vor Ort ist, kommen wir mit unseren Tieren zur Untersuchung, Entwurmung und Impfung. Seit dem hat sich der Zustand der Esel maßgeblich verändert. Sie sind aktiver, haben weniger Wunden und lahmen nur noch selten.
Und wir haben mittlerweile gelernt, die Tiere wirklich zu lieben. Sie sehnen sich nach unserer Zuneigung und reagieren, wenn unsere Kinder sie beim Namen nennen. Wir hoffen, dass die Esel uns die gute Pflege und Fürsorge danken und im Gegenzug weiter treu zur Seite stehen.“

Seine Tochter Archana Devi ergänzt und sagt: „Esel sind sehr praktische Helfer für uns. Sie helfen uns bei verschiedenen Transporten – von Sand und Kleidung zum Beispiel. In der Eselklinik haben wir gelernt, wie wir den Eseln für ihre Arbeit danken können. Wir wissen endlich, wie wir den Eseln gerecht werden – und bekommen den Dank von ihnen täglich zurück.“

Die Welttierschutzgesellschaft ist mit der Worldwide Veterinary Services (WVS) in Indien im Einsatz

Gemeinsam mit unserem Partnerteam Worldwide Veterinary Service (WVS) sind wir mit ausgebildeten Tierärzten und Helfern in Indien aktiv.
Zunächst bekommen die Tiere eine Grundbehandlung. Offene Wunden werden gesäubert und behandelt. Vorsorglich bekommen die Tiere die lebensrettende Tetanusimpfung.
Zusätzlich führen wir Tierschutz-Workshops mit den Besitzern durch. Hier stehen Themen wie die gründliche Hufpflege und die Herstellung von tierschutzgerechten Halftern auf dem Plan. Auch klären wir über falsche Praktiken auf: z. B. dass das Setzen von gitterförmigen Brandmalen nicht gegen Lahmheit hilft.

Unterstützen Sie uns dabei noch mehr Gemeinden zu erreichen, die dort lebenden Esel zu versorgen und ihre Halter zu informieren.



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