Beginn der Soforthilfe in Tansania

Die Meldungen von grausamen Eseldiebstählen in Tansania häuften sich und so war es ein Lauf gegen die Zeit, die Esel in Sicherheit zu bringen. Dank unserer Unterstützerinnen und Unterstützer haben wir mit dem Soforthilfe-Einsatz Anfang Februar beginnen können.

Zum Hintergrund: Esel-Diebstahl in Tansania“

Eselfleisch als Delikatesse und Eselhaut in der traditionellen Medizin und Kosmetik: Der weltweite Handel mit Eselprodukten floriert und insbesondere die Nachfrage aus China übersteigt das Angebot an verfügbaren Eseln. In Folge haben Verbrecherbanden den hohen Eselbestand in afrikanischen Dörfern entdeckt und der Handel mit Eselprodukten auf dem Schwarzmarkt boomt. In Nacht- und Nebelaktionen stehlen sie die Tiere aus den Dörfern, um ihr Fleisch und/oder ihre Haut illegal zu veräußern. Da die Esel in der Regel frei umherlaufen und kaum ein Eselhalter seine Tiere nachts unterbringt, haben die Kriminellen hier leichtes Spiel. Für die Bevölkerung ist der Verlust der Tiere mit weitreichenden Folgen verbunden, denn von der Arbeitskraft der Esel hängt die Existenz ganzer Familien und Dörfer ab.

600 aktive Personen, 40 fertige Gehege, 500 Esel geschützt

600 aktive Personen, 40 fertige Gehege, 500 Esel geschützt: Das sind die beeindruckenden Zahlen aus Tansania. Wie unser Projektpartner vor Ort, die Meru Animal Welfare Organisation (MAWO), berichtet, waren die ersten Einsatztage bereits ein voller Erfolg – für Mensch und Tier. Nach Beginn der Vorbereitungen für den Einsatz im Januar, konnte der Bau bereits Anfang Februar beginnen. Seitdem konnten die Esel in drei von vier geplanten Dörfern (Naisinyai, Mererani und Shambarai) effektiv vor den Wilderern geschützt werden. Dazu wurden 40 Ställe mit jeweils Raum für 10 bis 15 Esel gebaut. Die Sicherheit durch die nun umzäunte Unterbringung wird durch Glocken verstärkt, die sowohl an den Eseln selbst als auch an den Toren der Gehege angebracht sind und die Eselbesitzer lautstark auf Wilderer oder Unruhe in der Herde aufmerksam machen.

Die Dorfbewohner und Eselhalter begegnen den Teams vor Ort mit großer Hilfsbereitschaft und Dankbarkeit. Für sie ist es von großer Wichtigkeit ihre Esel in Sicherheit zu bringen und somit eine Selbstverständlichkeit, bei den Arbeiten tatkräftig mit anzupacken. So verhelfen sie dem Team noch schneller als erwartet Erfolge zu verzeichnen:

Seit sich die Esel nachts nicht mehr im Freien, sondern in den geschützten Gehegen befinden, gab es nicht einen einzigen Fall von illegaler Wilderei in diesen Dörfern.

Unser Team ist aktuell im vierten Dorf – Ruvu-Remit – im Einsatz, um dort die Gehege zu bauen und so die Schutzmaßnahmen schnellstmöglich abzuschließen. Gleichzeitig wird regelmäßig und in kurzen Abständen ein Radiospot auf den lokalen Radiosendern ausgestrahlt. Darin werden Eselhalter in ihrer Nationalsprache über die Gefahren informieren und aufgeklärt, wie sie sich und ihre Tiere vor den Wilderern schützen können.

Darüber hinaus stehen wir unserem Partner der MAWO weiter bei den Gesprächen mit lokalen Politikern sowie Gemeindevorstehern zur Seite und plädieren für eine landesweite Umsetzung nach einem ähnlichen Beispiel. Wichtig ist, dass die Problematik landesweit erkannt wird und Schutzmaßnahmen in allen Regionen, in denen Esel leben, eingeleitet werden – denn nur dann sind die Tiere vor den grausamen Diebstählen sicher.

Mit Ihrem regelmäßigen Beitrag als Fördermitglied bilden Sie das Rückgrat unserer Arbeit:

Das könnte Sie auch interessieren:
Unser Einsatz in Tansania geht weit über den Soforthilfe-Einsatz hinaus. Wir setzen uns zum einen auf tansanischen Tiermärkten für Nutztiere ein und bilden zusätzlich mit dem Programm TIERÄRZTE WELTWEIT angehendes tierärztliches Fachpersonal weiter. Alle Informationen dazu finden Sie hier:
»Mehr Mitgefühl für die „Handelsware“ Tier
»TIERÄRZTE WELTWEIT in Tansania

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.