Die Welt steht still – aber unsere Hilfe für die Tiere muss weitergehen!

Covid-19 belegt einmal mehr: Krisen und Katastrophen machen vor Landesgrenzen keinen Halt. Genau deshalb sind wir jetzt gefragt. Mit unserem Fokus auf Schwellen- und Entwicklungsländern und aktiven Tierschutzprojekten in fast 25 Ländern der Welt und auf vier Kontinenten befinden wir uns in einer wichtigen Rolle: Wir müssen jetzt durch Verlässlichkeit und Fürsorge unseren Partnern und den Tieren weltweit zur Seite stehen – auch und insbesondere angesichts der schwierigen Zeit.

Intensiv haben wir uns mit unseren Partnern in den vergangenen Tagen ausgetauscht: Wie ist die Situation im jeweiligen Land? Welche Schutzmaßnahmen wurden bereits getroffen? Welche sind angedacht? Und welche Verordnungen hat der Staat erlassen? Die Ergebnisse sind zum Teil erschreckend: Wissentlich der Tatsache, dass die Pandemie in vielen unserer Einsatzländer erst am Anfang steht und das Gesundheitssystem zusammenzubrechen droht, beherrschen vielerorts Falschmeldungen und Halbwahrheiten die öffentliche Debatte. Es mangelt vielerorts an Informationen und notwendigen Schutzmaßnahmen.

Wir verdeutlichten unseren Partnern gegenüber deshalb auch die Risiken der unterschiedlichen Aktivitäten und Schwerpunkte unserer Zusammenarbeit – ob Schutzzentrum oder mobile Klinik, Hilfe für Streuner, Nutz- oder Wildtiere: Es bleibt natürlich höchste Priorität, Tierleben zu retten, aber wir dürfen dabei nicht die Gesundheit der Menschen gefährden und das Ansteckungsrisiko erhöhen. Sämtliche Aktivitäten sollten unter dieser Prämisse und entsprechend der Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation sowie zum Teil vorhandener nationaler Anordnungen hinterfragt – und in Konsequenz womöglich angepasst oder vorübergehend auch ausgesetzt – werden.

Die Lage ist dynamisch und verändert sich nahezu stündlich, weshalb wir Ihnen weder von individuellen Fallzahlen in den Ländern noch einzelnen, staatlich angeordneten Restriktionen berichten möchten. Stattdessen zeigen wir Ihnen, wie wir gemeinsam mit unseren Partnern weltweit und angesichts der weiterhin so dringend notwendigen Schutzmaßnahmen für die Tiere da sein werden.

Wir wollen unseren Partnern auch in dieser Notlage zur Seite stehen und bieten…

… Hilfe für Streuner

Unsere Arbeit zum Schutz von Streunerkatzen und -hunden leisten wir in den meisten Ländern durch mobile Impf- oder Kastrationskliniken, die von Dorf zu Dorf fahren und große Menschenansammlungen verursachen. Als Teil unserer Informationsarbeit gehören Schulbesuche und Trainings zur eigentlich tagtäglichen Arbeit unserer Partner. Diese Aktivitäten sollen angesichts der Pandemie pausieren.

Doch je weniger Menschen jetzt auf den Straßen unterwegs sind, desto weniger Aufmerksamkeit finden streunende Tiere wie Hunde und Katzen. Weder auf Hinweise von Seiten der Bevölkerung noch auf freiwillige Mitarbeit können wir aktuell bauen. Um trotzdem weiterhin den so dringend notwendigen Schutz für Streuner sicherstellen zu können, leisten unsere Partner u.a. in Südafrika und Thailand  im Rahmen stationärer Kliniken eine tiermedizinische Notfallversorgung. Zudem hat jetzt die Informationsarbeit Priorität: Wir tun alles, um die weit verbreitete Falschmeldung, dass Haustiere Überträger des Virus sind, aus der Welt zu schaffen!

…. Hilfe für Farmtiere

In vielen unserer Einsatzländer basiert das Leben der Menschen auf dem Nutzen von Tieren wie Eseln und Rindern, Pferden, Schweinen und Ziegen. Mit wachsender Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus decken sich die Menschen nun mit notwendigen Hygienemitteln oder auch Wasser – an dem es nicht selten mangelt – ein. Die Kosten für eine angemessene Versorgung ihrer Tiere sind für die ohnehin oft sehr armen Familien dadurch nicht mehr aufzubringen – die Tiere sind jetzt in großer Not. Doch die mobilen Kliniken sollten aussetzen oder maßgeblich eingegrenzt werden. Ebenso können Gruppen-Trainings von Landwirten und Tierhalter*innen angesichts der Pandemie nicht stattfinden. Unsere Arbeit u.a. in Indien, Tansania und Südafrika fokussiert sich jetzt auf punktuelle Hilfe – insbesondere in den Dörfern selbst. Die in der Vergangenheit gebildeten Tierschutzgruppen können ihr Wissen teilen und eine Basisversorgung der Tiere selbst sicherstellen. Über stationäre Kliniken, wie z.B. zur Versorgung der Pferde im indischen Ooty, ermöglichen unsere Partner aber weiterhin notwendige tiermedizinische Behandlungen.

… Hilfe für Wildtiere

Den Wildtieren in freier Wildbahn schadet die Situation vergleichsweise wenig – ganz im Gegenteil scheint für sie endlich Hoffnung zu bestehen: Nachdem China als Reaktion auf den Ausbruch des Coronavirus den Handel und Konsum mit Wildtieren bereits verboten hat,  fordern wir die Umsetzung dieser Maßnahmen auch in Vietnam. Gemeinsam mit unseren Partnern setzen wir uns politisch dafür ein, dass durch ein dauerhaftes Verbot des Konsums von Wildtierprodukten der Schutz der Tiere endlich sichergestellt wird.

Einige der bereits geltenden Restriktionen bedürfen unbedingt weiterer Maßnahmen: So sind unzählige Tiere, die zuvor für den Weiterverkauf auf Märkten oder den privaten Nutzen vorgesehen waren, jetzt auf Farmen zurückgelassen worden. Dringend muss ihnen Schutz und ein Platz in einem Schutzzentrum geboten werden.

Angesichts einiger Transport- und Reiseverbote in Ländern wie Vietnam bedürfen außerdem Rettungen wie auch Auswilderungen von Wildtieren momentan besonderer Maßnahmen, z.B. der Erteilung von Sondergenehmigungen. Zuletzt gelang es uns trotz dessen zwei „Gallebären“ in Vietnam aus ihrer grausamen Haltung zu befreien – ein Hoffnungsschimmer in dieser schweren Zeit.

Weiter müssen wir natürlich Verantwortung für die laufende Versorgung der Wildtiere in  Schutzzentren tragen, wie die Bären in Vietnam, in der Ukraine oder Rumänien, Faultiere in Suriname und Schuppentiere in Vietnam. Die Zentren sind derzeit für Besucher*innen geschlossen und auch die Informationsarbeit – z.B. durch Besuche von Schulklassen oder Touren für Privatpersonen – ist ausgesetzt, wodurch unseren Partnern eine wichtige Einnahmequelle fehlt. Bisher konnten sie einen Teil der laufenden Kosten durch die Eintrittskosten abdecken. Es muss in der Notlage sichergestellt werden, dass die Nahrung der Tiere und die oft notwendige tiermedizinische Versorgung einst geschundener Tiere trotzdem bereitgestellt werden kann.

… Hilfe zur Selbsthilfe

In weiten Teilen der Welt sind Universitäten und Schulen bis auf weiteres geschlossen. Das Programm TIERÄRZTE WELTWEIT setzt die Aus- und Fortbildungskurse entsprechend für den Moment aus und begleitet die Studierenden und Trainer*innen dabei, auf die Nutzung der digitalen Lehrinhalte umzusteigen. Alle Inhalte der Kurse stehen dafür kostenfrei zum Download bereit und werden – einzeln und je nach Internetverfügbarkeit per Video – eingesetzt.

Die Projektmanager, u.a. in Kenia, Ruanda, Malawi, Uganda, Liberia und Gambia leisten darüber hinaus wertvolle Netzwerk- und Informationsarbeit und streuen ihr Wissen über das Virus und notwendige Schutzmaßnahmen.

Der Schutz der Tiere darf nicht aussetzen!

Wir versprechen Ihnen: Wir tun alles in unserer Macht stehende, um den Schutz der Tiere – der Streunerkatzen und -hunde, Nutztiere wie Esel, Rinder, Schafe und Ziegen sowie Wildtiere wie Schuppen- und Faultiere, Elefanten und Bären – sicherzustellen. Doch dafür müssen zunächst neue Ziele definiert und Maßnahmen angepasst werden: Mobile Kliniken, die von Dorf zu Dorf ziehen, oder Trainings, zu denen dutzende Landwirt*innen, Tierärzt*innen oder Studierende geladen wurden, sollten ausgesetzt werden – die Pandemie steht in vielen unserer Einsatzländer noch am Anfang. Der Betrieb von Schutzzentren und der stationären Kliniken bleiben jetzt existentiell: Die Fütterung der Tiere in unserer Obhut und die tiermedizinische Versorgung von Tieren in Not müssen erhalten bleiben. 

Dafür rufen wir den WTG-Nothilfefonds ins Leben: https://welttierschutz.org/wtg-nothilfefonds/

Mit unserem Einsatz in den ärmsten Ländern der Welt müssen wir jetzt dringend notwendige Zusatzhilfe leisten – zum Schutz unserer Partner und der Tiere weltweit. Unserer persönlichen Herausforderungen durch die Corona-Krise zum Trotz, bedürfen sie unserer Unterstützung jetzt mehr denn je. Wir bitten Sie von Herzen: Bieten Sie mit uns den Schwächsten Schutz, spenden Sie für den Aufbau des WTG-Nothilfefonds – und ermöglichen Sie uns an die Situation angepasste, individuelle Maßnahmen zum Schutz der Tiere in unseren Einsatzländern.

 

Ihr Beitrag zum WTG-Nothilfefonds

Von ganzem Herzen bitten wir Sie, auch in dieser persönlich so herausfordernden Zeit an der Seite der Tiere zu bleiben. Jede Spende für den WTG-Nothilfefonds rettet Tierleben!

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