Ameisenbär Igor ausgewildert

Aus Surinam erreichen uns zumeist Nachrichten über gerettete, im Schutzzentrum aufgepäppelte und anschließend wieder frei gelassene Faultiere. Regelmäßig kümmert sich das Team vor Ort allerdings auch um Ameisenbären, die ebenfalls in dem kleinen südamerikanischen Land heimisch sind. Zwei Arten leben in Surinam: der Große Ameisenbär sowie der Tamandua, auch Kleiner Ameisenbär genannt. Um auch diesen Tieren im Schutzzentrum eine temporäre, aber naturnahe Unterbringungsmöglichkeit zu bieten und sie auf eine Wiederauswilderung vorzubereiten, entstand mit Hilfe der Welttierschutzgesellschaft im Sommer ein tiergerechtes Gehege, das nun dem ersten Großen Ameisenbär eine Rückkehr in die Wildnis ermöglichte.

Hintergrund: Wildtiere in Surinam

Mehr als 90 Prozent kaum berührter Regenwald bedeckt Surinam – noch. Denn durch die verstärkte Abholzung wird der Lebensraum zahlreicher Wildtiere vernichtet. Diese werden immer häufiger desorientiert und verletzt inmitten der Städte aufgefunden. Die Welttierschutzgesellschaft unterstützt das bisher einzige Wildtierschutzzentrum Surinams bei der Rettung, Versorgung und Wiederauswilderung von Wildtieren.

Zum Projekt

Im Oktober erreichte unsere Partner des Green Heritage Fund Suriname die Benachrichtigung über einen besonderen Notfall: Ein Mitarbeiter eines Wildtierhändlers meldete einen Vorfall über einen Großen Ameisenbären mit akutem Durchfall. Wie sich vor Ort herausstellte, befand sich das Tier zusammen mit drei weiteren Artgenossen im Besitz eines Wildtierhändlers mit einer staatlichen Genehmigung zur Ausfuhr der Tiere. Die Mitnahme des kranken Ameisenbären zur tiermedizinischen Behandlung verzögerte sich um zwei Tage, da sich der Wildtierhändler nicht kooperativ zeigte. Als das Team das Tier schließlich abholen durfte, war der Ameisenbären bereits seinen Strapazen erlegen. Für ein zweites Tier mit einer Verletzung an seinem rechten Vorderbein zeigte sich der Wildtierhändler kooperativer und willigte der Mitnahme ein. Am 5. Oktober dieses Jahres bezog Igor, so wurde er später genannt, das großzügige Gehege.

Dort konnte er sich unter tiermedizinischer Aufsicht und in seiner natürlichen Umgebung innerhalb von kürzester Zeit erholen und fühlte sich schnell sichtlich wohl. Für die Genesung hilfreich waren sicherlich auch die Termitennester, die täglich rund um das Zentrum für ihn eingesammelt wurden.

Freiheit für Igor

Nur einen Monat nach seiner Rettung, am 4. November, konnte er sein Zuhause auf Zeit schon wieder verlassen – eine Tierärztin bescheinigte, dass die Wunden gut verheilt waren. An einer geeigneten Stelle auf der unbewohnten Seite des nahegelegenen Saramacca Flusses wurde er mit Hilfe vieler Freiwilliger in die Freiheit entlassen und verschwand nach erstmaligem kurzen Zögern schnurstracks im Unterholz.

Dank des tiergerechten Geheges können auch zukünftig weitere Ameisenbären den Weg zurück in ein Leben in Freiheit finden.

Helfen Sie den bedrohten Waldbewohnern!

Schon mit 30 Euro stellen Sie das tiergerechte Futter für alle im Schutzzentrum lebenden Faultiere und Ameisenbären für drei Tage sicher.

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