5 Jahre #StopptTierleid

Es war der 04. Oktober 2020, der Welttierschutztag, als wir die Kampagne „Stoppt Tierleid in sozialen Netzwerken“ ins Leben riefen und damit dem Leid für Likes ein Ende zu setzen begannen. Was seitdem geschah …

hund-animalcrush-illustration-stoppttierleid
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Wir veröffentlichen die Kampagne „Stoppt Tierleid in den sozialen Netzwerken“ am 4. Oktober 2020. Damit setzen wir an einem zentralen Problem an: Die unkritische und verherrlichende Verbreitung von Gewalt, Misshandlung, unsachgemäßer Haltung und Inszenierungen von Tieren auf Plattformen wie Facebook, Instagram, YouTube, TikTok (u. a.).

Unser Ziel: Tiere dürfen nicht für Klicks, Likes und Reichweite leiden – dafür müssen auch die sozialen Netzwerke endlich Verantwortung übernehmen!

Unsere Forderungen:

  • Die Betreiber sozialer Netzwerke müssen ihre Gemeinschaftsstandards um die Thematik Tierleid ergänzen und die Einhaltung konsequent sicherstellen.
  • Es muss eine gesetzliche Grundlage in Deutschland geschaffen werden, die die Darstellung von Tierleid (wenn sie verherrlichend oder nur zur Unterhaltung dient) verbietet – konkret: die Ergänzung des § 131 StGB.
  • Nutzer*innen müssen befähigt werden, Tierleid-Inhalte zu erkennen und zu melden (z. B. durch Leitfäden).

Die gesetzliche Forderung wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierrechte e.V. (DJGT) erarbeitet und veröffentlicht. Die begleitende Petition zur Kampagne hat bereits bis Ende des Jahres Unterstützung durch über 40.000 Unterzeichner*innen gefunden.

Direkt zu Beginn des Jahres treten wir 2021 an Vertreter*innen der 17 in Deutschland relevantesten sozialen Netzwerke heran und fordern dazu auf, dass die Gemeinschaftsstandards umfassend um die Thematik Tierleid ergänzt werden. Im direkten Austausch mit Vertreter*innen einiger Netzwerke konnten hier bereits erste wichtige Schritte in diese Richtung getan werden. Durch die Bitte um öffentliche Stellungnahmen erwirken wir eine Positionierung, auf deren Basis fortlaufender Austausch angestoßen wird.

Intensive Medien- und Öffentlichkeitsarbeit begleitet die Kampagnenarbeit kontinuierlich: Wir geben der Problematik eine starke Stimme und bringen das Thema in die breite Öffentlichkeit. Auch die Petition, die sich mit den Kernforderungen an Vertreter*innen der sozialen Netzwerke und Mitglieder des Bundestages richtet, wächst bereits im ersten Jahr auf nahezu 100.000 Unterzeichner*innen.

Parallel setzen wir mit der Kampagne auf die Kommunikation mit Nutzer*innen, um diese zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Tierleid-Inhalten anzuleiten. Mit dem Ziel, dass Nutzer*innen Tierleid als jenes erkennen und dieses melden, werden 2021 ausführliche Leitfäden entwickelt, die Orientierung bieten: »zum Leitfaden: So erkenne ich Tierleid-Formen, »zum Leitfaden: So melde ich Tierleid-Inhalte. Zudem stärken wir am Aktionstag #StopptTierleid, stattgefunden am Welttierschutztag 2021, dem 4. Oktober, mit einem Informationsstand in Berlin-Friedrichshain unser Anliegen. Interessierte Nutzer*innen, aber auch Passant*innen werden in diesem Rahmen auf die Problematik aufmerksam gemacht und erhalten anhand einer interaktiven Umfrage die Möglichkeit, ihre Kenntnisse zum Thema Tierleid in sozialen Netzwerken zu erweitern.

Die Kampagne und damit die Problematik gewinnt an Reichweite und wird sowohl medial als auch in den sozialen Netzwerken von Nutzerinnen und Nutzern diskutiert und thematisiert.

Aktivismus von Seiten der Nutzer*innen zu erwirken, ist auch das Ziel der Einrichtung eines E-Mail-Postfaches (stoppttierleid@welttierschutz.org), das als Meldestelle für Tierleid-Inhalte fungiert. Wöchentlich erreichen uns seit Sommer 2021 dort mehrere Meldungen engagierter Nutzer*innen, die sich mit uns für ein Stopp des Tierleides in sozialen Netzwerken einsetzen. Um über aktuelle Beispiele aus den Netzwerken sowie dem Verlauf der Forderungen an Vertreter*innen der Netzwerke und Politik zu berichten, informieren wir nahezu wöchentlich im Rahmen von Newslettern und Beiträgen in sozialen Netzwerken.

Im Jahr 2021 betreten wir mit der Kampagne „Stoppt Tierleid in den sozialen Netzwerken“ außerdem das politische Parkett und adressieren somit die dritte Säule. Unser Ziel ist eine gesetzliche Grundlage in Deutschland, die ein Verbot zur Darstellung von Tierleid regelt und so die sozialen Netzwerke zum Handeln verpflichtet. Der Paragraph 131 des Strafgesetzbuches bietet uns die Vorlage für dieses Anliegen, denn dieser regelt bereits, dass die verherrlichende oder verharmlosende Darstellung und Verbreitung grausamer Gewalttätigkeiten gegenüber Menschen und menschenähnlichen Wesen verboten ist. Durch Aufnahme der Worte „oder Tiere“, so unsere Forderung, wären die Netzwerke unmittelbar verpflichtet, gegen derartige Inhalte vorzugehen. Sowohl vor als auch nach der Bundestagswahl im September 2021 widmen wir uns zudem umfangreich den unterschiedlichen Positionen in den einzelnen Partei- und Wahlprogrammen bzw. dem Koalitionsvertrag und nutzen seither in den tierschutz-, rechts- und netzpolitischen Ressorts entsprechende Anknüpfungspunkte für unser Anliegen. Erste Gespräche mit Vertreter*innen der im Bundestag vertretenen Parteien werden angestoßen.

Die Petition wird mit etwa 184.000 Unterschriften immer erfolgreicher: Jede Stimme ist ein starkes Zeichen, dass die Problematik bekannter wird und sich Menschen mit uns gegen das Tierleid auf Social Media positionieren.

2022 tritt dazu auch das Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover ans uns heran, das sich fortan im Rahmen eines Forschungsprojekts auf wissenschaftlicher Ebene dem „Umgang mit Haustieren in sozialen Netzwerken“ widmet. Um dieses Thema dreht sich auch unser Petfluencer-Check, mit dem wir uns 50 der reichweitenstärksten Profilen im deutschsprachigen Raum zuwenden und diese auf Tierleid-Darstellung untersuchen.

Neben der Fortschritte, die wir aus Deutschland heraus im Austausch mit Vertreter*innen der sozialen Netzwerke erreichen können (etwa Snapchat, das Tiermisshandlung in die Gemeinschaftsstandards aufnimmt), schließen wir uns der „Social Media Cruelty Coalition“, kurz SMACC an. Die Koalition besteht zu diesem Zeitpunkt aus 17 Mitgliedern internationaler Organisationen, die sich wie wir auf lokaler Ebene für das Thema engagieren. Als Gruppe bündeln wir Aktivitäten wie das Dokumentieren und Melden von Tierleid-Inhalten und zielen konkret auf die Kontakte in den Netzwerken auf globaler Ebene. Regelmäßig werden auf Basis umfangreicher Analysen auch Berichte erstellt und veröffentlicht. Im November 2022 begleiten wir die Veröffentlichung von „Wildtiere als Haustiere in sozialen Netzwerken – ein Teufelskreis des Leidens.

Aus ersten Gesprächen mit weltweit führenden sozialen Netzwerken ist 2022 ein fester Austausch entstanden. Laufend werden zudem relevante Tierleid-Inhalte direkt an die Ansprechpartner*innen weitergeleitet, die dort dann unmittelbar entfernt werden. Neben dem konsequenten Löschen etwaiger Tierleid-Inhalte wollen wir aber nachhaltige Veränderungen der Gemeinschaftsstandards auf globaler Ebene erreichen. 2022 erreichten wir hier bei meta bereits, dass alle Inhalte so genannter „inszenierter Rettungen“ fortan in den Netzwerken Facebook und Instagram nicht mehr gezeigt werden dürfen. Um die konsequente Löschung entsprechender Videos und Fotos sicherzustellen, erhielten die Moderator*innen-Teams von meta durch SMACC eine Handlungsanleitung zur Erkennung der Inhalte an.

Unsere Informationsarbeit für Nutzer*innen wird weiter intensiviert – wir überarbeiten Leitfäden, bereiten neue Materialien auf Basis aktueller, problematischer „Social-Media-Trends“ auf und organisieren einen virtuellen Aktionstag, an dem sich zahlreiche Menschen mit Beiträgen beteiligen. Weitere Inhalte z.B. zur Erkennung von inszenierten Rettungen (Fake-Rescues) oder zum Thema der Verkleidungen und Kostümierungen von Tieren werden erstellt.

Auch die politische Arbeit wird 2022 stark intensiviert. Die Vorhaben der im Vorjahr neu gewählten Bundesregierung bieten Anknüpfungspunkte für unser Anliegen und so argumentieren wir über den laufenden Kontakt mit relevanten Mitgliedern des Bundestages hinaus auch intensiv in Gesprächsrunden und Diskussionen für die Notwendigkeit einer Gesetzgebung, die auch die Darstellung von Tierleid umfasst. Dabei vernetzen wir uns tiefer in der politischen Landschaft der Ressorts Tierschutz, Rechts- und Netzpolitik und finden zunehmend politische Unterstützung für das Anliegen. In diesem Austausch und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierrechte (DJGT e.V.) entsteht 2022 auch der Alternativvorschlag eines §17b im Tierschutzgesetz, der – nachgebildet auf Basis des §131 StGb – Einzug in den Prozess der angestoßenen Novellierung des Tierschutzgesetzes finden könnte. Dafür setzen sich die Mitarbeitenden der Abgeordneten jetzt in unserem Sinne in ihren politischen Diskursen ein – ein Meilenstein, der Hoffnung auf echte Veränderungen birgt.

Nachdem wir als Welttierschutzgesellschaft 2022 als eine der ersten Organisationen Mitglied der „Social Media Animal Cruelty Coalition“, kurz SMACC, wurden, besteht diese 2023 bereits aus mittlerweile rund 20 Mitgliedern internationaler Organisationen, die sich wie wir in ihrem jeweiligen Land für das Thema engagieren. Gespräche mit weltweit führenden sozialen Netzwerken finden regelmäßig statt. Seit Ende 2023 fördern wir die Bündnisarbeit auch finanziell und bringen uns begleitend noch stärker aktiv ein. So nehmen wir etwa den Kontakt zu Netzwerk-Vertreter*innen auf globaler Ebene in den Fokus, da unsere Bemühungen bei Deutschland-Vertreter*innen mühsam und erfolglos blieben und eben dort – in den Hauptsitzen der Netzwerke – Entscheidungen bezüglich der weltweit geltenden Gemeinschaftsstandards getroffen werden. 2023 kann dann auch erstmals erreicht werden, dass sich Vertreter*innen eines sozialen Netzwerkes öffentlich zu notwendigen Schritten in Bezug auf die uneingeschränkte Darstellung von Tierleid auf der eigenen Plattform bekannten. TikTok-Verantwortliche positionieren sich hier im Rahmen der Asia for Animals-Konferenz in Malaysia im Oktober 2023. Parallel veröffentlicht das Netzwerk ein „Animal Welfare Safety Center“ und setzt erste wichtige Punkte unserer Forderungen in Bezug auf die bessere Moderation von Tierleid-Inhalten um. Laufend werden zudem relevante Tierleid-Inhalte direkt an die persönlichen Ansprechpartner*innen weitergeleitet, die dort dann unmittelbar entfernt werden können. Neben dem konsequenten Löschen etwaiger Tierleid-Inhalte wollen wir aber nachhaltige Veränderungen der Gemeinschaftsstandards auf globaler Ebene erreichen. Hier appellieren wir weiter an alle relevanten Netzwerke. 

2023 wenden wir uns außerdem intensiv mit Öffentlichkeitsarbeit den Netzwerken des meta-Konzerns zu, zu denen Instagram und Facebook zählen. Mit dem Report „Das Leiden von Makaken für Social-Media-Content“ dokumentieren wir umfangreich die Problematik der leider zunehmenden Inhalte rund um Affen, die als Haustiere gehalten werden. SMACC-Mitglieder analysieren dafür zwischen September 2021 und März 2023 insgesamt 1.266 Fotos und Videos in sozialen Netzwerken und stellen dabei insgesamt 2.800 Vorfälle von Missbrauch fest, darunter „grober Umgang“ oder „Futterentzug“ sowie bewusster psychischer sowie körperlicher Missbrauch der Makaken. Zudem werden Dutzende Fälle entdeckt, in denen Makaken offenbar unter Einfluss von Drogen standen, sexuell missbraucht wurden oder ihr Tod herbeigeführt oder bewusst in die Länge gezogen wurde. Mit dieser erschreckenden, aber aussagestarken Dokumentation erhöhen wir durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit den Druck auf die Netzwerke, endlich konsequenter zu handeln. Durch eine umfassende Medienberichterstattung über das Thema im Zusammenhang mit unserer Kampagne u.a. in DER SPIEGEL (online), ZDFheute und dem Programm „Volle Kanne„, SZ, STERN und weiteren, sowie Interviews unsererseits etwa mit SWR2, dpa und taz erhielt die Problematik auch in Deutschland enorme Aufmerksamkeit. 

Diese gewachsene Bekanntheit verhilft der Kampagne „Stoppt Tierleid in den sozialen Netzwerken“ auch, auf der politischen Agenda an Bedeutung zu gewinnen. Wir bringen hier in persönlichen Gesprächen mit Bundestagsabgeordneten den Vorschlag eines §17a TSchG als Nachbildung des §131 StGB mit ein. Über den Kontakt mit relevanten Mitgliedern des Bundestages hinaus argumentieren wir intensiv in tierschutzpolitischen Netzwerken und Bündnissen für die Notwendigkeit einer solchen Gesetzgebung, die auch die Darstellung von Tierleid umfasst, und konnten Mitwirkende im Rahmen des „Tierschutznetzwerkes Kräfte Bündeln“ finden.  

In Vorbereitung für die Ausstrahlung im Frühjahr 2024 begleiten wir zudem die Produktion einer rund 30-minütigen TV-Dokumentation der ARD, die die Problematik der Tierleid-Inhalte in sozialen Netzwerken einem Millionen-Publikum bekanntmachen soll. 

Als eines von mittlerweile über 30 Mitgliedern internationaler Organisationen der „Social Media Animal Cruelty Coalition“ bündeln wir auch 2024 die Arbeit und können Gespräche mit Vertreter*innen weltweit führender sozialer Netzwerke erwirken – etwa mit TikTok, YouTube und meta. 2024 wird von Seiten TikTok-Verantwortlicher auf dieser Basis auch deren „Animal Welfare Safety Center“ weiter ausgebaut und die Welttierschutzgesellschaft als Ansprechpartner in Deutschland aufgenommen. Das Unternehmen meta hingegen, zu dem die Netzwerke Facebook und Instagram zählen, zog sich in der zuvor regelmäßigeren Zusammenarbeit im Laufe des Jahres 2024 immer stärker zurück, worauf wir mit anderen SMACC-Mitgliedern mit einem offenen Brief und einem globalen Aktionstag u.a. in Berlin, Los Angeles, London und Singapur reagierten.

Weitere gemeinsame Aktionen im Rahmen des SMACC-Bündnisses waren Proteste vor den Zentralen der Tourismus-Anbieter*innen TUI AG und GetYourGuide Deutschland GmbH, wo wir als Welttierschutzgesellschaft insbesondere auf die Probleme in Bezug auf die Fotos und Videos in sozialen Netzwerken hinwiesen, die die Wildtier-Tourismus-Angebote unkritisch darstellen und somit die Nachfrage weiter befördern.

Erneut entsteht in enger Zusammenarbeit der SMACC-Mitglieder und Freiwilligen ein umfassender Bericht – 2024 unter dem Titel „Betrug auf Kosten der Tiere – Inszenierte Tierrettungen (Fake Rescues) auf Social Media”. Dabei geht es um Inhalte in sozialen Netzwerken, für die Tiere überhaupt erst in Gefahrensituationen gebracht werden, um dann vermeintlich heldenhaft gerettet zu werden. Der Bericht stellt die erste umfassende Analyse dieses wachsenden Trends dar, und fasst zusammen, was die Analyse von insgesamt 605 Videos dieser inszenierten Tierrettungen auf Facebook, YouTube, Instagram, TikTok und Twitter/X hervorbrachte. Die Ergebnisse sorgen für zahlreiche Medienberichte, etwa im ARD-Magazin Plusminus, bei DER SPIEGEL, im Deutschlandfunk und weiteren. Zusammen mit einem weiteren Beitrag im Sat.1 Frühstücksfernsehen erreichen wir mit der Kampagnenarbeit 2024 ein Publikum in Millionenhöhe und können somit die Problematik des Tierleids auf Social Media maßgeblich in die breite Öffentlichkeit bringen. Auch die Verbreitung der diversen Kampagnen-Inhalte durch unsere Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erreicht mit einer Medienreichweite von mehr als einer Mrd. einen neuen Höchststand.

Diese gewachsene Bekanntheit verhilft der Kampagne auch, auf der politischen Agenda an Bedeutung zu gewinnen. So findet das Anliegen auch bei Ariane Kari, der Unabhängigen Beauftragten für Tierschutz der Bundesregierung 2021-2024, Berücksichtigung und wird im Zuge ihrer politischen Arbeit mitgetragen.

Die Kampagnenarbeit fährt intensiv fort und hat medial in Deutschland eine nennenswerte Präsenz: Wir sind oft erste Ansprechpartner für diverse Medienvertreter*innen und begleiten Recherchen, etwa zu Fake Rescues für ZDF „Die Spur“, wir geben Interviews und führen Gespräche hinsichtlich Themen wie dem Spendenbetrug mit Tiervideos und zahlreichen weiteren Aspekten rund um „Tierleid auf Social Media“. Immer wieder neue grausame Fälle von Tierleid veranlassen unsererseits zudem schnelles Handeln, wie etwa zuletzt zwei sehr reichweitenstarke Affenqual-Profile, deren Löschung wir miterwirken.

So bleibt das Thema in der Öffentlichkeit sehr präsent, zum Beispiel durch Beiträge in der WDR-Sendereihe „Zeitzeichen“, dem reichweitenstarken Youtube-Kanal von Alexander Prinz (Teil des „Funk“-Netzwerks von ARD/ZDF) sowie ausführlichen Artikeln in Magazinen wie „Green Lifestyle“ und „Ein Herz für Tiere“. Letzteres nannte die Kampagne und die damit verbundene Problematik zudem in einer Auflistung der aktuell zehn drängendsten Tierschutzprobleme überhaupt.

Auch unsere Leitfäden sowie weiteren Informationsmaterialen für Nutzerinnen und Nutzer werden mittlerweile hundertfach im Monat gelesen und weiterverbreitet und leisten somit laufend wertvolle Informationen im Umgang mit Tierleid-Inhalten in sozialen Netzwerken. Die Petition erreicht über 205.000 Unterschriften und stärkt damit den Druck auf die Entscheidungsträger*innen.

Innerhalb der Social Media Animal Cruelty Coalition widmen wir uns in diesem Jahr fokussiert der Analyse der umfangreichen Datenbank: 83.000 Tierleid-Inhalte, die dokumentiert wurden, werden aus- und bewertet. Zudem sind wir in die Planung und Vorbereitung der ersten globalen Konferenz zum Thema involviert, die in Indonesien stattfinden soll und sowohl engagierte Organisationen zum Thema als auch Vertreter*innen sozialer Netzwerke für strategische Planungen für ein Ende vom Tierleid auf Social Media zusammenbringen soll. Kurzfristig muss der SMACC Global Summit aufgrund der herausfordernden Flutsituation im Land in den virtuellen Raum verschoben werden. Dies ermöglicht aber weiteren Teilnehmenden aus aller Welt Teil der Aktivitäten zu werden und bringt damit eine erfolgreiche und wertvolle Online-Konferenz zustande, die für die weiterhin geplante Konferenz 2026 vorbereitet. Alle Informationen zum Nachlesen und -sehen des Summit 2025 finden Sie im Detail hier: welttierschutz.org/smacc-summit-2025/.

Politisch behalten wir mit der Kampagnenarbeit ab dem Ende der vorherigen Regierung bis zur Bundestagswahl im Februar 2025 den Fokus auf unsere Forderungen, führen fortlaufend Gespräche und argumentieren für die Novellierung des a) § 131 Strafgesetzbuch und b) des Tierschutzgesetzes. Auch wenn die Analyse des Koalitionsvertrages der neu gewählten Regierung und die Diskussionen um das Amt des oder der Bundestierschutzbeauftragten zunächst aus Tierschutzsicht ernüchterten, sehen wir jetzt Bewegung, die Hoffnung schürt: Auch die wachsende Bekanntheit der Problematik durch unsere Kampagnenarbeit und unsere Vehemenz in Bezug auf die Forderungen führen dazu, dass immer neue Gesprächspartner*innen auf dem politischen Parkett Unterstützung zeigen. Wir bleiben dran!

Die aktuelle Kampagnenphase ist entscheidend. In den nächsten Monaten wollen wir:

  • die weit über 200.000 Petitionsunterschriften an Vertreter*innen der sozialen Netzwerke überreichen,
  • einflussreiche Mitglieder des Bundestages für unsere gesetzliche Forderung gewinnen und
  • den öffentlichen Druck noch weiter steigern, damit diese zu entschiedenem Handeln kommen!

Wir haben bereits viel geschafft und werden uns weiter mit aller Kraft für ein Ende vom Tierleid auf Social Media einsetzen. Doch dafür brauchen wir auch Sie, liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde. Ihre Spende, Ihr Mitwirken auf Social Media durch konsequentes Melden und Ihre Unterschrift und Bekanntmachung der Petition sind enorme Stützen.

Bitte bleiben auch Sie aktiv; nur gemeinsam sind wir gegen Tierleid auf Social Media stark!

Jede Spende zählt

Bitte stärken Sie die Kampagne

Nur mit Ihrer Unterstützung können wir mit voller Kraft unserer Forderung Ausdruck verleihen.

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